- Android wurde so geändert, dass beim Hochladen von Fotos EXIF-Standortmetadaten automatisch entfernt werden, wodurch die Standortzuordnung in webbasierten Diensten nicht mehr funktioniert
- Google erklärt diese Maßnahme mit stärkerem Datenschutz; Ziel ist es, Risiken wie Stalking oder Diebstahl zu verringern
- Auch bei den meisten Freigabewegen wie Bluetooth, QuickShare und E-Mail-Versand werden die Standortdaten entfernt; nur direktes Kopieren per USB bleibt eine Ausnahme
- Entwickler kritisieren, dass die Funktion ohne vorherige Ankündigung blockiert wurde; für Web-Apps gibt es keine Alternative, sodass die Entwicklung nativer Apps nötig wird
- Unter Nutzern gehen die Meinungen zwischen mehr Sicherheit und eingeschränkter Wahlfreiheit auseinander; zudem wird weiter über technische Umgehungen und Verbesserungen an Standards diskutiert, um EXIF-Informationen zu erhalten
Android blockiert die Weitergabe von Standortdaten in Fotos
- OpenBenches ist eine Website, auf der Nutzer Fotos und Standorte von Gedenkbänken teilen; zur Anzeige auf einer Karte nutzt sie die EXIF-Standortmetadaten der Bilder
- Da Android nun beim Hochladen von Fotos die Standortdaten entfernt, ist eine automatische Standortzuordnung über das Web nicht mehr möglich
- Mit HTML
<input type="file" accept="image/jpeg">konnten über den Fotoauswahldialog bislang Bilder mit Standortdaten hochgeladen werden, doch Google hat dies absichtlich blockiert- Der anschließend empfohlene allgemeine Dateiauswahldialog (
<input type="file">) erhielt die EXIF-Informationen zunächst, wurde aber durch ein weiteres Update ebenfalls blockiert
- Der anschließend empfohlene allgemeine Dateiauswahldialog (
- Auch bei anderen Freigabewegen wie Bluetooth, QuickShare und E-Mail-Versand werden die Standortdaten automatisch entfernt, sodass nur direktes Kopieren per USB-Kabel als einzige Ausnahme bleibt
Gründe für die Änderung und Googles Position
- Google erklärt, diese Maßnahme diene dem Datenschutz (Privacy)
- Wenn Nutzer versehentlich Fotos mit Standortdaten teilen, kann dies Risiken wie Stalking oder Diebstahl verursachen
- Die meisten Social-Media-Dienste (Facebook, Mastodon, BlueSky, WhatsApp usw.) entfernen Standortdaten standardmäßig; nur auf ausdrücklichen Wunsch der Nutzer lassen sie sich manuell hinzufügen
- Offenbar hat Google die Standortdaten systemweit blockiert, um „Risiken durch die Offenlegung des Nutzerstandorts“ zu verhindern
Reaktionen der Community und Probleme
- Für die Änderung gab es keine vorherige Ankündigung oder Abstimmung, was bei Entwicklern und Nutzern für Verwirrung sorgt
- Betreiber von Diensten wie OpenBenches erhalten Beschwerden von Nutzern, dass „die Funktion kaputt ist“, und es wird kritisiert, Google beziehe die Community nicht ein
- Auch in webbasierten Apps (PWA) ist kein Zugriff auf Standortdaten möglich, sodass es außer der Entwicklung nativer Android-Apps keine Alternative gibt
- Android-Apps bieten eine separate Berechtigung (permission) für den Zugriff auf die Standortdaten von Fotos
Vorschläge und Bitten
- Als Alternative wird ein Auswahl-Popup beim Foto-Upload genannt, etwa: „Diese Website möchte die Standortdaten des Fotos sehen. Ja/Nein/Immer/Nie“
- Wegen möglicher Nutzerermüdung und unklarer Formulierungen wird die Wirksamkeit jedoch als gering eingeschätzt
- Entwickler, die einen Weg kennen, im Android-Webbrowser Fotos mit erhaltenen EXIF-Standortdaten hochzuladen, werden gebeten, ihre Einschätzung zu teilen
- Außerdem wird dazu aufgerufen, sich mit +1-Feedback an einem WHATWG-HTML-Spec-Issue zu beteiligen, um die Diskussion über den HTML-Standard zu unterstützen
Zusammenfassung der Nutzermeinungen
- Einige Nutzer bewerten Googles Maßnahme als notwendige Datenschutzfunktion positiv
- Andere kritisieren, dass die Wahlfreiheit der Nutzer verschwunden ist, und vertreten die Ansicht, „erwachsene Nutzer sollten die Freiheit haben zu entscheiden, was sie auf ihrem eigenen Gerät tun“
- Als technische Umgehung wird auch genannt, EXIF-Informationen in einer ZIP-Datei mitzusenden
- Insgesamt setzt sich die Diskussion über das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Komfort fort
1 Kommentare
Wie bei iOS wäre es wohl besser, das als Option im Picker anzubieten, aber eine vollständige Sperre ist wirklich schade.