Wie TikToks Empfehlungsalgorithmus funktioniert
(axios.com)-
Die Auswahl des nächsten anzuzeigenden Videos ist einer der Schlüsselfaktoren, die innerhalb weniger Jahre ein Unternehmen mit einem Wert von 200 Billionen Won geschaffen haben
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Grundsätzlich werden per Machine Learning Videos gefunden, die Menschen mit ähnlichen Vorlieben mögen oder die diesen ähneln; anschließend werden dem Nutzer mehr Inhalte gezeigt, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion hoch ist
→ Bei der ersten Nutzung von TikTok werden 8 Videos mit jeweils unterschiedlichen Trends, Musikstücken und Themen gezeigt
→ Danach werden auf Basis dessen, auf welche der 8 Videos der Nutzer reagiert, neue 8 Videos ausgewählt
→ Der Algorithmus erkennt ähnliche Videos anhand von Informationen wie Untertiteln, Hashtags und Ton
→ Bei Empfehlungen werden auch Sprache, Land und Geräteinformationen des Nutzers berücksichtigt
→ Wenn so genügend Daten über einen Nutzer gesammelt wurden, wird er in Cluster mit Nutzern mit ähnlichem Geschmack eingeordnet
→ Auch Videos werden in Cluster eingeordnet (zum Beispiel Basketball, Kaninchen)
→ Per Machine Learning werden Videos auf Basis der Nähe zwischen Nutzerclustern und Content-Clustern ausgespielt
→ Außerdem wird vermieden, dass ein Nutzer mehrmals Videos mit derselben Musik oder vom selben Creator sieht, damit es nicht langweilig wird
- TikTok weiß, dass durch die Faktoren zur Ermittlung von Nutzerpräferenzen eine „Filterblase*“ entstehen kann
→ Durch Forschung zur Filterblase wird untersucht, wie lange sie anhält und wie sie aufgebrochen werden kann
→ Da Filterblasen Verschwörungstheorien, Betrug oder Fehlinformationen verstärken können,
untersuchen TikToks Produkt- und Policy-Teams Themen, Hashtags und Captions von Videos, um herauszufinden, welche Accounts und Videos mit Fehlinformationen verknüpft sind
→ Videos oder Creator, die mit Fehlinformationen verknüpft sind, werden an TikToks globale Content-Reviewer weitergeleitet, sodass sie verwaltet werden können, bevor die Videos an Nutzer ausgeliefert werden
- Filterblase (filter bubble): Als Ergebnis personalisierter Suche sieht man nur noch Dinge, die der eigenen Neigung ähneln,
und wird von Informationen getrennt, die der eigenen Sichtweise nicht zustimmen, wodurch man in einer eigenen kulturellen und ideologischen Blase eingeschlossen wird und eine verzerrte, engstirnige Denkweise entwickelt
- Das Buch The Filter Bubble von Eli Pariser aus dem Jahr 2012 (der koreanische Übersetzungstitel lautet „Gedankenkontrolleure“)
1 Kommentare
ByteDance hat klar erklärt, dass TikTok nicht an Microsoft verkauft wird.
https://blogs.microsoft.com/blog/2020/…
Deshalb kursieren nun Berichte, dass Oracle als Übernahmekandidat für TikTok US im Gespräch ist.
Und selbst falls es zu einer Übernahme kommt, heißt es außerdem, dass dieser Algorithmus selbst nicht mit übergeben wird.
https://engadget.com/bytedance-might-not-sell-tiktok-algorithm-to-us-b…