Delve aus der Y-Combinator-Liste entfernt
(ycombinator.com)- Auf der offiziellen Website von Y Combinator wurde bestätigt, dass die Delve-Seite entfernt wurde
- Beim Aufruf des entsprechenden Links wird der Fehler „File Not Found“ angezeigt, sodass die Seite nicht zugänglich ist
- Zu den Gründen für die Entfernung oder einer offiziellen Stellungnahme wurde keinerlei Information veröffentlicht
- Auch ob Delve derzeit noch betrieben wird oder aktiv ist, lässt sich nicht bestätigen
- Der Fall erregt Aufmerksamkeit, da es sich um einen seltenen Fall handelt, in dem ein Startup aus dem YC-Portfolio entfernt wurde
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Viele scheinen zu denken, dass es bei diesem Vorfall um einen Verstoß gegen die Open-Source-Lizenz ging.
Ich dachte das anfangs auch, aber tatsächlich wirkt der Vorwurf des Betrugs deutlich schwerwiegender.
Es gibt auch Behauptungen, dass Delve Kunden, die die Vorgaben nicht einhielten, pro forma abgenickt und sie damit dem Risiko von Verstößen gegen Vorschriften wie HIPAA ausgesetzt habe.
Details dazu stehen im Beitrag von DeepDelver.
YC ist so aufgebaut, dass die Firmen einander als Kunden nutzen, und dass Delve andere YC-Unternehmen getäuscht haben soll, war besonders gravierend.
Wichtiger als ein bloßes Lizenzproblem waren wohl die gefälschten Audit-Berichte; am Ende führte das zum Ausschluss aus der Community.
Darin finden sich schockierende Details wie vorab verfasste Audit-Schlussfolgerungen und der Vorwurf, dass 493 von 494 Berichten Copy-paste-Vorlagen gewesen seien.
Als ich vorschlug, Probleme zu beheben, verlangte man stattdessen sogar einen Verstoß gegen die NDA und sprach nur von einem Entzug der Zertifizierung.
Solche strukturellen Probleme entstehen aus einer inhärenten Interessenkollision und einer pay-to-play-Kultur.
Am Ende wurden sie rausgeworfen, weil sie erwischt wurden. Der konkrete Grund ist zweitrangig.
Garry Tan schrieb im internen Bookface-Chat, dass man „Delve aus YC rausgeworfen“ habe.
YC sei nicht nur ein Accelerator, sondern eine vertrauensbasierte Community; wenn dieses Vertrauen gebrochen werde, könne man nicht bleiben.
Siehe diesen Tweet.
Dieser Fall ist nicht nur ein Problem von Delve, sondern ein Härtetest für das YC-Modell selbst.
YC ermutigt frühe Startups dazu, einander zu vertrauen und Geschäfte miteinander zu machen; wenn so etwas passiert, gerät diese Grundlage ins Wanken.
Reputationsschäden können teurer sein als Verluste beim Investment.
Die SOC2-Zertifizierung wirkt inzwischen wie ein „Compliance-Theater“.
Auch hier wirkte es offenbar so.
Die meisten Firmen könnten wohl einfach einen Abschnitt „About“ ergänzen und weitermachen, aber bei Delve ist das anders.
Denn ihr Kerngeschäft war gerade Compliance as a Service.
Wenn man selbst die Regeln nicht einhält, ergibt es keinen Sinn, anderen Firmen Regelkonformität zu garantieren.
Das ist ein Widerspruch wie ein Zahnarzt, der sich nie die Zähne putzt.
Anders als bei Zenefits, wo nur Teile des Geschäfts problematisch waren, war bei Delve das Geschäftsmodell selbst betrügerisch.
Verwandter Beitrag: Vorwurf, dass Delve ein Open-Source-Tool geforkt und als eigenes Produkt verkauft hat
Das Forbes-30-Under-30-Profil ist noch online.
Die 30U30-Liste sorgt wirklich immer wieder für Überraschungen.
Beispiele gibt es genug, etwa Holmes, SBF und Shkreli.
Delves offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen des Whistleblowers wurde veröffentlicht.
Es wird zwar zurückgewiesen, dass Substack eine indische Zertifizierungsstelle genutzt habe, insgesamt wirkt die Stellungnahme aber defensiv.
Ich habe mich gefragt, was mit dem Investment passiert, wenn Delve aus YC geworfen wird.
Der YC-SAFE-Vertrag dürfte bestehen bleiben.
Gut, dass YC Maßnahmen ergriffen hat.
Als Nächstes könnte CambioML an der Reihe sein.
Laut diesem Reddit-Thread hat das Unternehmen einen schlechten Ruf, unter anderem weil es Bewerbern Geld abverlangt.
Das Archiv des Entfernens von Delve von der YC-Website ist erhalten.