Das Konzept der Ontologie aus rechtlicher Perspektive (Legal AI)
(woongaro.tistory.com)RAG hat seine Stärke darin, externe Dokumente zu durchsuchen und dem Modell bereitzustellen, wodurch der Zugang zu aktuellen Informationen und die Fähigkeit, Begründungen anzugeben, verbessert werden.
Ontologien hingegen sind stark darin, die in den gefundenen Materialien enthaltenen Konzepte in einem einheitlichen Bedeutungssystem zu ordnen und rechtliche Beziehungen zu strukturieren.
Diese Unterscheidung ist sehr wichtig. RAG hilft dabei, Halluzinationen zu verringern, aber das allein reicht nicht aus.
Im Rechtsbereich müssen die „Fähigkeit, Dokumente gut zu finden“ und die „Fähigkeit, rechtliche Bedeutung konsistent zu strukturieren“ getrennt entworfen werden.
RAG ist die Schicht, die Gesetze, Präzedenzfälle und Verwaltungsinterpretationen heranholt; die Ontologie ist die Schicht, die die rechtlichen Konzepte in diesen Materialien ordnet; und die Inferenzregeln sind die Schicht darüber, die daraus Schlussfolgerungen ableitet.
Die Leistungsfähigkeit von Legal AI entsteht nicht einfach dadurch, dass die AI mehr Präzedenzfälle liest.
Der wirkliche Unterschied liegt darin, wie präzise rechtliche Konzepte strukturiert werden und wie konsistent innerhalb dieser Struktur erklärt und geschlussfolgert wird. Die Ontologie ist genau die Technologie, die diese Struktur schafft.
Wenn RAG eine Technologie ist, die Antworten auf Basis bestimmter Rechtsdokumente anstrebt, dann ist die Ontologie eine Technologie, die die rechtliche Bedeutung innerhalb dieser Dokumente in derselben Sprache ordnet, um konsistente Antworten der AI zu ermöglichen.
2 Kommentare
Wirklich ein sehr guter Artikel. Das Konzept der Ontologie ist dadurch klar verständlich geworden.
Das ist eine sehr klare Definition von Ontologie im juristischen Kontext. Meiner bisherigen Erfahrung nach gibt es im Rechtsbereich so viele zirkuläre Verweise, dass bei der Anwendung von RAG offenbar die Gefahr besteht, den Kontext oder Referenzen zu verlieren.