- CERN hat erfolgreich 92 Antiprotonen in einer durch Magnetfelder eingeschlossenen Flasche per Lastwagen transportiert
- Da Antimaterie bei Kontakt mit Materie sofort annihiliert und in Energie umgewandelt wird, war dieses Experiment eine technisch extrem schwierige Herausforderung
- Der Lastwagen legte auf dem CERN-Gelände etwa 8 km in 30 Minuten zurück und bewies, dass die Antimaterie stabil erhalten werden konnte
- Dieser Erfolg eröffnet die Möglichkeit, Antiprotonen in externe Forschungseinrichtungen mit geringerem Rauschen zu bringen und dort Präzisionsexperimente durchzuführen
- Die Forschenden bewerten dies als Wendepunkt der Antimaterie-Forschung und technisches Wunderwerk
Erstes Transportexperiment mit Antimaterie
- Forschende am CERN haben erfolgreich 92 Antiprotonen in einer speziell gefertigten Flasche per Lastwagen transportiert
- Die Flasche ist eine Vorrichtung, die Teilchen mithilfe von Magnetfeldern einschließt, sodass die Antimaterie nicht mit gewöhnlicher Materie in Kontakt kommt
- Der Lastwagen war auf dem CERN-Gelände rund 30 Minuten lang über mehr als 8 km unterwegs und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h
- Antimaterie ist ein Stoff, dessen Speicherung und Transport extrem schwierig sind, weil sie bei Kontakt mit Materie vollständig annihiliert und in Energie umgewandelt wird
- Dieses Experiment gilt als der erste Transport von Antimaterie durch die Menschheit und wird als „historisches Ereignis“ bewertet
- Das Experimentteam öffnete zur Feier Champagner und veranstaltete gemeinsam mit Antimaterie-Forschenden weltweit eine Feier
- Ziel des Experiments war es, Antiprotonen an einen Ort mit geringerem Rauschen zu bringen, um präzisere Forschung zu ermöglichen
- CERN verfügt derzeit über die weltweit einzige Anlage zur Erzeugung von Antiprotonen
- Die im Antimaterie-Werk erzeugten Teilchen nach außen zu bringen und dort zu erforschen, war seit mehr als 30 Jahren ein ersehntes Ziel
- Der Physiker Christian Smorra von der Heinrich-Heine-Universität sagte: „Jetzt ist es endlich möglich geworden.“
- Tara Shears von der University of Liverpool bezeichnete die Speicherung und den Transport von Antimaterie als „technisches Wunderwerk“
- Sie fügte hinzu, dass ihr die Vorstellung gefalle, CERN werde zum „Deliveroo der Antimaterie“
Antimatter Deliveroo
- Antiteilchen existieren als Gegenstücke zu gewöhnlichen Teilchen mit entgegengesetzter elektrischer Ladung und entgegengesetzten magnetischen Eigenschaften
- Materie ist im Universum reichlich vorhanden, Antimaterie kommt dagegen natürlicherweise äußerst selten vor
- Beim Urknall müssten Materie und Antimaterie in gleicher Menge entstanden sein, doch warum dieses Ungleichgewicht entstand, ist noch nicht geklärt
- CERN erzeugt Antiprotonen, indem ein Protonenstrahl auf ein Metalltarget geschossen wird
- Anschließend werden die erzeugten Antiteilchen mithilfe von elektrischen und magnetischen Feldern abgebremst und eingefangen
- Die meisten Teilchen gehen in diesem Prozess verloren, sodass nur eine kleine Menge für Experimente nutzbar ist
- Der erfolgreiche Transport eröffnet die Möglichkeit, Antimaterie in andere Forschungseinrichtungen zu bringen und dort Präzisionsmessungen oder neue Physikexperimente durchzuführen
- Antimaterie könnte in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, etwa bei der Forschung an radioaktiven Kernstrukturen oder bei der Untersuchung des Ursprungs des Universums
- Das Experiment von CERN wird als Wendepunkt gewertet, der die technischen Grenzen der Antimaterie-Forschung erweitert hat
8 Kommentare
Wow, wie machen die das bitte wirklich?
Großartig. Großartig. Großartig.
Antimaterie herzustellen und dann auch noch zu lagern …
Da kommt einem direkt die Fantasie, ob jetzt vielleicht sogar Überlicht-Raumfahrt und Zeitmaschinen möglich werden.
ISV Venture Star!!
Antimaterie existiert also tatsächlich. Wow.
Krassssss
Hacker-News-Kommentare
Diese Forschung ist ziemlich interessant
Wenn man den technologischen Fortschritt in 10 Jahren bedenkt, scheint das Anwendungspotenzial enorm zu sein
Selbst wenn die Einschlussvorrichtung versagt hätte, wäre die freigesetzte Energie mit etwa 2,766 × 10^-8 Joule ungefährlich gewesen
Der Titel „Antimaterie auf einem Lkw“ ist reißerisch, aber in Wirklichkeit geht es vor allem um die Mobilität hochpräziser Messgeräte
Am CERN kann man Antiprotonen erzeugen und speichern, aber wegen der feinen Schwankungen im Magnetfeld innerhalb der Anlage sind genaue Messungen schwierig
Dieses Experiment ist daher ein Beispiel dafür, Antimaterie in ein ruhiges Labor zu bringen, und kein Schritt in Richtung einer SF-artigen Antimaterie-Batterie
Als ich auf den Link geklickt habe, habe ich kurz Teleportation erwartet. Ich habe wohl zu viel SF konsumiert
Ich habe mich gefragt, wie groß das Gerät war, das 92 Antiprotonen enthielt. Wurde dafür der ganze Lkw genutzt?
Für den Ferntransport seien laut Pressemitteilung ein Generator und ein Kryokühler nötig gewesen
Bei einem früheren Experiment soll es 2 m × 0,87 m × 1,85 m groß gewesen sein und weniger als 1000 kg gewogen haben
Ich habe mich gefragt, was passieren würde, wenn man einfach einen Block fester Antimaterie hätte, zum Beispiel 1 g Anti-Eisen
Würde er beim Kontakt mit Luft oder dem Labortisch sofort vollständig vernichtet werden, oder eher explodieren wie ein in Wasser geworfenes Schmelzsalz
Für Antiteilchen gilt das aber nicht. Elektronen und Positronen würden sofort in Kontakt kommen, und alles würde zusammenbrechen
Für Laien wirkt Antimaterie wie der ideale Treibstoff für Raumfahrzeuge
Die Energiedichte reicht bis an die Grenze von E=mc², und wenn es eine Produktionsinfrastruktur gäbe, könnte man sie allein mit Elektrizität herstellen
Dass Transport nun möglich ist, ist ein großer Fortschritt. Natürlich sind Produktion und Speicherung noch immer ingenieurtechnische Herausforderungen
Die gespeicherte Energie ist kleiner als die magnetische Feldenergie der Falle und weit geringer als die Sprengkraft entsprechender TNT-Masse
Siehe den zugehörigen Wiki-Artikel
Das erinnert mich an „Angels & Demons“
Ich frage mich, wie viel Energie nötig ist, um Antimaterie einzuschließen
Ich würde gern wissen, ob man bei Nutzung für Antrieb oder Stromerzeugung tatsächlich einen positiven Energieertrag erzielen könnte
Wie müsste man vorgehen, um genügend Antimaterie für einen praktischen Nutzen herzustellen?
Vielleicht müsste man Energie in Sonnennähe sammeln oder die Umlaufbahnen von Jupitermonden verändern