3 Punkte von maccraft 2026-03-08 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Ich habe mir 2023 einen Tesla gekauft, und das Beste daran war für mich beim Arbeiten mit dem MacBook im Auto der für Elektroautos typische Komfort. Denn man kann die Klimaanlage laufen lassen, ohne den Motor zu starten. Es gab aber genau einen Punkt, den ich schade fand.

Ist es wirklich sinnvoll, den großen zentralen Tesla-Bildschirm einfach ungenutzt zu lassen? Könnte man ihn nicht an das MacBook anschließen und als Monitor verwenden?

Also habe ich nach dem Kauf des Autos ungefähr ein Jahr lang dies und das ausprobiert.

  • Das Fahrzeug umbauen und einen externen Eingangsport hinzufügen -> kam nicht infrage, weil ich nicht wüsste, wie das geht, und außerdem die Garantie gefährdet wäre
  • Bildschirmfreigabe über die integrierte Zoom-App von Tesla -> zu hohe Latenz, schlechte Bildqualität und kein Vollbild, also unbrauchbar
  • OBS + HLS-Streaming -> wegen der 2 Sekunden Verzögerung als Monitor ungeeignet (möglicherweise lag es auch daran, dass ich HLS nicht gut genug kannte)
  • WebRTC -> damals vom Tesla-Browser nicht unterstützt (es kann auch sein, dass ich damals etwas nicht richtig eingerichtet hatte)

Dann habe ich das Thema eine Weile vergessen, während es mehrere Tesla-OTA-Updates gab. Irgendwann habe ich WebRTC testweise noch einmal ausprobiert, und es funktionierte überraschend gut. Das Problem war nur, dass das Setup dafür viel zu kompliziert war. Man brauchte erst einmal einen kleinen WLAN-Router, um MacBook und Tesla zu verbinden, einen LTE-Router für die Internetverbindung und sogar einen Dummy-HDMI-Adapter, damit das MacBook glaubt, ein echter Monitor sei angeschlossen.

Dann fiel mir aber auf, dass sich das softwareseitig ersetzen lässt.

  • LTE-Router -> iPhone-USB-Tethering
  • kleiner Reiserouter mit WLAN -> macOS-Internetfreigabe
  • Dummy-HDMI -> Apple CGVirtualDisplay API

Dadurch braucht man keine zusätzliche Hardware zu kaufen; MacBook und iPhone reichen aus. Das USB-Kabel habe ich nicht mitgerechnet, weil es beim iPhone-Kauf ohnehin dabei ist. :)

Daraus habe ich eine App namens SideDisplay gemacht, die sowohl Mac (Apple Silicon, macOS 15+) als auch Windows 11 unterstützt. Es mag Leistungsunterschiede geben, aber es funktioniert nicht nur mit Tesla, sondern mit jedem Browser, der WebRTC unterstützt — egal ob Tablet oder Smart-TV. Touch wird ebenfalls unterstützt, sodass man den Mac direkt über den Tesla-Bildschirm bedienen kann, und bis zu drei Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden.

In letzter Zeit nutze ich zu Hause jeden Tag ältere MacBooks oder ein iPad nebeneinander als erweiterte Monitore und betreibe so mein eigenes Dogfooding.

Es gibt auch eine Entwicklungsstory, in der ich den gescheiterten Weg und die technischen Entscheidungen zusammengefasst habe. https://sidedisplay.co/story

Ich freue mich über Feedback.

2 Kommentare

 
jtpark03 2026-03-09

Sieht toll aus. Wenn ich mir einen Tesla kaufen würde, würde ich das auf jeden Fall gerne ausprobieren.

 
maccraft 2026-03-09

Vielen Dank für Ihr Interesse. Der Ausgangspunkt war zwar Tesla, aber da es mit Geräten funktioniert, die einen WebRTC-fähigen Browser haben und sich per Wi‑Fi verbinden können, können Sie es auch mit freien Geräten wie Laptops oder Tablets ausprobieren, falls Sie solche zur Verfügung haben.