12 Punkte von GN⁺ 2026-03-02 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ein schneller und funktionsreicher plattformübergreifender Terminal-Emulator, der die native UI des jeweiligen Betriebssystems und GPU-Beschleunigung nutzt (Mac/Linux)
  • Kann direkt nach der Installation sofort ausgeführt werden und ist mit einer Struktur ohne zusätzliche Konfiguration konzipiert
  • Bietet Hunderte von Themes, flexible Keybindings und umfangreiche Konfigurationsoptionen, um eine auf den Nutzer zugeschnittene Umgebung einzurichten
  • Enthält außerdem eine VT-basierte API-Dokumentation für Entwickler von Terminal-Anwendungen und ist dadurch sehr gut für die Entwicklung nutzbar

Überblick über Ghostty

  • Ghostty ist ein Terminal-Emulator mit hoher Geschwindigkeit und vielfältigen Funktionen, der unter macOS und Linux läuft
    • Er verwendet auf jeder Plattform die native UI und unterstützt GPU-beschleunigtes Rendering
  • Die Anwendung ist so aufgebaut, dass sie sofort nach der Installation gestartet werden kann, und folgt der Zero Configuration Philosophy

Installation und Ausführung

  • macOS-Nutzer können die Binärdatei direkt herunterladen und ausführen
  • Linux-Nutzer können zwischen Paketinstallation und Build aus dem Quellcode wählen
    • Auf der offiziellen Website werden Links zu Download und Build from Source bereitgestellt

Dokumentation der Hauptfunktionen

  • Keybindings: Unterstützt benutzerdefinierte Keybindings über die Konfigurationsoption keybind
  • Color Theme: Bietet Hunderte von integrierten Themes; separate Themes für Light-/Dark-Mode sind möglich
  • Configuration: Mit Hunderten von detaillierten Konfigurationsoptionen lassen sich Aussehen und Verhalten fein abstimmen
  • Terminal API (VT): Stellt Referenzdokumentation zu Steuersequenzen und Terminal-Konzepten für Entwickler von Terminal-Anwendungen bereit

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-03-02
Hacker-News-Kommentare
  • Ich bin der ursprüngliche Autor von Ghostty. Es sind ein paar Jahre vergangen, und ich bin überrascht, dass es wieder auf der HN-Startseite gelandet ist. Ich möchte ein paar wichtige Updates teilen
    Heutzutage ist libghostty viel interessanter. Es wird bereits in mehreren freien und kommerziellen Terminalprojekten als Backend verwendet. Eine entsprechende Liste gibt es unter awesome-libghostty.
    Wie ich schon bei der ersten Ankündigung 2023 gesagt habe, ist das Ziel der Aufbau eines Ökosystems, in dem sich verschiedene Terminalemulatoren auf Basis eines gemeinsamen stabilen und performanten Kerns (libghostty) weiterentwickeln. Genau das passiert inzwischen. Mehr dazu unter libghostty is coming
    Bis etwa 2027 werden vermutlich viel mehr Nutzer Ghostty über libghostty verwenden als über die GUI. Davon profitieren beide Seiten. Je mehr libghostty genutzt wird, desto stabiler wird auch die Ghostty-GUI
    Ghostty für macOS verzeichnet derzeit rund eine Million Downloads pro Woche, und in Version 1.3 sollen wichtige Funktionen wie Suche (cmd+f) und Scrollbars hinzukommen.
    Außerdem wird Ghostty inzwischen von einer gemeinnützigen Organisation getragen und hat vor Kurzem begonnen, den ersten vier Mitwirkenden tatsächlich eine Vergütung zu zahlen. Die Finanzen sind vollständig öffentlich. Mehr dazu unter Ghostty non-profit
    Kurz gesagt: Für Ghostty ist das gerade eine sehr spannende Zeit

    • Mich würde interessieren, wie es ist, ein ziemlich großes Projekt in Zig zu pflegen. Zig hat sich zuletzt stark verändert; ich würde gern wissen, wie sich das auf die Entwicklung eines Terminalemulators ausgewirkt hat und ob der Wartungsaufwand dadurch gestiegen ist
    • Es ist interessant zu sehen, dass Terminalemulatoren seit dem Auftauchen von Tools wie Claude Code wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Früher hieß es oft: „Warum baust du ein Terminal, schau lieber in die Zukunft“, aber inzwischen höre ich oft eher, dass Leute das Terminal häufiger als den Browser benutzen. Die Welt ändert sich wirklich schnell
    • Mich interessiert der aktuelle Stand der Nutzung von libghostty im Browser. Es gibt Community-Projekte, die es nach wasm kompilieren, und ich würde gern einige TUI-zentrierte Funktionen ins Web bringen
    • Ich bin der Autor von Trolley. Dank libghostty war die Implementierung der Terminalfunktionen sehr einfach. Die meiste Zeit habe ich darauf verwendet, Features darauf aufzubauen. Danke
    • Ich habe heute Morgen das The Pragmatic Engineer-Interview gehört, und die frühen HashiCorp-Geschichten sowie der Weg an die Börse waren beeindruckend. Wenn du der Person, die die Maus herausgezogen hatte, nicht begegnet wärst, hätte dein Leben vielleicht anders ausgesehen. Ghostty ist seit dem letzten Jahr mein primäres Terminal
  • Ich habe mehrere Terminals ausprobiert und bin gerade dabei, mich von dem Mac zu lösen, also habe ich auch Ghostty getestet. Wegen des fehlenden Suchfeatures habe ich es aber aufgegeben. WezTerm kommt iTerm2 am nächsten, und das Rendering ist perfekt. Alacritty ist wegen fehlender Tabs unpraktisch, und tmux mag ich nicht, weil es zu viele Tasteneingaben erfordert. Ich schaue mich auch nach Linux-only-Terminals um. Empfehlungen willkommen

    • Es lohnt sich, Kitty noch einmal anzuschauen. Es hat auch einen quake-style-Terminal-Modus und lässt sich mit kittens erweitern. In der nächsten Version soll außerdem weiches Scrollen hinzukommen. Ich schätze auch Kovid sehr für seine kontinuierlichen Standardisierungsbemühungen
    • Ich liebe tmux nicht, aber es ist nützlich, weil ich auf mehreren Maschinen dieselbe Pane-Management-Oberfläche nutzen kann. Vor allem wegen der Integration mit neovim verwende ich es weiter
    • Ich empfehle auch das Foot-Terminal. Es ist das einzige Terminal mit einer Startzeit unter 50 ms. Man sollte es allerdings in einer Window-Manager-Umgebung ohne Tab-Bedarf verwenden
    • Ghostty hat auch Scrollback. Man muss in den Einstellungen nur auf den „tip“-Build wechseln. Er ist sehr stabil, und viele Bugs wurden bereits behoben
    • Auch Terminology ist erwähnenswert. Es nutzt eine auf Enlightenment basierende GUI, ist aber schnell und funktionsreich. Greg Kroah-Hartman verwendet es ebenfalls
  • Hier ist eine Zusammenstellung wichtiger älterer Threads zu Ghostty.
    Zum Beispiel: AI Usage Policy, Ghostty 1.0, Ghostty non-profit usw.
    Das ist ein Timeline-Archiv, mit dem man die Entwicklungsgeschichte von Ghostty auf einen Blick sehen kann

  • Die UI von Ghostty gefällt mir viel besser als die von Kitty. Allerdings kommt es bei SSH-Verbindungen häufig zu Darstellungsfehlern. Deshalb nutze ich für SSH-Arbeit weiterhin Kitty

    • Ich habe dasselbe Problem. Selbst das Kopieren von term-info löst es nicht vollständig. Aus Nutzersicht ist das eine ziemlich unangenehme Erfahrung
    • In der neuesten Version kann man es beheben, indem man in der Command Palette reset ausführt. Wenn man dafür einen Shortcut setzt, ist es praktisch
    • Es gab auch die Frage, was genau mit der UI von Kitty gemeint sei. Anders gesagt: Die Aussage, dass die UI von Ghostty besser sei, sei etwas vage
  • Ich hatte Ghostty früh ausprobiert, es dann aber wegen der fehlenden CMD+F-Suche aufgegeben. Beim Tailing von Logs ist das für mich eine unverzichtbare Funktion

    • In den aktuellen tip-Releases ist die Suchfunktion bereits enthalten. Siehe Issue #189 und Mitchells Tweet. Sie soll in Ghostty 1.3 offiziell kommen
  • Ich denke, die Fetischisierung von Tools ist ein Merkmal amateurhaften Denkens. Wichtig sind nicht die Tools, sondern Technik und Kreativität.

    • Tools unterscheiden sich aber je nach Workflow, daher ist es natürlich, dass neue Nutzer experimentieren. Ich selbst jage neuen Tools nicht mehr hinterher, seit ich meine Kombination aus vim+tmux gefunden habe
    • Dass Einsteiger auf Ausrüstung fixiert sind, stimmt schon, aber auch Profis diskutieren über die technischen Trade-offs von Tools. Das ist ein produktives Gespräch
    • Mich erinnert das an die Anekdote, wie Charlie Parker mit einem Plastik-Saxofon eine großartige Performance ablieferte. Letztlich zählt das Können (dazugehöriger Artikel)
    • Andererseits gibt es auch die Meinung, dass Kreativität, Beleuchtung und Bildkomposition letztlich ebenfalls Teil der Werkzeuge sind
    • Es gab auch Zustimmung dazu, dass es mit zunehmendem Alter schwieriger wird, Leidenschaft aufrechtzuerhalten, als solche Debatten zu führen
  • Ghostty hat bei SSH Probleme damit, dass top, ncdu usw. kaputt dargestellt werden. Man muss $TERM anpassen. Schade ist auch, dass es keine Funktion für temporäres Vollbild-Umschalten wie in iTerm gibt

    • Das lässt sich mit dem Shortcut toggle_split_zoom (cmd+shift+enter) lösen. Das entspricht dem Verhalten von iTerm. Auch eine Zoom-Funktion per Doppelklick wurde vorgeschlagen
    • Die Verwendung eines eigenen TERM ist bewusst so designt. Mit einer terminfo-Anpassung lässt sich das lösen
    • Ähnliche Probleme gab es auch bei Kitty oder urxvt. Das scheint ein strukturelles Problem des gesamten Terminal-Ökosystems zu sein
    • Es wäre schön gewesen, wenn $TERM ein Fallback-System wie ghostty:xterm-256color gehabt hätte, aber dafür sei es wohl schon zu spät
    • Über SSH geht es trotzdem noch oft kaputt. iTerm funktioniert einfach
  • Wenn man in Ghostty Ligaturen wie != deaktivieren will, kann man Folgendes in die Konfigurationsdatei eintragen

    font-feature = -dlig
    font-feature = -liga
    font-feature = -calt
    
    • In Ghostty 1.3 sollen einige Ligaturen standardmäßig deaktiviert werden
    • Oder man nutzt die 0xProto-Schriftart, dann löst sich das ganz natürlich. Klare Empfehlung
  • Beim Zugriff per SSH gibt es das Problem, dass manche Programme (z. B. less) Ghostty nicht erkennen. Mit der terminfo-Konfiguration lässt sich das aber leicht beheben. Hoffentlich wird das künftig standardmäßig in Linux-Distributionen enthalten sein

    • Trotzdem wirkt das SSH-Thema auf manche wie ein schwerwiegender Designfehler
    • Die Formulierung in der Doku, dass „die Welt veraltet ist und deshalb Ghostty nicht passt“, fand ich witzig. Aber auf jedem Remote-Server zusätzliche Konfiguration eintragen zu müssen, ist im Arbeitsalltag unpraktisch
  • Ich frage mich, wie es mit der Eingabelatenz aussieht. xterm ist immer noch am schnellsten

    • Laut diesem Benchmark hat Ghostty die höchste Eingabelatenz. Die zugehörige Diskussion gibt es hier
    • Ich bin eher überrascht, wie viel man mit einem Terminal überhaupt machen kann
    • Gemessen am Durchsatz ist Ghostty dank GPU-Beschleunigung schnell, ähnlich wie Alacritty und Ptyxis
    • Kitty wird reaktionsschneller, wenn man die Konfiguration anpasst
      repaint_delay 5
      input_delay 1
      sync_to_monitor no
      
    • Auf meinem 240-Hz-Monitor war die Input-Output-Latenz deutlich sichtbar. Deshalb bin ich wieder zu einem anderen Terminal zurückgekehrt