56 Punkte von davespark 2026-02-19 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Steph Ango (kepano), CEO von Obsidian, hat auf einer Seite offengelegt, wie er Obsidian nutzt und wie sein persönlicher Vault aufgebaut ist.

Zentrale Philosophie

  • Bottom-up-Ansatz + Akzeptanz von Chaos und Faulheit → so gestaltet, dass auf natürliche Weise eine emergente Struktur entsteht
  • Philosophie File over app → Der Vault ist letztlich nur ein einfacher Dateiordner, um Abhängigkeit von einer App zu vermeiden und ein dauerhaftes digitales Archiv zu hinterlassen
  • Ein konsistenter Stil komprimiert Hunderte zukünftiger Entscheidungen zu einer einzigen → verbessert die Konzentration

Wichtige Merkmale & Regeln

  • Ordner werden so wenig wie möglich verwendet (die meisten Notizen liegen im Root, keine Verschachtelung)
  • Die Organisation wird statt über Ordner über Kategorie-Eigenschaften + Obsidian Bases gelöst
  • Interne Links werden extrem häufig genutzt → beim ersten Auftauchen immer sofort als [[Link]]
  • Unresolved links (Links zu noch nicht existierenden Notizen) werden aktiv als Breadcrumbs für künftige Verbindungen genutzt
  • Datumsformat immer YYYY-MM-DD
  • Tags/Kategorien nur im Plural verwenden
  • Für Aufgaben wird nur eine einzige wöchentliche To-do-Liste gepflegt (jede Woche neu, Altes wird verworfen, wenn man sich nicht mehr daran erinnert)
  • Bewertungen nutzen eine Skala von 1 bis 7 (7=Perfect/das Leben verändernd, 5=Good, 1=Evil)

Wichtige Bausteine

  • Root-zentriert: Journal, Essays, Evergreen Notes (Objektivierung von Kernideen)
  • References: Notizen zu externen Objekten wie Büchern, Filmen oder Personen (Titel = Dateiname)
  • Clippings: Speichern von Auszügen aus Texten und Artikeln anderer
  • Daily: Daily Notes (YYYY-MM-DD, nur für Links)
  • Attachments: Bilder und Dateien
  • Templates: Wiederverwendbare Vorlagen

Workflow-Highlights

  • Fractal journaling: Gedanken sofort in ultrakurzen Notizen (YYYY-MM-DD HHmm) festhalten → nach einigen Tagen zusammenfassen → monatlich/jährlich überprüfen → das Leben verbindet sich wie ein fraktales Netz
  • Random revisit: Zufällige Notiz öffnen + lokalen Graph ansehen → Verbindungen pflegen und warten (Automatisierung wird abgelehnt: „Verständnis sollte man nicht delegieren“)
  • Properties: Nur ein Minimum an Metadaten wie created, author, genre, rating wird nachlässig ergänzt
  • Web-Publishing: Texte direkt in Obsidian schreiben → mit GitHub + Jekyll/Netlify automatisch eine Website erzeugen (stephango.com läuft genau so)

Zusammenfassung in einem Satz

„Ein Vault-System, das Chaos akzeptiert und sich statt auf Ordner und Automatisierung auf Links, Konsistenz und manuelle Verbindungen konzentriert, um ein Netzwerk von Gedanken zu schaffen, das sich mit der Zeit selbst verknüpft.“

Für Menschen, die Obsidian intensiv nutzen, ist das eine sehr praktische und zugleich philosophische Vorlage, die man mindestens einmal ausprobieren sollte. (Das Vault-Template kann direkt über GitHub heruntergeladen werden)

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