- Das von Thomas Dohmke, dem ehemaligen GitHub-CEO, gegründete Unternehmen will eine Entwicklerplattform der nächsten Generation aufbauen, auf der Menschen und Agenten gemeinsam zusammenarbeiten, lernen und deployen können
- Sie besteht aus drei Kernelementen: Git-kompatible Datenbank, universelle Semantic-Reasoning-Schicht und AI-native SDLC
- Als erstes Produkt wurde die Open-Source-CLI
Entire CLI, die mit Git integriert ist, vorgestellt; sie versioniert automatisch den Arbeitskontext von Agenten
- Mit dem Konzept der CheckPoints werden die Kontexte von Agenten automatisch als Versionsdaten in Git gespeichert; außerdem lassen sich Reasoning-Prozesse nachvollziehen, Token effizienter nutzen und mehrere Sessions unterstützen
- Unterstützt werden Anthropic Claude Code und Google Gemini CLI; Codex und Cursor CLI sollen ebenfalls folgen
Wandel des Softwareentwicklungsparadigmas
- In den vergangenen Monaten sind verschiedene agentische Coding-Modelle erschienen, darunter Anthropic Claude Code, OpenAI GPT-5.3-Codex und Cursor Composer 1.5
- Entwickler steuern mehrere Agenten gleichzeitig in verschiedenen Terminalfenstern
- Spezifikationsgetriebene Entwicklung (spec-driven) rückt ins Zentrum der Codegenerierung
- Agenten erzeugen und bewerten parallel Hunderte Codevarianten, wodurch die Geschwindigkeit der Codeproduktion das menschliche Verständnis übersteigt
- Das heutige Entwicklungsmodell rund um Issue-Tracking, Git und Pull Requests wurde jedoch für die Zusammenarbeit von Menschen entworfen und passt nicht zum AI-Zeitalter
- Zentralisierte API-Kapazitäts- und Geschwindigkeitslimits senken die Effizienz von Agenten
- Bestehende Systeme sind strukturell schwer auf ein AI-zentriertes Produktionsmodell umzustellen
- Deshalb wird ein neues „Fließband“-Entwicklungssystem benötigt, das zu einer Zeit passt, in der Maschinen die wichtigsten Codeproduzenten sind
Vision und Struktur von Entire
- Entire will eine Entwicklerplattform der nächsten Generation schaffen, auf der Menschen und Agenten gemeinsam zusammenarbeiten, lernen und deployen können
- Die Plattform besteht aus drei zentralen Bausteinen
- Git-kompatible Datenbank: integriert Code, Absichten, Einschränkungen und Reasoning in ein einziges Versionsverwaltungssystem
- Universelle Semantic-Reasoning-Schicht: unterstützt die Zusammenarbeit mehrerer Agenten über einen Kontextgraphen
- AI-native SDLC: neu gestalteter Entwicklungslebenszyklus für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Agenten
- Das Projekt erhielt eine Seed-Finanzierung über 60 Millionen US-Dollar unter Führung von Felicis; beteiligt sind außerdem Madrona, M12, Basis Set, 20VC, Cherry Ventures, Picus Capital und Global Founders Capital
- Zu den Angel-Investoren gehören Gergely Orosz, Theo Browne, Jerry Yang, Olivier Pomel und Garry Tan
Erstes Produkt: Entire CLI und Checkpoints
- Derzeit sind Agenten-Sessions flüchtig; Prompts und Reasoning-Inhalte im Terminal verschwinden mit dem Ende der Session
- Git zeichnet nur Codeänderungen auf und bewahrt nicht den Kontext, warum eine Änderung vorgenommen wurde
- Checkpoints sind eine neue Grundeinheit zur Lösung dieses Problems und speichern den Kontext von Agenten automatisch als Versionsdaten in Git
- Beim Commit wird die gesamte Session zusammen aufgezeichnet, einschließlich Prompts, Dateiveränderungen, Token-Verbrauch und Tool-Aufrufen
- Diese Daten bilden die Grundlage für die Semantic-Reasoning-Schicht und können pro Branch durchsucht werden
- Die wichtigsten Vorteile von Checkpoints
- Nachvollziehbarkeit (Traceability): der Reasoning-Prozess hinter von Agenten erzeugten Änderungen kann überprüft werden
- Effizientere Reviews: geprüft werden nicht nur Diffs, sondern auch Absichten und Einschränkungen
- Bessere Übergabe von Arbeit: Arbeit kann ohne erneutes Ausführen von Prompts fortgesetzt werden
- Weniger Token-Verschwendung: frühere Änderungen werden gelernt, um wiederholte Fehler zu vermeiden
- Unterstützung für mehrere Sessions und Agenten: parallele Zusammenarbeit von Agenten wird möglich
- Aktuell werden Anthropic Claude Code und Google Gemini CLI unterstützt; Codex und Cursor CLI sollen später hinzukommen
Funktionsweise und Installation
- Checkpoints arbeiten als Git-bewusste CLI und schreiben zu jedem von einem Agenten erzeugten Commit ein strukturiertes Checkpoint-Objekt
- Es ist mit der Commit-SHA verknüpft und zeichnet Codeänderungen und Reasoning-Prozess gemeinsam auf
- Metadaten werden in einem separaten Branch (
entire/checkpoints/v1) gespeichert und dienen als append-only Audit-Log
- Die Installation erfolgt in zwei Schritten
curl -fsSL https://entire.io/install.sh | bash ausführen
- Im Repository mit dem Befehl
entire enable das Projekt einrichten
- Danach werden Agenten-Sessions automatisch strukturiert aufgezeichnet
Open-Source-Veröffentlichung und Zusammenarbeit mit der Community
- Entire CLI ist auf GitHub als Open Source veröffentlicht und wurde unabhängig sowie portabel entworfen, damit alle Agenten und Modelle sie nutzen können
- Checkpoints bieten derzeit Nachverfolgbarkeit und Aufzeichnungsfunktionen, sollen sich künftig aber zu einem gemeinsam genutzten Speicher zwischen Agenten weiterentwickeln, um Zusammenarbeit und Kontextübergabe zu ermöglichen
- Das Entwicklerteam sammelt Community-Feedback über Discord und GitHub Discussions und will die künftige Roadmap gemeinsam erarbeiten
- Mit dem Satz „No more stealth. We are building in the open.“ wird die Philosophie offener Entwicklung betont
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