1 Punkte von GN⁺ 2026-02-06 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Der Flock-CEO bezeichnet in einem Video die konkurrierende Gruppe Deflock als „Terrororganisation“
  • Die Aussage wurde offenbar in Form eines öffentlichen Interviews oder Präsentationsvideos aufgezeichnet
  • Über den Inhalt des Videos hinaus werden kein zusätzlicher Kontext, keine Belege und keine Reaktionen geliefert
  • Weder die Position oder Gegenrede von Deflock noch Details zu einem damit zusammenhängenden Vorfall werden erwähnt
  • Derzeit lässt sich offenbar nur die Aussage des CEO selbst bestätigen

Überblick über das Video

  • Das Video ist vor allem um die Aussage des Flock-CEO herum aufgebaut
  • Es enthält die Aussage des CEO, in der Deflock als „Terrororganisation“ bezeichnet wird
  • Hintergrund, Gründe und Zeitpunkt der Aussage sind weder in der Videobeschreibung noch in Untertiteln erkennbar

Zusätzliche Informationen

  • Abgesehen vom Video sind keine Pressemitteilungen, Artikel oder offiziellen Stellungnahmen verlinkt
  • Eine Reaktion von Deflock oder eine Einschätzung externer Stellen wird nicht erwähnt
  • Insgesamt wirkt es wie ein kurzes Video, das sich auf eine einzelne Aussage konzentriert

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-02-06
Hacker-News-Kommentare
  • Die Aussage „Ich bin dankbar, dass wir uns in einer demokratischen und kapitalistischen Gesellschaft vor Gericht streiten können“ klingt ziemlich ironisch.
    Flock ist dank 658 Millionen Dollar VC-Finanzierung und einem Netzwerk von Lobbyisten in der Lage, gegen Menschen ohne Geld Lawfare zu betreiben.
    Ein Blick auf die Investitionshistorie von Flock Safety zeigt klar, woher diese Macht kommt.

    • „Felony contempt of business model“ ist schon schwach.
      Inzwischen leben wir offenbar in einer Welt, in der Unternehmen sogar wegen „terroristischer Verachtung des Geschäftsmodells“ klagen.
      Dazu ist die Analyse der EFF lesenswert.
    • Es geht nicht einfach nur um Geld.
      Immer deutlicher zeigt sich eine Realität, in der sogar Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte nur noch denen zugestanden werden, die politisch auf Linie sind.
    • Demokratie oder Marktwirtschaft bedeuten nicht automatisch die amerikanische Klagegesellschaft.
      Gerade die Aussage „Man kann die Gerichte wie ein Spiel nutzen, um zu bekommen, was man will“ scheint die eigentliche Haltung offenzulegen.
    • Die Betonung von „Demokratie“ dürfte für Investor Relations nicht besonders gut sein.
      Schließlich stammt ein Großteil ihrer Finanzierung von Andreessen Horowitz.
    • Man möchte fast sagen: „Klagt nur, Flock.“
      Am Ende fehlt dieses Geld dann eben bei Einstellungen und Produktentwicklung.
      Im Idealfall würde im Rahmen der Discovery auch noch ans Licht kommen, mit wem der CEO eng verbunden ist.
  • Die Stadt Mountain View hat die Installation von Flock kürzlich gestoppt.
    Der Grund: Flock hatte eine Funktion zur Datenfreigabe ohne Genehmigung aktiviert, und andere Behörden durchsuchten die Daten von Mountain View.
    Laut einem Artikel von Malwarebytes war auf 29 Kameras die Funktion „statewide lookup“ 17 Monate lang aktiv, und mehr als 250 Behörden führten 600.000 Suchanfragen durch.
    Auch in Staunton, VA, wurde die Installation nach den E-Mail-Aussagen des CEO gestoppt.
    Siehe dazu den Bericht der ACLU.

    • San Marcos in Texas hat das System ebenfalls kürzlich deaktiviert, und Santa Clara County steht kurz davor.
      In Evanston, Illinois, wurde es im September wegen Verstößen gegen das Datenschutzrecht des Bundesstaats gestoppt, und in Eugene, Oregon, soll die Polizei es abgeschaltet haben, worauf Flock es wieder einschaltete.
      Termine von Stadtratssitzungen zur Flock-Überwachung in den USA sind auf alpr.watch zu finden.
    • Es wäre gut, eine Datenbank mit Kommunen zu haben, die solche Systeme verboten haben.
      Orte wie Camden, NJ, wo Drohnen 12 Stunden lang fliegen, würde ich besonders gern meiden.
      Städte, die verfassungsmäßige Freiheiten respektieren, würde ich gern mit meinen Ausgaben als Tourist belohnen.
    • Es ist immer wieder komisch, wenn Unternehmen, die Gesetze und Normen routinemäßig missachten, sich darüber beschweren, es herrsche „Gesetzlosigkeit“, sobald sich jemand gegen sie stellt.
  • Die Aussage des CEO, „DeFlock ist eine Terrororganisation und will Chaos stiften“, hat mich überrascht.
    Soweit ich weiß, macht DeFlock in Wirklichkeit nur Kamerastandorte öffentlich und versucht, lokale Regierungen zum Verzicht auf Flock zu bewegen.

    • Dass Autoritäre ihre Gegner „Terroristen“ nennen, ist ein immer wieder vorhersehbares Muster.
      Mehr Kontext dazu bietet auch ein Artikel in Foreign Affairs.
    • Es ist schon seltsam, wie in den USA die Gleichung „Antifa = schlecht“ zum Mainstream geworden ist.
      Wer sich als „anti-Antifa“ bezeichnet, ist letztlich gegen Antifaschisten, also faschistisch.
    • In deutschen Wohnvierteln kleben Antifa-Sticker an jeder Straßenlaterne.
      In der aktuellen Stimmung wirkt das fast eher wie ein Symbol von Sicherheit.
    • „Sie stehen der Antifa nahe“ bedeutet am Ende nur: „Sie sind antifaschistisch, und deshalb schlecht.“
      Das ist eine zutiefst autoritäre Logik.
    • Wörter wie „Terrorist“, „Rassist“, „Kolonialist“ oder „Faschist“ werden heute zunehmend entleert.
      Sie werden wahllos benutzt, unabhängig von ihrer eigentlichen Bedeutung, und man hat das Gefühl, dass die Sprache selbst zerfällt.
  • Eine Kamera, die auf Menschen gerichtet ist, steht für „Law & Order“,
    aber eine Kamera, die auf eine Kamera gerichtet ist, soll eine „Terrororganisation“ sein — ein ziemlicher Widerspruch.

    • Es ist die satirische Realität von „Wer die Überwacher überwacht, ist ein Terrorist“.
    • Der Zweck solcher Überwachungssysteme scheint nicht öffentliche Sicherheit zu sein,
      sondern eher die Angst von Milliardären vor der Masse zu beruhigen.
      Es sind Apparate, die Leuten wie Garrett Langley das Gefühl geben sollen, geschützt zu sein.
  • Liest man das vollständige Interview, sagt der CEO: „ACLU und EFF sind legitim, DeFlock aber sind Terroristen.“
    Dabei macht DeFlock offenbar nur, dass Kamerastandorte auf einer Karte eingetragen und auf Discord diskutiert werden.
    Das als „aggressiv“ zu bezeichnen, ist übertrieben.

    • „Ein aggressiver Ansatz? Passiver geht es doch kaum.“
    • In der Praxis haben Flock-Kameras viele technische Grenzen.
      Sie reduzieren Kriminalität vielleicht von 1000 Fällen auf 999.
      Wovor der CEO offenbar wirklich Angst hat, ist einfache, aber objektive Kritik
      also Ideen, die Investoren davon abhalten könnten, noch mehr Geld hineinzustecken.
      Flock ist letztlich einfach ein weiteres gescheitertes IT-Projekt,
      und die eigentliche Lösung besteht darin, gesetzliche Verbote ihrer Einführung zu schaffen.
  • Das von Benn Jordan erstellte Video zur Schwachstellenanalyse von Flock-Kameras ist lang, aber sehenswert.

    • Er ist nicht bloß ein Sicherheits-Hobbyist, sondern Musiker und Programmierer mit tiefem technischem Verständnis.
      Ich persönlich halte ihn für einen der besten Musiker/Entwickler der USA.
      (Auch der Link zu seinem Musikkanal wurde geteilt.)
    • Weitere Diskussionen zu diesem Video gab es auch in diesem Thread.
  • Ich bin überrascht, dass die Definition von „Terrorismus“ sich offenbar so weit verschoben hat.
    Früher musste man Bomben legen oder Angriffe großen Ausmaßes verüben, um als Terrorist zu gelten;
    heute reicht es offenbar schon, Überwachungskameras zu kritisieren.

    • Wenn man sich Law & Order vor und nach 9/11 ansieht,
      merkt man, wie sehr sich die Haltung der Polizei und die Aushöhlung individueller Rechte verändert haben.
    • Natürlich wird man für solches Verhalten nicht als Terrorist bezeichnet, wenn man das US-Militär oder ein Verbündeter ist.
    • Am Ende ist „Terrorist“ inzwischen einfach ein Etikett für Menschen, die man nicht mag,
      obwohl es echte Terroristen durchaus gibt.
    • Eigentlich hat sich der Begriff selbst nicht verändert;
      er wird nur von manchen unehrlich missbraucht.
  • Wenn schon das Kartieren von Flock-Kamerastandorten Terror sein soll, kommt einem fast der Gedanke: Dann kann man sie auch gleich zerstören.

    • Wenn das Beobachten von Überwachung Terror ist, warum ist dann die ursprüngliche Überwachung selbst kein Terror?
    • Wenn friedlicher Widerstand und Meinungsfreiheit unwirksam gemacht werden, bleiben am Ende nur extremere Optionen.
  • Nach diesem Video ist auch der letzte Respekt, den ich noch vor Flock hatte, verschwunden.
    Vor allem die Weitergabe von Daten an externe Behörden wie ICE ohne richterlichen Beschluss ist wirklich schockierend.

  • Ich möchte auf das Projekt des Institute for Justice zum Fourth Amendment hinweisen.
    Dieses Projekt umfasst auch die gerichtliche Anfechtung von Technologien wie Flock.
    Es gibt dort auch Verfahren zu Kennzeichenlesesystemen.
    Unter anderem deshalb spende ich an IJ. Dieses Video hat mich erneut daran erinnert, warum.