1 Punkte von GN⁺ 2026-02-05 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Beim Grundstück 221 Cannon Road in Wilton, Connecticut, kam es zu einem Immobilienbetrugsfall, bei dem es wiederholt ohne Zustimmung des tatsächlichen Eigentümers als Verkaufsobjekt inseriert wurde
  • Der Betrüger trat als Eigentümer auf, kontaktierte Makler und versuchte mithilfe von korrekten Grundstücksdaten und gefälschten Ausweisen einen Verkauf abzuwickeln
  • Der erste Versuch im Jahr 2024 wurde durch das Identitätsprüfungsverfahren eines Anwalts gestoppt, Anfang 2026 kam es jedoch zu zwei weiteren Versuchen
  • Diese Betrugsmasche zielt auf unbebaute Grundstücke (vacant land) und nutzt Fernabwicklung sowie öffentlich verfügbare Informationen aus
  • Der Autor betont als Schutzmaßnahmen für Grundstückseigentümer die Notwendigkeit einer „Betrugswarnungs-Registrierung“ und ausreichender Online-Sichtbarkeit

Überblick über den Vorfall

  • Das Grundstück an der 221 Cannon Road in Wilton, Connecticut, wurde 2015 von Fred Benenson und seinem Bruder gemeinsam gekauft und stand nie zum Verkauf
  • In den vergangenen Jahren versuchte jedoch dreimal ein Dritter, sich als Eigentümer auszugeben und das Grundstück zu verkaufen
  • In allen drei Fällen kam es nicht zu einem tatsächlichen Abschluss, weil Makler Unstimmigkeiten bemerkten oder anwaltliche Prüfungen griffen

Der erste Versuch (März 2024)

  • Ein Immobilienanwalt kontaktierte Fred per E-Mail und bat um Identitätsbestätigung bezüglich eines Immobilienverkaufs im Namen von „Fred und Ed Benenson“
  • Der Betrüger hatte über Zillow Kontakt zu einem Makler aufgenommen, telefonierte mit mitteleuropäischem Akzent und nannte korrekte Details wie die genaue Grundstücksfläche
    • Verwendete Fake-E-Mails: [email protected], [email protected]
    • Telefonnummer: (516) 828-0305
  • Der Makler besuchte tatsächlich das Grundstück, machte Drohnenfotos und eine Marktwertermittlung, und das Objekt war mehrere Tage auf verschiedenen Immobilienseiten gelistet
  • Es ging ein reines Barangebot ein, und der Betrüger unterzeichnete den Vertrag elektronisch
  • Als der Anwalt einen Ausweis verlangte, legte der Betrüger eine gefälschte Fahrerlaubnis des Bundesstaats New York vor, deren Foto jedoch eine völlig andere Person zeigte

Wie der Betrug aufflog

  • Der Anwalt stoppte die Transaktion, indem er über ein unabhängiges Prüfverfahren der Eigentumsverhältnisse die tatsächlichen Eigentümer ermittelte
  • Auch der Makler war ein Opfer und hatte alle Abläufe ordnungsgemäß befolgt
  • Die Textnachrichten des Betrügers fielen durch höfliche, aber unnatürliche Formulierungen, das Meiden von Vor-Ort-Terminen und die Bevorzugung indirekter Kommunikation auf

Meldung an das FBI und Reaktion

  • Der Betroffene meldete den Fall dem FBI und sammelte dazu gefälschte Ausweise, SMS-Verläufe, E-Mails, Telefonnummern und anwaltliche Unterlagen
  • Das FBI verlangte jedoch nur eine einzelne schriftliche Einreichung, danach gab es keinerlei Rückmeldung
  • Der Anwalt prüfte Maßnahmen, im Grundbuch bzw. bei den Grundstücksunterlagen eine eidesstattliche Betrugswarnung (affidavit) zu hinterlegen, damit künftige Transaktionen einen Warnhinweis auslösen

Der zweite und dritte Versuch (Februar 2026)

  • Zwei Jahre später meldeten sich erneut zwei Immobilienmakler und teilten mit, dass derselbe Betrugsversuch wieder laufe
    • Ein Makler wurde über Instagram-DM kontaktiert und erkannte den Betrug über eine Rückfrage im Bekanntenkreis
    • Ein anderer Makler von Berkshire Hathaway bemerkte während der Prüfung Warnzeichen und brach den Vorgang ab
  • Als Reaktion auf diese wiederholten Versuche wurde ein öffentlicher Blogbeitrag veröffentlicht, damit künftige Makler den Fall bei einer Suche finden können

Wie der Betrug mit unbebauten Grundstücken funktioniert

  • Suche nach lastenfreien Grundstücken über öffentliche Register oder Zillow
  • Kontaktaufnahme mit Maklern unter Vortäuschung der Eigentümerschaft, Abwicklung nur per E-Mail und SMS
  • Gefälschte Ausweise, Druck zu einem schnellen Abschluss und Manipulation des Kontos für die Kaufpreisüberweisung
  • Bei aufkommendem Verdacht wird der Kontakt sofort abgebrochen
  • In einigen Fällen wurden sogar ohne Wissen der Eigentümer Häuser gebaut
    • Beispiel: Im nahegelegenen Fairfield wurde ein Haus im Wert von 1,5 Millionen Dollar unerlaubt errichtet

Schutzmaßnahmen

  • Durch die Eintragung eines Fraud-/No-Authority-Hinweises kann eine Betrugswarnung sichtbar gemacht werden
    • Beispiele: Owner Affidavit, Notice of Non-Authority, Fraud Alert
  • Mit Google Alerts lassen sich Online-Veröffentlichungen zur Adresse überwachen
  • Eigene Identität online auffindbar machen, damit Dritte den tatsächlichen Eigentümer verifizieren können
    • Der Autor nennt dies als einen der Gründe, warum der Anwalt den Fall 2024 schnell lösen konnte

Fazit

  • 221 Cannon Road stand nie zum Verkauf und ist auch derzeit nicht auf dem Markt
  • Wenn Immobilienprofis zu dieser Adresse kontaktiert werden, sollten sie die Eigentümer direkt verifizieren

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