1 Punkte von GN⁺ 2026-01-28 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • In Südgriechenland gefundene 430.000 Jahre alte Holzwerkzeuge und ein in Südengland entdeckter 500.000 Jahre alter Knochenhammer verlegen den Zeitpunkt der Werkzeugherstellung durch den Menschen deutlich weiter nach vorn
  • Diese Artefakte zeigen, dass frühe Menschen vor Homo sapiens bereits über ausgefeilte technische Fähigkeiten verfügten
  • Das Forschungsteam erklärte, dass als Hersteller mit hoher Wahrscheinlichkeit frühe Neandertaler oder Homo heidelbergensis infrage kommen
  • Die Holzwerkzeuge wurden an der Fundstätte Marathousa 1 im Becken von Megalopolis in Griechenland ausgegraben und zusammen mit Tierknochen von Elefanten, Flusspferden und anderen Arten in Ablagerungen am Seeufer entdeckt
  • Der Fund gilt als wichtiger Hinweis zum Verständnis des prähistorischen Ursprungs der menschlichen Intelligenz

Die ältesten in Europa entdeckten Holz- und Knochenwerkzeuge

  • Zwei Studien belegen, dass frühe Menschen in Europa bereits Hunderttausende Jahre vor dem Auftreten von Homo sapiens Werkzeuge herstellten
    • In Südengland wurde ein 500.000 Jahre alter Hammer aus Elefanten- oder Mammutknochen ausgegraben
    • In Südgriechenland wurden 430.000 Jahre alte Holzwerkzeuge entdeckt, die nun als ältester bislang bekannter Nachweis von Holzwerkzeugen gelten
  • Nach Angaben der Forschenden zeigen diese Funde die technische Raffinesse früher Menschen
    • Katerina Harvati von der Universität Tübingen sagte, die Ergebnisse trügen zum Verständnis des prähistorischen Ursprungs der menschlichen Intelligenz bei
    • Silvia Bello vom Natural History Museum in London äußerte dieselbe Einschätzung

Die Werkzeugmacher und ihr zeitlicher Kontext

  • Die Artefakte aus beiden Studien wurden jeweils in Braunkohletagebaugebieten entdeckt
    • Als Hersteller werden frühe Neandertaler oder Homo heidelbergensis vermutet
  • Homo sapiens erschien vor etwa 300.000 Jahren in Afrika; die ältesten Spuren in Europa sind ein 210.000 Jahre altes Fossil aus Griechenland
    • Als vor 40.000 Jahren Menschen in Großbritannien siedelten, hatten dort bereits andere Menschenarten rund eine Million Jahre lang gelebt

Die Fundstätte der Holzwerkzeuge: Marathousa 1

  • Die Holzartefakte wurden an der Fundstätte Marathousa 1 im Becken von Megalopolis in Griechenland entdeckt
    • Die Schicht wurde auf das Mittelpleistozän (vor etwa 478.000 bis 424.000 Jahren) datiert
  • An der Fundstätte wurden außerdem ein Teilskelett eines Waldelefanten, Überreste von Schildkröten, Vögeln, Nagetieren und Flusspferden sowie Steinwerkzeuge zum Zerlegen gefunden
  • Unter Dutzenden Holzstücken zeigten zwei Exemplare Spuren einer Bearbeitung zu Werkzeugen
    • Eines wurde als Grabwerkzeug aus einem Stück Erlenholz, das andere als Schnitzwerkzeug aus einem Pappel- oder Weidenzweig identifiziert

Vergleich mit früheren Rekorden

  • Archäologie ist ein Fachgebiet, das bestehende Datierungsrekorde laufend aktualisiert; auch dieser Fund steht in dieser Entwicklung
  • Der zuvor bekannte älteste Nachweis bearbeiteten Holzes war eine 2019 an den Kalambo-Fällen in Sambia entdeckte 476.000 Jahre alte ineinandergreifende Holzkonstruktion
    • Sie wird als Teil einer Behausung oder Plattform gedeutet
  • Organische Artefakte, insbesondere pflanzliche Materialien, sind weit fragiler als Steinwerkzeuge und viel schwerer zu finden

Bedeutung für die Erforschung der technologischen Evolution des Menschen

  • Die beiden neuen Studien liefern eine Grundlage dafür, den Ursprung der Werkzeugherstellung und den Zeitpunkt der technologischen Evolution des Menschen neu zu definieren
  • Sie belegen, dass die Fähigkeit zur Herstellung komplexer Werkzeuge aus Holz und Knochen bereits vor Hunderttausenden Jahren existierte
  • Solche Funde gelten als wichtige archäologische Belege für die Kontinuität der menschlichen Intelligenz- und Technikentwicklung

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