- Das polnische Stromnetz wurde von einer neuen Wiper-Malware (DynoWiper) angegriffen, die mutmaßlich mit Russland in Verbindung steht, doch die Stromversorgung wurde nicht beeinträchtigt
- Der Angriff ereignete sich Ende Dezember 2025 und gilt als Versuch, die Kommunikation zwischen Anlagen für erneuerbare Energien und Verteilnetzbetreibern zu stören
- Das Sicherheitsunternehmen ESET analysierte die Malware als destruktiven Wiper, der Daten dauerhaft löscht, und stellte Ähnlichkeiten mit den Taktiken und Techniken der russischen staatlichen Hackergruppe Sandworm fest
- Der Angriff erfolgte zum 10. Jahrestag des Hacks auf das ukrainische Stromnetz von 2015; damals waren Berichten zufolge rund 230.000 Menschen sechs Stunden lang von einem Stromausfall betroffen
- DynoWiper scheiterte zwar daran, tatsächlich den Strom abzuschalten, doch der Vorfall unterstreicht erneut Russlands Cyberangriffsfähigkeiten und die Verwundbarkeit der europäischen Energieinfrastruktur
Wiper-Malware-Angriff auf das polnische Stromnetz
- Forschende erklärten, dass das polnische Stromnetz Ziel eines Wiper-Malware-Angriffs geworden sei, der höchstwahrscheinlich von staatlichen russischen Hackern verbreitet wurde
- Der Angriff wird als Versuch gewertet, den Betrieb der Stromversorgung zu stören
- Reuters berichtete, dass der Cyberangriff in der letzten Dezemberwoche stattfand und die Kommunikation zwischen Anlagen für erneuerbare Energien und Verteilnetzbetreibern stören sollte, jedoch scheiterte
- Die beim Angriff eingesetzte Malware wurde DynoWiper genannt und soll Code und Daten auf Servern dauerhaft löschen, um den Betrieb vollständig lahmzulegen
- ESET erklärte nach der Analyse der Taktiken und Techniken (TTP), dass starke Ähnlichkeiten zu früheren Aktivitäten der Sandworm-APT bestünden, und ordnete die Tat mit mittlerer Zuversicht (medium confidence) Sandworm zu
Frühere Angriffe von Sandworm
- Sandworm ist eine Hackergruppe, die als vom Kreml unterstützt gilt und wiederholt destruktive Cyberangriffe durchgeführt hat
- Beim Angriff auf das ukrainische Stromnetz im Dezember 2015 waren rund 230.000 Menschen sechs Stunden ohne Strom; der Vorfall gilt als erster dokumentierter Stromausfall durch Malware
- Die damals eingesetzte Malware BlackEnergy drang in SCADA-Systeme ein und nutzte legitime Funktionen, um die Stromverteilung zu unterbrechen
- ESET erwähnte, dass der aktuelle Angriff in Polen zum 10. Jahrestag dieses Vorfalls erfolgte
- Russische Hacker haben in der Vergangenheit wiederholt maßgeschneiderte Wiper-Malware eingesetzt
- 2022 wurden mit dem Wiper AcidRain 270.000 Satellitenmodems in der Ukraine lahmgelegt
- 2025 wurden mehrere Wiper gegen Universitäten und kritische Infrastruktur eingesetzt
NotPetya und Russlands Geschichte mit Wipern
- Der bekannteste Fall des russischen Einsatzes von Wipern ist der Vorfall NotPetya von 2017, der ursprünglich auf die Ukraine zielte, sich aber weltweit ausbreitete
- Der Angriff verursachte weltweit Schäden in Höhe von rund 10 Milliarden US-Dollar bei Regierungen und Unternehmen
- NotPetya gilt als kostspieligster Cybervorfall der Geschichte
Warum DynoWiper scheiterte
- Warum DynoWiper den Stromausfall nicht auslösen konnte, ist nicht eindeutig geklärt
- Der Artikel nennt zwei Möglichkeiten
- Russland könnte einen begrenzten Angriff beabsichtigt haben, um eine direkte Reaktion von Polens Verbündeten zu vermeiden
- Oder die Cyberabwehrsysteme könnten die Ausführung der Malware blockiert haben
- Weitere konkrete technische Details oder zusätzliche Informationen zum Ausmaß des Schadens wurden nicht veröffentlicht
Bedeutung des Vorfalls
- Der Vorfall zeigt, dass Russlands Cyberangriffskapazitäten weiterhin aktiv sind
- Zugleich rückt er erneut die Notwendigkeit stärkerer Sicherheitsmaßnahmen für Europas Energieinfrastruktur in den Fokus
- DynoWiper ist eine neue Form von Wiper-Malware, die verstärkte Sicherheitsforschung und robustere Abwehrsysteme gegen ähnliche Angriffe in Zukunft erforderlich macht
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