- Nach den rekordverdächtigen Winterstürmen wurde in ganz Kalifornien erstmals seit 25 Jahren ein Anteil von 0 % „ungewöhnlich trockener Gebiete“ festgestellt
- 14 von 17 großen Stauseen im ganzen Bundesstaat liegen bei mehr als 70 % ihres Füllstands, und das Waldbrandrisiko wird nahezu als null eingestuft
- Laut Daten des U.S. Drought Monitor ist dies das erste Mal seit Dezember 2000, dass der gesamte Bundesstaat wieder einen vollständig normalen Feuchtigkeitszustand erreicht hat
- Wissenschaftler warnen jedoch, dass sich extreme Wetterschwankungen durch den Klimawandel künftig weiter verschärfen werden
- Das aktuelle Phänomen ist ein typisches Beispiel für den Klimamechanismus „atmospheric sponge effect“, der die Bedeutung eines langfristigen Klimarisikomanagements zeigt
Stand der Dürre-Entwarnung in Kalifornien
- Zum ersten Mal seit 25 Jahren gibt es in ganz Kalifornien weder Dürre noch ungewöhnlich trockene Gebiete
- Grundlage sind die neuesten Daten des U.S. Drought Monitor
- Starke Winterstürme und Atmospheric Rivers in den vergangenen Wochen haben die Böden durchfeuchtet und die Reservoirs gefüllt
- UC-Klimawissenschaftler Daniel Swain sagte, das aktuelle Waldbrandrisiko liege „praktisch nahe null“
- Nach Angaben des Department of Water Resources halten 14 der 17 wichtigsten Stauseen mehr als 70 % ihrer Kapazität
- Für den Rest dieses Jahres gibt es kaum Sorgen um Wasserknappheit
Vergleich mit früheren Dürreperioden
- Die letzte Dürre in Kalifornien dauerte von Februar 2020 bis Oktober 2023 rund 1.300 Tage
- Im Oktober 2023 galten noch 0,7 % des Bundesstaats als „ungewöhnlich trocken“
- Davor gab es zwischen 2012 und 2016 eine schwere Dürre
- Ein Zustand von 0 % Trockenheit wurde nun erstmals seit Dezember 2000 erreicht
Klimawandel und der „atmospheric sponge effect“
- Wissenschaftler erklären, dass der Klimawandel den Wechsel zwischen extremen Niederschlägen und extremer Dürre, den sogenannten „hydroclimate whiplash“, verstärkt
- Eine wärmere Atmosphäre lässt mehr Feuchtigkeit aus Böden und Pflanzen verdunsten und verschärft damit Dürren, speichert zugleich aber mehr Wasserdampf und fördert Starkregen
- Dieses Phänomen wird als „atmospheric sponge effect“ bezeichnet und bedeutet, dass mit zunehmender Erwärmung die Ausschläge zwischen extremer Nässe und extremer Trockenheit größer werden
- Swain warnte, dass diese Entwicklung „künftig zu noch extremeren Wetterschwankungen führen wird“
Jüngste Klimamuster und Waldbrandrisiko
- 2022 bis 2023 erlebte Mammoth Mountain einen extrem feuchten Winter mit der größten Schneemenge seiner Geschichte
- Im Herbst und Winter 2024 folgte jedoch eine rekordverdächtig trockene Phase, die im Januar 2025 in große Waldbrände (Palisades- und Eaton-Feuer) mündete
- Forschungen zufolge ist der rasche Übergang von Starkregen zu Trockenheit besonders in Südkalifornien gefährlich
- Gras und Buschwerk, die nach starken Regenfällen wachsen, werden in der Trockenzeit zu Brennmaterial für Waldbrände
- Aktuell liegt die Schneedecke in der Sierra Nevada bei 89 % des langjährigen Durchschnitts, während Schneedefizite im Einzugsgebiet des Colorado River die Wasserressourcen im Westen belasten
Ausblick
- Kurzfristig gelten Wasserressourcen und Waldbrandrisiko gleichermaßen als stabil
- Langfristig ist jedoch eine Zunahme extremer Klimaschwankungen unvermeidlich, und die Bevölkerung Kaliforniens muss sich auf die wiederkehrenden Muster des „climate whiplash“ einstellen
- Der aktuelle Fall ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich der Klimawandel auf Wassermanagement und Strategien zur Katastrophenbewältigung auswirkt
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