A$AP Rocky veröffentlicht das Musikvideo „Helicopter“ mit Gaussian Splatting
(radiancefields.com)- Das Musikvideo zu A$AP Rockys neuem Song „Helicopter“ setzt fast sämtliche Darsteller-Performances mit volumetrischem Capture und Gaussian Splatting um
- Für die Aufnahmen kam ein Array aus 56 RGB-D-Kameras von Evercoast zum Einsatz, das reale Performances in 3D aufzeichnete; im Anschluss wurde mit Houdini und OctaneRender gerendert
- Über CG Nomads GSOPs und internes Tooling von WildCapture wurden Sequenzierung, Relighting und physische Interaktionen der Splat-Daten umgesetzt
- Trotz der surrealen Anmutung des Videos basieren alle Szenen auf der physischen Performance realer Darsteller
- Das Projekt gilt als praxisnaher Einsatzfall von dynamischem Gaussian Splatting in Popmusikvideos und zeigt das Potenzial künftiger Echtzeit-3D-Videoproduktion
Überblick über die Produktion des Musikvideos „Helicopter“
- A$AP Rockys „Helicopter“ ist ein Musikvideo auf Basis von Radiance-Fields-Technologie, bei dem nahezu alle Darsteller-Performances volumetrisch erfasst wurden
- Das Video zeichnet sich durch chaotische Bewegungen und die Energie eines frühen MTV-Stils aus
- Die Figuren wurden als Dynamic Splats gerendert, um eine räumliche Tiefenwirkung zu erzeugen
- An dem Projekt waren unter anderem Evercoast, Grin Machine, WildCapture und Fitsū.ai beteiligt
- Evercoast übernahm das Performance-Capturing, Chris Rutledge von Grin Machine wirkte als CG-Supervisor mit
- Wilfred Driscoll von WildCapture unterstützte technisch bei zeitlicher Konsistenz und Motion Transfer
Volumetrischer Dreh und technische Umsetzung
- Die Aufnahmen fanden im August 2025 in Los Angeles statt, synchronisiert mit 56 RGB-D-Kameras von Evercoast und zwei Dell-Workstations
- Die Darsteller hingen an Seilen oder an Deckenstangen und führten physische Stunts aus
- Rotorblätter des Hubschraubers oder Requisiten wurden durch echte Holzkonstruktionen ersetzt, um in einem realistischen Setup zu drehen
- Insgesamt wurden 10 TB Rohdaten gesammelt und zu rund 30 Minuten Splat-Video gerendert
- Das finale Ergebnis wurde als PLY-Sequenzen im Umfang von etwa 1 TB ausgegeben
Pipeline in der Postproduktion
- Die Postproduktion erfolgte in Houdini, wo mit CG Nomads GSOPs die Splat-Daten bearbeitet und sequenziert wurden
- Mit OTOYs OctaneRender waren Final Rendering und Relighting möglich
- Die Houdini-Integration von Octane ist inzwischen ausgereift genug, um Schatten und räumliche Tiefe darzustellen
- Blender wurde für Layout und Previsualisierung eingesetzt
- Splat-Sequenzen wurden in schlanke Proxy-Caches umgewandelt und für die Szenenplanung genutzt
- Mit internem Tooling von WildCapture wurden Skeletons aus Pose Estimation erzeugt, um Kollisionen und Physiksimulationen zu unterstützen
Echtzeit-Vorschau und Produktionseffizienz
- Das System von Evercoast liefert räumliches Echtzeit-Feedback direkt am Set
- Die Regie kann unmittelbar nach dem Dreh eine meshbasierte Vorschau prüfen und später über einen Web-Player das vollständige Splat-Rendering begutachten
- Noch vor dem Download der großen Datenmengen lassen sich nur die benötigten Szenen gezielt zur Nachbearbeitung auswählen
- Dieser Workflow ähnelt eher einer Simulation als klassischer Filmproduktion und ermöglicht schnelle sowie kosteneffiziente kreative Arbeit
Reale Performance und visuelle Täuschung
- Ein Teil des Publikums hielt das Video fälschlich für KI-generiert, doch alle Szenen basieren auf der physischen Performance realer Darsteller
- Stunts, Sprünge und Stürze wurden vollständig in realen Räumen ausgeführt
- Dank volumetrischem Capture lassen sich Kameraperspektiven neu anordnen und räumliche Kontinuität aufbrechen, was den künstlichen Eindruck verstärkt
- Die Radiance-Field-Technologie ersetzt die Realität nicht, sondern dient dazu, reale Bewegung und realen Raum zu bewahren
Frühere Zusammenarbeit von A$AP Rocky mit Radiance Fields
- A$AP Rocky hatte bereits im Musikvideo zu „Shittin’ Me“ aus dem Jahr 2023 NeRF und die Instant-NGP-GUI eingesetzt
- „Helicopter“ gilt nun in dieser Entwicklungslinie als groß angelegter Praxiseinsatz von dynamischem Gaussian Splatting
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
YouTube-Video-Link
Leider hat er dafür kaum Aufmerksamkeit bekommen. Laut Discord haben ihn schließlich zu viele Artists nur noch für Musikvideos in diesem Stil angefragt, sodass er das Projekt am Ende aufgegeben hat, statt musikalisch weiter zusammenzuarbeiten
Dieses Musikvideo wurde mit einer Kombination aus GSOPs und OTOY OctaneRender produziert.
Wenn dich die Technik interessiert, schau dir die offizielle Website oder das GitHub-Repository an
In Tools wie Houdini können Artists diese Technik nutzen, um virtuelle Kameras frei zu bewegen
Dank der Schlüsselarbeit von 2023 und Fortschritten bei GPU- und differenzierbarer Programmierung scheint das inzwischen auch in der Praxis nutzbar zu sein
Besonders beeindruckt hat mich die Stelle „Die Daten wurden in Houdini importiert, mit GSOPs bearbeitet und mit OctaneRender final gerendert“
Meine Arbeiten
Lässt sich die ursprüngliche Wirklichkeitsnähe erhalten, wenn man Beleuchtung oder Schatten neu setzt oder Teile der Szene verändert?
Wenn Filmproduktion sich immer stärker in Richtung Mehrkameraaufnahme plus Nachbearbeitung bewegt, könnte eine Zeit kommen, in der Menschen als Gaussian Splats und Hintergründe per Greenscreen verarbeitet werden
Trotzdem entwickelt sich die Technik schnell weiter, und volumetrische Erfassung wird sich ziemlich sicher etablieren.
In statischen Umgebungen ist die Qualität bereits sehr hoch, wie dieses Beispiel zeigt
Wenn dir die Musik nicht gefällt, kannst du es auch stumm ansehen
Videolink