1 Punkte von GN⁺ 2026-01-17 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ausgehend von einer Person, die am Flughafen laut Videos ansah, wurde eine Web-App entwickelt, die Umgebungsgeräusche zurückspiegelt
  • Die App funktioniert, indem sie über das Mikrofon aufgenommene Geräusche mit etwa 2 Sekunden Verzögerung wiedergibt, sodass die betroffene Person ihre eigenen Geräusche hört und sie von selbst reduziert
  • Der Entwickler nutzte Claude AI, um mit einem einzigen Prompt eine funktionsfähige Version zu erzeugen
  • Der Name wurde vom ähnlichen Projekt „ShutTheFuckUp“ übernommen, die Umsetzung erfolgte mit der Web Audio API
  • Veröffentlicht unter der MIT-Lizenz, frei nutzbar für alle

Projektüberblick

  • STFU ist eine einfache Webanwendung, die laute Umgebungsgeräusche erkennt und dieselben Geräusche mit etwa 2 Sekunden Verzögerung wiedergibt
    • Die Idee entstand aus einer Situation am Flughafen, in der jemand Reels-Videos laut abspielte und dabei lachte
    • In einer Situation, in der es schwer war, die Person direkt zu ermahnen, wurde mit dem Zurückspiegeln des Tons reagiert
  • Die App wurde mithilfe von Claude AI mit einem einzigen Prompt als fertige Version erzeugt und funktioniert tatsächlich

Funktionsweise

  • Der Beschreibung zufolge nutzt sie die Phänomene auditory feedback loop und kognitive Dissonanz
    • Wenn Nutzer ihre eigene Stimme oder ihre eigenen Geräusche leicht verzögert erneut hören, hören sie natürlich mit dem Sprechen auf
    • Der Entwickler sagt, er sei zwar kein Neurowissenschaftler, aber dass „die Leute leiser werden“ reiche ihm völlig

Name und Herkunft

  • Der ursprüngliche Projektname war „make-it-stop“,
    nach dem ähnlichen Projekt „ShutTheFuckUp” von Tim Darcet wurde der Name jedoch in STFU geändert
    • „Es war der bessere Name, also habe ich ihn geklaut“

Technische Umsetzung

  • Eine App in Form einer einzelnen HTML-Seite auf Basis der Web Audio API
    • Die wichtigsten Dateien sind index.html, README.md, LICENSE
    • Der Sprachanteil im Repository beträgt HTML 100%

Lizenz und Link zur nutzbaren Web-App

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-01-17
Hacker-News-Kommentare
  • Diese App ist wirklich lustig
    Wenn ich Leute sehe, die auf Lautsprecher telefonieren, tue ich absichtlich so, als würde ich mich am Gespräch beteiligen. Dann schauen sie mich meistens irritiert an, schalten den Lautsprecher aus und wechseln zu Kopfhörern. Funktioniert bestens
    Bei Leuten, die laut Reels oder Ähnliches anschauen, werfe ich ein gespieltes Lachen oder einen Kommentar ein. Dann wird es ihnen unangenehm und die meisten hören auf. Am Ende will ich auch einfach nur Ruhe

    • Ein Freund von mir arbeitet als AV-Techniker bei Veranstaltungen, und am Mischpult gibt es einen Knopf namens „The Suck Button“. Wenn man den drückt, bekommt der DJ auf den Monitoren einen um einen Halbton abgesenkten Hall-Sound zu hören, was die Ohren völlig durcheinanderbringt. Damit bekommt man einen DJ, der seine Zeit überzogen hat, innerhalb von 30 Sekunden von der Bühne. Einmal hatte ein DJ allerdings seine Monitore stummgeschaltet und vier Warnungen gar nicht bemerkt
    • Ich kann mich mit dieser Art Vorgehen inzwischen auch identifizieren. Wer an öffentlichen Orten den Lautsprecher benutzt, hat die Öffentlichkeit im Grunde schon zum Gespräch eingeladen. Wenn ich dann reagiere, wird es ihnen unangenehm und sie ändern ihr Verhalten
    • Was ist, wenn die andere Person gefährlich ist? Wenn sie soziale Normen ohnehin schon ignoriert, könnte sie auch gewalttätig werden
    • Ich bin früher mal zu einem Typen hingegangen und habe laut gesagt: „Mr. Smith? Die Regierung ist bereit!“ Die Wirkung war eindeutig
    • So etwas selbst zu machen, war auch immer eine kleine Fantasie von mir. Mutige Aktion
  • In billigem TikTok-Stil mit „Es gibt zwei Arten von Menschen …“ gesagt: Meine Frau hat die Lautstärke ihres Handys immer auf Maximum. Dabei ist der Lautsprecher furchtbar schlecht
    Ich verstehe auch die Leute nicht, die beim Wandern allein mit einem Bluetooth-Lautsprecher Musik laufen lassen. Wenn man allein in der Natur ist, sollte man Kopfhörer benutzen
    Dasselbe gilt für Lautsprechertelefonate mit voller Lautstärke an öffentlichen Orten. Handylautsprecher sind dafür gemacht, direkt am Ohr gehört zu werden, und so ist die Tonqualität auch besser
    Ich freue mich auf den Tag, an dem dank besserer Batterietechnik der Lärm von Rasentrimmern verschwindet. Ich komme mit lauten Geräuschen wirklich schlecht klar

    • In gemeinsam genutzten Räumen ein gewisses Maß an Höflichkeit zu erwarten, ist völlig normal. Andere zwangsbeschallen zu lassen ist egoistisch. Und es kostet nichts, das zu vermeiden
    • Mich nervt Lautsprechermusik beim Wandern auch total. Auf einem Campingplatz ist das okay, aber auf Trails ist es fast so störend wie Motorradlärm
    • Lärmverschmutzung ist im Grunde nicht anders als Passivrauchen. Kopfhörer gibt es für 4 Dollar, daher ist „Nicht jeder hat Kopfhörer“ keine sinnvolle Ausrede
    • Manche Menschen scheinen immer irgendeinen Hintergrundsound zu brauchen. Als wollten sie, dass sich ihr Leben wie ein Film anfühlt. Heute schlafen viele statt mit dem Fernseher mit Podcasts ein
    • In Cafés und Restaurants ist die Musik inzwischen oft so laut, dass Gespräche schwierig werden. Lärmverschmutzung ist ein echtes Problem
  • Vielleicht bin ich in der Minderheit, aber ich verstehe nicht, warum man lieber so eine App benutzt, statt einfach höflich darum zu bitten

    • In einem Café hatte ein Mann laut ein Video auf seinem Handy laufen, und alle fühlten sich gestört. Eine ältere Dame ging zu ihm und sagte: „Entschuldigung, könnten Sie das bitte etwas leiser machen?“ Er antwortete: „Oh, tut mir leid“ und machte es sofort leiser. Mit einem einfachen Gespräch war das Problem gelöst
    • In der U-Bahn kann daraus aber auch ein Streit entstehen. Manche suchen absichtlich Ärger, deshalb kann es gefährlich sein
    • Ich halte das für so eine Art „Rachefantasie von Technikern“. Wahrscheinlich eher eine Geschichte für die Vorstellung als etwas, das wirklich umgesetzt wurde
    • Hast du schon mal tatsächlich jemandem gesagt, er solle leiser sein? Die meisten reagieren nicht höflich
    • Viele schaffen das wegen sozialer Ängste nicht. Sie fürchten Ablehnung oder sich zu blamieren. Wer auf Fremde zugehen und höflich etwas sagen kann, hat ohnehin schon ziemlich gute soziale Fähigkeiten
  • Wie bei „Alles Alte wird wieder neu“ muss ich an die Speech Jamming Gun denken, die japanische Forschende entwickelt haben
    Verwandter Artikel

    • Um das Sprechen von Menschen zu stören, ist entscheidend, ihnen ihre eigene Stimme mit ein paar hundert Millisekunden Verzögerung zurückzuspielen. Zwei Sekunden Verzögerung wären wohl zu lang und würden in der Praxis weniger stören
    • Die App des OP zielt eher auf soziale Bewusstmachung als auf kognitive Störung. Sie blockiert das Sprechen selbst nicht
    • Früher wollte ich so eine Funktion auch direkt ins Smartphone integrieren, um endlose Telefonate schneller zu beenden
    • Dazu gibt es auch eine mit dem Ig Nobel ausgezeichnete Erfindung
  • Bei uns in der Firma halten manche Leute Meetings auf der Toilette ab. Sie telefonieren, während sie ihr Geschäft erledigen, und im Hintergrund hört man die Toilettenspülung. Kulturelle Unterschiede hin oder her, das ist unangebracht

    • In der von Robert Caro geschriebenen LBJ-Biografie gibt es auch so eine Geschichte. LBJ soll mit seiner Toiletten-Verhandlungstaktik Druck auf andere ausgeübt haben
    • Unser früherer CTO hat das auch gemacht, und ich habe mir dann absichtlich den Spülzeitpunkt passend gelegt, um ihn zu ärgern
    • Ich mache das zwar nicht, aber ich kann die Erschöpfung von Leuten verstehen, die den ganzen Tag in Meetings festhängen. Vielleicht ist das einfach das Ergebnis davon, dass Alltag und Meetings komplett ineinander übergehen
    • Illegal wäre auch ein tragbarer Störsender, um Telefonate abzubrechen. In den USA drohen dafür allerdings Geldstrafen und Gefängnis
    • Mein früherer Chef war auch so, und wenn man während eines Kundengesprächs eine Toilettenspülung hört, leidet die Glaubwürdigkeit. Vielleicht kamen deshalb irgendwann auch weniger Neukunden
  • Wirklich lustig. Ich denke, öffentliches Benehmen ist eher eine Frage der Kultur als des Muts.
    In meinem Land lassen die meisten es einfach durchgehen, wenn jemand laut ist. In den Niederlanden, in Deutschland oder in Skandinavien wird man dagegen direkt darauf hingewiesen

    • In Schweden weist man Einwanderer oder Ausländer sogar bei Kleinigkeiten zurecht, aber unter Einheimischen passiert das nie. In 25 Jahren habe ich das kein einziges Mal erlebt
  • Ich mache in solchen Situationen Folgendes: Ich tue so, als hätte die andere Person es nicht bemerkt, und helfe scheinbar
    Zum Beispiel sage ich zu jemandem, der in der Öffentlichkeit laut Reels abspielt: „Ihre Kopfhörer sind rausgerutscht, man hört alles!“
    Jemandem, der Müll liegen lässt und aussteigt, rufe ich hinterher: „Sie haben etwas vergessen!“ und reiche es ihm. So kommt es ganz natürlich zu einer Verhaltenskorrektur

  • Es ist schon bitter, dass jemand nicht einmal sagen kann, dass jemand zu laut ist, und stattdessen eine 12-zeilige JavaScript-App baut — und das dann noch zum Hit wird

    • Die Kommentare driften viel zu sehr in die Debatte ab, ob man beim Wandern Musik hören darf
    • Es gibt heute immer mehr antisoziale Menschen, mit denen man nicht reden kann. Bei denen lässt sich so etwas nicht mit Worten lösen
    • Kaum zu glauben, dass Twitter früher einfach nur eine statische Seite für 140-Zeichen-Nachrichten war
  • Eine meiner Lieblings-Web-Apps ist webcammictest.com; dort gibt es beim Mikrofontest eine Echo-Funktion mit 0, 1 und 3 Sekunden Verzögerung

  • Ich bin indischstämmiger Amerikaner. Ich habe meine Eltern hunderte Male gebeten, den Ton von Fernseher oder Videos leiser zu stellen, aber fünf Minuten später ist er wieder laut. Wahrscheinlich wollen sie einen Hörverlust nicht eingestehen
    Ich bin in den USA aufgewachsen und nehme Rücksicht auf andere, meine Eltern dagegen nicht. Wahrscheinlich ist das ein kultureller Unterschied. Wenn ich das nächste Mal nach Indien fahre, will ich diese App unbedingt ausprobieren

    • Umgekehrt sind auch geräuschempfindliche Menschen schwer auszuhalten. Sie erwarten, dass die Welt sich nach ihrem Maßstab richtet und still ist. Dann soll man eben Ohrstöpsel tragen