Veröffentlichter Verhandlungsverlauf: Das US-Reiseunternehmen CWT zahlte nach einem Ransomware-Angriff rund 4,5 Mio. US-Dollar
(threadreaderapp.com)-
Nach einer Infektion mit der Ragnar-Locker-Ransomware wurde der Fall durch eine Zahlung von 4,5 Mio. US-Dollar in Bitcoin gelöst
-
Auffällig ist, dass die Verhandlungen mit den Hackern fast wie ein Gespräch zwischen Geschäftspartnern verlaufen
-
Sie fordern 10 Mio. US-Dollar mit der Begründung, dass 30.000 Geräte infiziert wurden, und bieten dafür die Entschlüsselung sowie das Löschen aller von ihnen heruntergeladenen Daten von ihren Servern an
-
10 Mio. US-Dollar seien im Vergleich zu möglichen Klagen oder Reputationsschäden nach einer Veröffentlichung der Daten sogar günstig
-
Sie entschlüsseln einige Dateien „kostenlos“, um zu beweisen, dass sie tatsächlich entschlüsseln können
-
Wenn man sich innerhalb von zwei Tagen meldet, gebe es einen Sonderpreisrabatt, und sie fragen, ob 10 Mio. US-Dollar wirklich zu teuer seien
-
(Nicht im Screenshot sichtbar, aber vermutlich wurde ein um 20 % reduzierter Preis von 8 Mio. US-Dollar vorgeschlagen)
-
8 Mio. US-Dollar seien schwer aufzubringen, es sei denn, der Umsatz würde sich verdoppeln. Sofort verfügbar seien nur 3,7 Mio. US-Dollar in bar
-
Die 20 % seien bereits ein großer Rabatt, zusätzlich seien vielleicht noch 5 % möglich, aber dieser Preis sei schwierig. Wie wäre es mit etwa 4 Mio. US-Dollar: zuerst das Entschlüsselungstool, der Rest später, und dafür würden die vorhandenen Daten gelöscht?
-
Nach der Zahlung geben sie sogar Sicherheitstipps mit dem Hinweis: „Damit so etwas künftig nicht wieder passiert, empfehlen wir Folgendes“
-
Lokale Passwörter deaktivieren.
-
Administrator-Sitzungen zwangsweise beenden.
-
In der Gruppenrichtlinie den WDigest-Wert auf 0 setzen. Wenn
UseLogonCredentialauf 0 steht, wird nichts im Speicher abgelegt -
Passwörter monatlich ändern.
-
Die an Benutzer vergebenen Rechte prüfen, minimieren und den Zugriff nur auf die Anwendungen beschränken, die sie wirklich brauchen
-
In den meisten Fällen reicht Applocker aus, um alles zu schützen
-
Nur unbedingt notwendige Anwendungen zur Ausführung freigeben
-
Sich nicht nur auf Antivirus verlassen. Bei langfristigen Infektionen oder Angriffen mag es helfen, in den meisten Fällen aber nicht
-
EDR (Endpoint Detection and Response Security) installieren und die IT-Administratoren dazu anhalten, es zu nutzen
-
Für große Unternehmen werden mindestens drei Systemadministratoren empfohlen, die rund um die Uhr arbeiten; ausreichend wären wohl vier Administratoren in drei Schichten zu je acht Stunden pro Tag
- CWT ist ein spezialisiertes B2B-Reisemanagementunternehmen, das Geschäftsreisen, Meetings, Incentives und Messen für Firmen organisiert. Das 1994 gegründete Unternehmen beschäftigt 18.000 Mitarbeiter, ist in 145 Ländern aktiv und erzielt einen Jahresumsatz von ungefähr 1,8 Billionen KRW.
6 Kommentare
Die einen schuften wie die Deppen und verdienen so ihr Geld,
andere nehmen es sich einfach und verdienen damit Geld, hahaha
Subtile EDR-Werbung oder was? lol
Das ist wohl eine sehr teure Sicherheitsberatung.
Das scheint ein Sicherheitshinweis für Windows zu sein …
Die meisten Ransomware zielen ja auf Windows ab, haha.
Vor Kurzem geriet auch Garmin durch Ransomware in Schwierigkeiten, wodurch die Systeme mehrere Tage lang heruntergefahren waren und großes Chaos entstand; gelöst wurde das Ganze dann wohl mit einer Zahlung von mehreren Millionen Dollar. Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr sollte es offenbar auf Sicherheit achten.
https://engadget.com/garmin-cyber-attack-ransomware-payment-180211805.…