5 Punkte von GN⁺ 2026-01-11 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Fly.io hat mit Sprites ein neues Konzept eines persistenten Cloud-Computers vorgestellt, das bestehende Einweg-Sandboxes ersetzen soll
  • Erstellung in 1–2 Sekunden, mit automatischem Wechsel in den Leerlauf, Wiederherstellung von Checkpoints und 100 GB dauerhaftem Speicher
  • Es wird darauf hingewiesen, dass das bisherige zustandslose Containermodell für KI-Agenten (z. B. Claude) ineffizient ist, und die Notwendigkeit einer persistenten Umgebung betont
  • Als reales Beispiel wird vorgestellt, wie Claude auf einem Sprite eine SQLite-basierte Go-App (MDM) aufgebaut und über längere Zeit betrieben hat
  • Fazit des Artikels: „Die Ära der Sandboxes ist vorbei, die Ära der Wegwerf-Computer hat begonnen

Sprites: persistente Cloud-Computer - https://sprites.dev/

  • Fly.io bezeichnet das bisherige schreibgeschützte Sandbox-Modell als veraltet und stellt als Ersatz „Sprite“ vor
    • Mit dem Befehl sprite create wird innerhalb von 1 Sekunde eine Linux-Root-Shell erzeugt
    • Sprites verfügen über 100 GB dauerhaften Speicher und können bei Inaktivität automatisch in den Energiesparmodus wechseln und später wiederhergestellt werden
  • Mit sprite-env checkpoints create lässt sich sofort ein Checkpoint des gesamten Systems erstellen
    • Mit sprite checkpoint restore v1 erfolgt die Wiederherstellung innerhalb von 1 Sekunde; dadurch wird Versionsverwaltung auf Systemebene wie bei Git möglich
  • Wichtige Merkmale
    • Hunderte Instanzen lassen sich unkompliziert erzeugen
    • Automatische Abrechnungsunterbrechung (Idle metering) senkt die Kosten
    • Anycast-Netzwerkanbindung stellt HTTPS-URLs bereit
    • Vollständige Persistenz bleibt erhalten, bis eine explizite Löschung erfolgt

Claude und die Grenzen zustandsloser Container

  • Die meisten Cloud-Umgebungen basieren derzeit auf zustandslosen (stateless) Containern
    • Daten werden nur in externen Datenbanken gespeichert, um Einfachheit und Skalierbarkeit zu sichern
  • Für KI-Agenten wie Claude ist diese Struktur jedoch ungeeignet
    • Sie zeigen Verhalten, bei dem sie Container umgehen oder aus ihnen ausbrechen wollen, und verlangen Zugriff auf den gesamten „Computer“
  • Als Definition eines „Computers“ werden Persistenz (durability) und eine Umgebung, die nach der Arbeit nicht verschwindet, genannt
    • Heutige Sandboxes fehlen beide Eigenschaften

Einfachheit (Simple Wins)

  • In einer persistenten Umgebung ist ein Neuaufbau der Entwicklungsumgebung (node_modules usw.) nicht nötig
    • Die Branche investiert zig Millionen Dollar in Snapshot-Technologien, um genau dieses Problem zu lösen
  • Es gibt reale Infrastrukturen, in denen Agenten auf S3, Redis, RDS und andere externe Ressourcen zugreifen
    • Das ist ein Behelf, um das Nicht-Persistenz-Problem von Sandboxes zu umgehen
  • Sprites beseitigen diese Komplexität und bieten eine Umgebung, in der geschriebene Dateien einfach erhalten bleiben
  • Als Beispiel wird das Projekt Phoenix.new genannt, in dem ein auf Fly Machines basierender Agent App-Logs direkt beobachtet und Fehler behebt

Galaxy Brain Win: Verschmelzung von Entwicklung und Betrieb

  • Der Autor hat zusammen mit Claude eine SQLite-basierte Go-App (MDM) auf einem Sprite aufgebaut
    • Über eine Anycast-URL wurde sie als MDM-Registrierungs-URL genutzt
    • Claude hat sogar die Einrichtung des APNS-Zertifikats automatisch erledigt
  • Diese App läuft seit mehr als einem Monat stabil auf einem Sprite
    • Damit wird das Konzept „dev is prod, prod is dev“ verwirklicht
  • Die meisten Apps brauchen keine massiven Zugriffszahlen; wichtiger seien personalisierte persistente Apps
    • In einer solchen Struktur können Nutzer Funktionen direkt anfordern und sofort umgesetzt bekommen

Das Ende der Sandboxes und die Ära der Wegwerf-Computer

  • Fly.io entwickelt seit Langem eine horizontal skalierende Micro-VM-Plattform, doch das Sandbox-Modell stößt an seine Grenzen
  • Sprites ähneln Fly Machines, bieten aber einen neuen Storage-Stack und eine neue Orchestrierungsstruktur und benötigen kein Dockerfile
  • Zentrale Frage:
    > „Wenn man einen Agenten ausführen kann, möchte man dann nicht lieber eine sofort aufrufbare EC2-Instanz statt einer schreibgeschützten Sandbox?“
  • Schlussfolgerung: „Die Ära der Sandboxes ist vorbei, die Ära der Wegwerf-Computer hat begonnen.“

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