- Wiederherstellungsprojekt, das den gealterten Akku des Nokia N900 ersetzt, einen USB-C-Port hinzufügt und das Linux-Smartphone wieder in Betrieb nimmt
- Statt des ursprünglichen BL-5J-Akkus wird die Stromversorgung über Superkondensatoren realisiert, die passend für den Akkuschacht per 3D-Druck gefertigt wurden
- Während der Experimente traten Probleme wie beschädigte interne Partitionen und abgelöste Pads des USB-Ports auf; die Wiederherstellung gelang anschließend per SD-Karten-Boot und u-boot-Flashing
- Anstelle des beschädigten Micro-USB-Anschlusses wurde ein USB-C-Port direkt angepasst und eingebaut; durch Anschluss nur der Stromleitungen ist eine grundlegende Ladefunktion sichergestellt
- Das fertige Gerät spielt über den Open Media Player Online-Radio ab und zeigt das Wiederverwendungspotenzial alter Hardware
Projektüberblick
- Um ein altes Nokia N900 wieder funktionsfähig zu machen, wurden Akkuersatz, Stromversorgung und Porttausch durchgeführt
- Der ursprüngliche Akku war so weit gealtert, dass kein Booten mehr möglich war
- Ziel war es, das Gerät zu starten und in einen praktisch nutzbaren Zustand zurückzuversetzen
- Anstelle des vorhandenen Akkus wurde ein superkondensatorbasiertes Stromversorgungsmodul gebaut, um das Gerät mit Energie zu versorgen
- Anschließend wurde mit USB-C-Port-Tausch und SD-Karten-Boot-Konfiguration eine vollständige Reaktivierung angestrebt
Schritt 0: Machbarkeit prüfen
- Der Versuch orientierte sich an früheren Experimenten, bei denen ein Smartphone ohne Akku betrieben wurde
- Da ein neuer BL-5J-Akku nur schwer zu bekommen ist, wurde eine eigene Ersatzschaltung gebaut
- Das Signal des Temperatursensors wurde mit einem Widerstand nachgebildet
- Durch Verbindung einer +5V-Stromversorgung mit Superkondensatoren gelang der Bootvorgang
- Danach wurde ein kompakteres Strommodul geplant, das in den Akkuschacht passt
Schritt 1: Verbesserter „Akku“
- Zehn FM0H473ZF (0.047F)-Kondensatoren wurden parallel geschaltet und erreichten so etwa 0,5F Kapazität
- Mit einer 3D-gedruckten Vorlage ausgerichtet und verlötet
- Exakt passend für den Akkuschacht montiert
- Die Stromleitungen wurden durch die Öffnung der Trageschlaufe nach außen geführt
- Das System funktionierte, allerdings erwärmten sich die Kondensatoren; die Ursache blieb unklar
Interne Schäden und OS-Wiederherstellung
- Während der Stromversuche wurden interne Partitionen und das OS beschädigt
- Mögliche Ursachen sind plötzliche Stromunterbrechung oder Überspannung
- Die Wiederherstellung erfolgte durch Konfiguration von Maemo Leste zum Booten von der SD-Karte
- Der interne Speicher wurde dabei mit dem Bootloader überschrieben
Schritt 2: Versuch der Connector-Integration
- Es wurde versucht, den „Akku“ über den USB-Port mit Strom zu versorgen
- Die +5V-Leitung wurde vom USB-Anschluss zum Akku geführt
- Der vorhandene USB-Port war bereits zweimal nachgelötet worden und erwies sich als strukturell schwach
- Eine Diode wurde ergänzt, um Rückstrom zu verhindern und die Spannung auf etwa 4,3V anzupassen
- Das führte jedoch zu fehlerhafter Ladeanzeige und instabiler Stromversorgung
- Später löste sich das USB-+5V-Pad, was weitere Schäden am Board verursachte
- Dieses Pad war der einzige +5V-Anschlusspunkt und ließ sich nicht wiederherstellen
Schritt 3: Radikaler Austausch
- Es fiel die Entscheidung für den Austausch gegen einen USB-C-Port
- Die Position des vorhandenen Ports war schwer zugänglich, da er zwischen SD-Kartenleser und Mainboard eingeklemmt war
- Das äußere Gehäuse des Smartphones wurde mit einer Feile bearbeitet, damit der USB-C-Port passt
- Ein 6-poliger USB-C-Port wurde zugeschnitten und geschliffen, um in den verfügbaren Raum zu passen
- Wegen Platzmangels wurden die CC1/CC2-Pin-Widerstände (5.1Ω) nicht verbaut
- Daher können nur „dumme“ USB-A-auf-USB-C-Kabel Strom liefern
- Die Stromleitungen wurden durch einen Spalt im Metallrahmen zum Akkuschacht geführt
Schritt 4: Bau eines neuen „Akkus“
- Das Gehäuse des alten Akkus wurde zerlegt, um den Aufbau des Battery Control Module (BCM) zu untersuchen
- Der Akku selbst fungiert als Pluspol, während der Minuspol durch die Steuerplatine geführt wird
- Mit einem 3D-Drucker wurde ein neues Gehäuse hergestellt
- Große Kondensatoren, Diode, Verdrahtung, DuPont-Stecker und BCM wurden integriert
- Das fertige Bauteil ist etwas dicker als der Originalakku, dennoch lässt sich die Abdeckung schließen
- Der Bootvorgang funktioniert normal; das Laden der Kondensatoren dauert etwa 1 bis 2 Minuten
Ergebnis und Nutzung
- Das fertige Nokia N900 kann mit dem Open Media Player Online-Radio abspielen
- Es ist ein Beispiel für die Reaktivierung eines alten Linux-Smartphones mit modernen Bauteilen
- Es zeigt die Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Legacy-Geräten durch Hardware-Modding und 3D-Druck
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