2 Punkte von GN⁺ 2025-12-13 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Wiederherstellungsprojekt, das den gealterten Akku des Nokia N900 ersetzt, einen USB-C-Port hinzufügt und das Linux-Smartphone wieder in Betrieb nimmt
  • Statt des ursprünglichen BL-5J-Akkus wird die Stromversorgung über Superkondensatoren realisiert, die passend für den Akkuschacht per 3D-Druck gefertigt wurden
  • Während der Experimente traten Probleme wie beschädigte interne Partitionen und abgelöste Pads des USB-Ports auf; die Wiederherstellung gelang anschließend per SD-Karten-Boot und u-boot-Flashing
  • Anstelle des beschädigten Micro-USB-Anschlusses wurde ein USB-C-Port direkt angepasst und eingebaut; durch Anschluss nur der Stromleitungen ist eine grundlegende Ladefunktion sichergestellt
  • Das fertige Gerät spielt über den Open Media Player Online-Radio ab und zeigt das Wiederverwendungspotenzial alter Hardware

Projektüberblick

  • Um ein altes Nokia N900 wieder funktionsfähig zu machen, wurden Akkuersatz, Stromversorgung und Porttausch durchgeführt
    • Der ursprüngliche Akku war so weit gealtert, dass kein Booten mehr möglich war
    • Ziel war es, das Gerät zu starten und in einen praktisch nutzbaren Zustand zurückzuversetzen
  • Anstelle des vorhandenen Akkus wurde ein superkondensatorbasiertes Stromversorgungsmodul gebaut, um das Gerät mit Energie zu versorgen
  • Anschließend wurde mit USB-C-Port-Tausch und SD-Karten-Boot-Konfiguration eine vollständige Reaktivierung angestrebt

Schritt 0: Machbarkeit prüfen

  • Der Versuch orientierte sich an früheren Experimenten, bei denen ein Smartphone ohne Akku betrieben wurde
  • Da ein neuer BL-5J-Akku nur schwer zu bekommen ist, wurde eine eigene Ersatzschaltung gebaut
    • Das Signal des Temperatursensors wurde mit einem Widerstand nachgebildet
    • Durch Verbindung einer +5V-Stromversorgung mit Superkondensatoren gelang der Bootvorgang
  • Danach wurde ein kompakteres Strommodul geplant, das in den Akkuschacht passt

Schritt 1: Verbesserter „Akku“

  • Zehn FM0H473ZF (0.047F)-Kondensatoren wurden parallel geschaltet und erreichten so etwa 0,5F Kapazität
    • Mit einer 3D-gedruckten Vorlage ausgerichtet und verlötet
    • Exakt passend für den Akkuschacht montiert
  • Die Stromleitungen wurden durch die Öffnung der Trageschlaufe nach außen geführt
  • Das System funktionierte, allerdings erwärmten sich die Kondensatoren; die Ursache blieb unklar

Interne Schäden und OS-Wiederherstellung

  • Während der Stromversuche wurden interne Partitionen und das OS beschädigt
    • Mögliche Ursachen sind plötzliche Stromunterbrechung oder Überspannung
  • Die Wiederherstellung erfolgte durch Konfiguration von Maemo Leste zum Booten von der SD-Karte
    • Der interne Speicher wurde dabei mit dem Bootloader überschrieben

Schritt 2: Versuch der Connector-Integration

  • Es wurde versucht, den „Akku“ über den USB-Port mit Strom zu versorgen
    • Die +5V-Leitung wurde vom USB-Anschluss zum Akku geführt
  • Der vorhandene USB-Port war bereits zweimal nachgelötet worden und erwies sich als strukturell schwach
  • Eine Diode wurde ergänzt, um Rückstrom zu verhindern und die Spannung auf etwa 4,3V anzupassen
  • Das führte jedoch zu fehlerhafter Ladeanzeige und instabiler Stromversorgung
    • Später löste sich das USB-+5V-Pad, was weitere Schäden am Board verursachte
    • Dieses Pad war der einzige +5V-Anschlusspunkt und ließ sich nicht wiederherstellen

Schritt 3: Radikaler Austausch

  • Es fiel die Entscheidung für den Austausch gegen einen USB-C-Port
    • Die Position des vorhandenen Ports war schwer zugänglich, da er zwischen SD-Kartenleser und Mainboard eingeklemmt war
  • Das äußere Gehäuse des Smartphones wurde mit einer Feile bearbeitet, damit der USB-C-Port passt
  • Ein 6-poliger USB-C-Port wurde zugeschnitten und geschliffen, um in den verfügbaren Raum zu passen
    • Wegen Platzmangels wurden die CC1/CC2-Pin-Widerstände (5.1Ω) nicht verbaut
    • Daher können nur „dumme“ USB-A-auf-USB-C-Kabel Strom liefern
  • Die Stromleitungen wurden durch einen Spalt im Metallrahmen zum Akkuschacht geführt

Schritt 4: Bau eines neuen „Akkus“

  • Das Gehäuse des alten Akkus wurde zerlegt, um den Aufbau des Battery Control Module (BCM) zu untersuchen
    • Der Akku selbst fungiert als Pluspol, während der Minuspol durch die Steuerplatine geführt wird
  • Mit einem 3D-Drucker wurde ein neues Gehäuse hergestellt
    • Große Kondensatoren, Diode, Verdrahtung, DuPont-Stecker und BCM wurden integriert
  • Das fertige Bauteil ist etwas dicker als der Originalakku, dennoch lässt sich die Abdeckung schließen
  • Der Bootvorgang funktioniert normal; das Laden der Kondensatoren dauert etwa 1 bis 2 Minuten

Ergebnis und Nutzung

  • Das fertige Nokia N900 kann mit dem Open Media Player Online-Radio abspielen
  • Es ist ein Beispiel für die Reaktivierung eines alten Linux-Smartphones mit modernen Bauteilen
  • Es zeigt die Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Legacy-Geräten durch Hardware-Modding und 3D-Druck

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