53 Punkte von GN⁺ 2025-12-01 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Allein die Einführung von AI kann Geschäftsprobleme nicht lösen; wenn man ineffiziente Prozesse automatisiert, führt das nur dazu, dass man „Müll schneller produziert“
  • Unternehmen verwechseln AI mit einem Zauberstab, doch AI macht Organisationen nicht klüger, sondern ist lediglich ein Werkzeug zur Beschleunigung
  • Die einzige wirkliche Stärke von AI ist die Verarbeitung unstrukturierter Daten, doch die Prozesse, die auf solchen Daten beruhen, sind meist selbst unstrukturiert und nicht dokumentiert
  • Deshalb muss man vor dem Einsatz von AI Prozesse entwerfen und strukturieren und die Schritte Input, Transformation und Output klar definieren
  • Technologien ändern sich, aber die Prinzipien geschäftlicher Effizienz bleiben gleich; der Schlüssel zum Erfolg mit AI liegt letztlich in der Prozessoptimierung

Nicht AI-Strategie, sondern Optimierung von Geschäftsprozessen

  • Unternehmen diskutieren über eine „AI-Strategie“, aber tatsächlich gibt es nur Business Process Optimization (BPO)
    • AI ist keine eigenständige Strategie zur Lösung von Geschäftsproblemen, sondern ein Werkzeug, das bestehende Prozesse beschleunigt
    • Wenn man AI auf eine ineffiziente Struktur aufsetzt, skaliert man die Probleme nur schneller

Der Irrtum mit dem „Zauberstab“

  • Viele Unternehmen glauben, AI werde Ineffizienzen automatisch beseitigen, doch diese Annahme ist falsch
    • AI verleiht keine Intelligenz, sondern erhöht nur die Geschwindigkeit von Entscheidungen
    • Automatisiert man falsche Entscheidungen, entsteht lediglich ein System, das „mit Lichtgeschwindigkeit dumme Entscheidungen“ trifft
  • Wenn man AI auf bürokratische Prozesse wie komplexe Genehmigungsverfahren anwendet, baut man im Grunde einen Roboter, der genauso frustriert ist wie ein Mitarbeiter

Die Falle unstrukturierter Daten

  • AI ist die erste Technologie mit einer echten Stärke bei der Verarbeitung unstrukturierter Daten
    • E-Mails, Slack-Nachrichten, PDFs, Bilder und andere Daten, die herkömmliche Software nicht verarbeiten konnte, lassen sich interpretieren
  • Doch Prozesse, die auf solchen Daten basieren, sind meist unstrukturiert und informell
    • Beispiel: Kundenbeschwerden oder die Planung von Marketingkampagnen sind oft nicht dokumentiert und existieren nur im Kopf erfahrener Mitarbeiter
    • Früher mussten Menschen diese Aufgaben übernehmen, weil Computer sie nicht verarbeiten konnten; deshalb gibt es oft weder Flussdiagramme noch Standard Operating Procedures (SOPs)

Was nicht entworfen ist, lässt sich nicht automatisieren

  • Um AI einzusetzen, muss man Prozesse zuerst klar entwerfen und strukturieren
    • Um mit unstrukturierten Daten zu arbeiten, muss man dem Workflow selbst Struktur geben
  • Dafür braucht es drei Fragen
    1. Trigger: Wo entstehen die unstrukturierten Daten?
    2. Transformation: Was muss ein Mensch (oder AI) aus diesen Daten extrahieren oder interpretieren?
    3. Output: Wie wird das Ergebnis in strukturierte Systeme wie ERP oder CRM zurückgespielt?

Der Unterschied zwischen Geschwindigkeit und Intelligenz

  • AI macht Dinge nur schneller, nicht klüger
    • Beispiel:
      • Im bisherigen Vorgehen prüft ein Analyst 50 Verträge über drei Tage hinweg
      • Mit AI werden Risikoklauseln in drei Minuten extrahiert
    • Der Prozess selbst (Prüfung → Risikoidentifikation → Zusammenfassung) bleibt gleich, doch damit AI funktioniert, braucht es klar definierte Verfahren
    • Die intelligente Beurteilung, was überhaupt als „Risiko“ gilt, bleibt weiterhin Aufgabe des Menschen

Fazit: Der Prozess ist alles

  • Statt nach einem AI-Erlöser zu suchen, sollte man zum Whiteboard zurückkehren und die eigene Wertschöpfungskette neu prüfen
    • Vor allem menschenzentrierte, komplexe Bereiche mit unstrukturierten Daten sollten visualisiert werden, um Engpässe und Verschwendung zu erkennen
  • Erst wenn der Prozess einfach, logisch und robust geworden ist, lässt sich AI als Beschleuniger nutzen
  • Technologien ändern sich, die Prinzipien geschäftlicher Effizienz jedoch nicht
  • Am Ende dreht sich alles immer um den Prozess

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