- Ban-Rays ist ein experimentelles Gerät zur Erkennung von Smartglasses mit integrierter Kamera, das zwei Ansätze kombiniert: optische Reflexion und Analyse von Netzwerk-Signalen
- Der optische Ansatz nutzt Infrarotlicht auf das Objektiv, um die Reflexionseigenschaften des CMOS-Sensors (Cat-Eye-Effekt) zu erkennen, doch die Signale sind mit der aktuellen Hardware schwach und instabil
- Der Netzwerkansatz erkennt Meta Ray-Ban-Geräte auf Basis von Bluetooth Low Energy (BLE)-Advertising-Signalen und nutzt Hersteller-ID (0x01AB) sowie Service UUID (0xFD5F) für die Identifikation
- BLE-Signale werden hauptsächlich nur während Pairing oder beim Einschalten erfasst; für die Echtzeit-Erkennung während der Nutzung sind zusätzliche Techniken wie die Verfolgung von CONNECT_REQ-Paketen erforderlich
- Das Projekt ist ein experimenteller Ansatz für Datenschutzschutz und Erkennung von Überwachungsgeräten und zeigt Potenzial für präzisere Erkennung durch Hardware-Verbesserung und Signal-Musterlernen
Projektübersicht
- Ban-Rays ist ein brillenförmiges Gerät zur Erkennung von Smartglasses mit integrierter Kamera, das zwei Ansätze testet
- Optics (Optik): Klassifizierung von Kameraobjektiven über Lichtreflexion
- Networking (Netzwerk): Analyse von Bluetooth- und Wi-Fi-Signalen
- Bislang wird der auf BLE-basierten Geräte-Fingerabdruck (Fingerprinting)-Ansatz als einfachster und zuverlässigster Ansatz bewertet
- Beim ersten Prototyp wird der Soundeffekt „Secret Found“ aus The Legend of Zelda abgespielt, sobald ein Meta Ray-Ban BLE-Advertising erkannt wird
Optik – Optische Erkennung
- Wenn Infrarot (IR) auf das Kameraobjektiv gerichtet wird, kann die Kamera über die „Retroreflexion (retro-reflectivity)“ des CMOS-Sensors identifiziert werden
- In einer Studie von 2005 wurde dieses Prinzip genutzt, um „capture-resistant environments“ (aufnahmegeschützte Umgebungen) zu implementieren
- Eine Studie von 2024 beschreibt eine Methode, mit der einzelne Kameras anhand ihres Reflexionsmusters klassifiziert werden
- Frühere Arbeiten benötigen meist Kamera, Machine Learning und kontrollierte Winkel, während Ban-Rays ein auf Signaldaten basierendes Klassifizierungsmodell entwickelt und die Verwendung einer eigenen Kamera vermeidet
- Experimentelle Ergebnisse
- Rückkameras von Smartphones zeigen ein kurzes, spitzes Wellenform-Signal, Displays eine flachere Wellenform
- Im Meta Ray-Ban-Test sind die Signale schwach und instabil, daher ist die Unterscheidung mit der aktuellen Hardware schwer möglich
- Zwischen den LEDs 940nm und 850nm gibt es fast keinen Unterschied
- Verbesserungsansätze
- Der Benutzer sammelt Wellenformen, indem er das Ziel mit einem „links-rechts-oben-unten“-Scanmuster abtastet
- Im Vergleich von Meta Ray-Ban und normalen Aviator-Sonnenbrillen ist das Konzept zwar wirksam, aber weitere Tests sind nötig
- IR-Schaltkreis-Setup
- Verwendung von Arduino Uno, 940nm/850nm IR-LED, Photodiode, 2222A Transistor
- Geplante weitere Experimente
- Tests von Scanmustern
- Kombinieren von Daten nach Wellenlänge
- Prüfung der Strahlkollimation (Collimation)
Networking – Netzwerkbasierte Erkennung
- Versuch einer Erkennung des Meta Ray-Ban Geräte-Fingerabdrucks über BLE-Advertising-Signale
- Aktuell ist BLE-Traffic nur während Pairing, Einschalten oder Entnahme aus dem Case sichtbar
- Zur Erkennung von Kommunikation im aktiven Betrieb müssen CONNECT_REQ-Pakete mitverfolgt werden, doch das aktuell eingesetzte ESP32 unterstützt das nicht
- Der Einsatz eines nRF-Sniffer-Moduls könnte Verbesserungen bringen
- Die Erkennung von Bluetooth Classic (BTC)-Traffic erfordert teure Hardware
- Beispiel für ein erkanntes BLE-Advertising
- Hersteller-ID: Meta (0x01AB)
- Service UUID: Meta (0xFD5F)
- RSSI: -59 dBm
- MAC-Adressen werden randomisiert und sind für BLE-Erkennung nur begrenzt hilfreich
- Referenzmaterialien wurden genannt: Bluetooth Assigned Numbers, Wireshark-Dissector-Code, Netify-MAC-Brand-Data Links
- Geplante nächste Schritte
Dank
- Dank an Trevor Seets und Junming Chen für optische und BLE-spezifische Beratung sowie an Sohail für die Bereitstellung der Test-Meta-Ray-Bans
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Und das Wortspiel „der Kern dieses Ansatzes ist sound — eigentlich light“ fand ich wirklich bemerkenswert
Ich frage mich, wie es sich anfühlt, wenn jemand sein Handy in einem Winkel auf mich richtet und ich denke, dass er vielleicht gerade filmt
Ich gehöre zu der Generation vor der totalen Verbreitung von Smartphones, deshalb habe ich anfangs jede „Kamera“ um mich herum wahrgenommen, aber inzwischen ignoriere ich das einfach
Würde so etwas auch gegen Kamera-Brillen funktionieren? Also indem man den Sensor mit starkem IR-Licht übersteuert
Der Grund ist einfach: Wenn Meta diese Funktion in seine Brille einbaut, würde ich sie vielleicht sogar kaufen und alle anderen Features deaktivieren. Aber sie könnten auch euer Unternehmen übernehmen und die Funktion wieder entfernen. Deshalb braucht ihr einen Partner, der öffentliches Vertrauen schafft
Zum Beispiel mit Warnungen vor der Straße, Hinderniserkennung oder Hilfe beim Auffinden von Gegenständen — das könnte die Lebensqualität deutlich verbessern
Von den beiden vorgeschlagenen Ansätzen fände ich den mit Blockieren/Stören von Funksignalen interessant, falls er praktikabel ist