- Stellt ein Open-Source-Hardware- und Softwaretool bereit, das mit der optischen Diagnoseschnittstelle von Miele-Haushaltsgeräten kommunizieren kann
- Als kostenlose Alternative konzipiert, die die bisherige proprietäre Software Miele Diagnostic Utility (MDU) und den dedizierten Infrarotadapter ersetzt
- Das Projekt ist in drei Komponenten gegliedert: Protocol, TUI und Home, und unterstützt Diagnose, Tests sowie die Integration in die Heimautomatisierung
- Einige Modelle (z. B. G 651 I PLUS-3, W 2446) werden vollständig unterstützt; bei anderen Modellen kann die Kompatibilität über die Software-ID geprüft werden
- Bietet Home-Assistant-Integration und Erweiterbarkeit durch Entwicklung auf Rust-Basis und steht damit für die Öffnung eines bislang geschlossenen Diagnosesystems
Projektüberblick
- FreeMDU ist ein Open-Source-Hardware- und Softwaretool, um mit der infrarotbasierten Diagnoseschnittstelle von Miele-Haushaltsgeräten zu kommunizieren
- Bislang waren dafür ein proprietärer Adapter von Miele und geschlossene Software erforderlich
- FreeMDU wurde als frei zugängliche kostenlose Alternative entwickelt
- Ziel ist es, diese Schnittstelle für Diagnose und Home Automation zu öffnen
- Anders als bei der Miele Diagnostic Utility (MDU) ist keine Nutzung als registrierter Servicetechniker erforderlich
Komponenten
- Das Projekt besteht aus drei Hauptbestandteilen
- Protocol: Kern-Protokollbibliothek und Geräteimplementierungen
- TUI: Terminalbasiertes Tool für Gerätediagnose und Tests
- Home: Firmware für den Kommunikationsadapter einschließlich MQTT-Integration, kompatibel mit Home Assistant
- Jede Komponente kann unabhängig gebaut und verwendet werden
Unterstützte Geräte und Software-ID
- Bei der Verbindung über die Diagnoseschnittstelle gibt das Gerät eine 16-Bit-Software-ID zurück
- Diese ID identifiziert die Firmware-Version, ist aber nicht direkt einem bestimmten Modell oder Board-Typ zugeordnet
- Liste der derzeit bestätigten unterstützten Geräte
- 360: EDPW 223-A-Board, Position der Anzeige Check inlet (PC), vollständig unterstützt
- 419: EDPW 206-Board, Position der Anzeige Check inlet (PC), vollständig unterstützt
- 605: G 651 I PLUS-3, Position der Anzeige Salt (PC), vollständig unterstützt
- 629: W 2446, Position der Anzeige Check inlet (PC), vollständig unterstützt
- Ähnliche Modelle könnten kompatibel sein; für die Unterstützung neuer Geräte ist die Prüfung der Software-ID der erste Schritt
Verwendung
- Vor der Nutzung muss die Rust-Toolchain installiert werden
- Für die Verbindung mit einem Miele-Gerät muss ein Kommunikationsadapter gebaut werden
- Es gibt drei Hauptszenarien für die Nutzung
- Gerätediagnose und Tests: Home-Firmware im Bridge-Modus auf den Adapter flashen und TUI auf dem Desktop ausführen
- Integration in die Heimautomatisierung: Home-Firmware im Standalone-Modus flashen und mit Home Assistant verbinden
- Entwicklung eigener Tools: Im Bridge-Modus verbinden und mit dem Protocol-Crate eigene Software implementieren
Hinweise und Haftungsausschluss
- Das Projekt befindet sich in einem experimentellen Stadium; unsachgemäße Nutzung kann zu dauerhaften Schäden an Miele-Geräten führen
- Keine offizielle Verbindung zu Miele & Cie. KG; Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern
- Die Lizenz kann wahlweise Apache 2.0 oder MIT sein
- Für Beiträge gelten dieselben Bedingungen der Doppellizenzierung
Weitere Informationen
- Mehr zur proprietären Diagnoseschnittstelle von Miele und zum Reverse-Engineering-Prozess findet sich in einem separaten Blogbeitrag
- Das Verfahren zur Unterstützung neuer Geräte soll später bereitgestellt werden
- Im Originaltext sind keine weiteren Informationen enthalten
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Wirklich ein großartiges Projekt. Auch der Blogbeitrag, in dem erklärt wird, wie sie alles reverse-engineert haben, war spannend zu lesen
Das erinnert mich an meine Erfahrungen im Kampf mit meiner AEG-Waschmaschine. Die wichtigste Lehre daraus war, dass man ein verstecktes Fehlercode nur über ein undokumentiertes Verfahren anzeigen kann. Die Details habe ich in meinem Blogbeitrag festgehalten. Vielleicht baue ich als Nächstes selbst einen Open-Source-Diagnose-Dongle
Was uns fehlt, ist ein universelles Controller-Board zur Steuerung von Waschmaschinen. Genau das geht meistens kaputt, und der Austausch ist so teuer, dass man besser gleich eine neue Maschine kauft
Ich brauche einen neuen Geschirrspüler und ziehe einen deutschen Miele in Betracht. Ich habe zwar etliche Horrorgeschichten gelesen, denke aber trotzdem nicht ernsthaft über andere Marken nach
Bei meinem Miele-Geschirrspüler von 2014 ist die Wasserpumpe ausgefallen, also habe ich nach Ersatzteilen gesucht. Ich war beeindruckt, dass selbst Teile für Modelle vor 2008 noch produziert werden, aber die Preise sind extrem hoch. Zusammen mit Pumpe und Arbeitskosten hätte ich mir einen neuen Bosch aus der Mittelklasse kaufen können. Am Ende habe ich ihn durch einen Bosch ersetzt. Miele ist eine Marke wie Apple oder Porsche: teuer in der Anschaffung und teuer im Unterhalt. Trotzdem dürfte diese Erfahrung bei Kühlschränken hilfreich sein
Heißt das, man könnte mit einer starken IR-LED eine Waschmaschine stören?
Es gibt dazu auch den Beitrag Reverse Engineering the Miele Diagnostic Interface
Zeit zum Übertakten ... 10.000 RPM! Tolle Arbeit
Miele ist teuer, funktioniert aber gut. Nur die Qualität des Kundendienstes in den USA ist miserabel. Selbst große regionale Händler haben wegen der hohen Rückgabequote ihr Miele-Angebot reduziert. Die Produkte sind hervorragend, aber der Service ist wirklich enttäuschend. Deshalb freut mich solche Reverse-Engineering-Arbeit
Dieses Projekt freut mich und enttäuscht mich zugleich. Ich mag solche Versuche, weil ich selbst Reverse Engineering gern betreibe, aber für einen Moment dachte ich, Miele hätte seine Diagnosewerkzeuge Open Source gemacht, und war begeistert. Früher hat Miele schon einmal 3D-Modelle von Zubehör für Staubsauger veröffentlicht