- Apple und Google haben Funktionen eingeführt, mit denen sich Reisepässe zu den Wallet-Apps auf Smartphones hinzufügen lassen, was auf Veränderungen bei den Sicherheitsabläufen an Flughäfen hindeutet
- Der digitale Reisepass in Apple Wallet kann an 250 Flughäfen in den USA als Ausweis für Inlandsflüge verwendet werden, für internationale Flüge jedoch noch nicht
- Google aktiviert den digitalen Reisepass innerhalb weniger Minuten durch Scannen des Sicherheitschips im Pass und Verifizierung per Selfie-Video, Apple ergänzt dies um ein Verfahren zur Erkennung von Gesichtsbewegungen
- 12 Bundesstaaten und Puerto Rico erlauben es, digitale Führerscheine in Apple Wallet zu hinterlegen, einige Bundesstaaten betreiben eigene Apps
- Die Verbreitung digitaler Ausweise ist ein technologischer Wandel, der neben mehr Komfort zugleich Sorgen über die Nachverfolgung persönlicher Daten auslöst
Stand der Einführung digitaler Reisepässe
- Apple hat am 12. November die Funktion angekündigt, mit der sich Reisepässe zur Wallet-App hinzufügen lassen
- Diese digitale ID wird an 250 Flughäfen in den USA als gültiger Ausweis für das Boarding von Inlandsflügen anerkannt
- Für internationale Reisen kann sie nicht verwendet werden, und für den Fall von Problemen sollte man einen physischen Ausweis mitführen
- Google hat die Funktion für digitale Reisepässe für Android bereits 2024 eingeführt
- Mit Apples aktueller Ankündigung unterstützen nun beide großen Plattformen die Funktion für digitale Reisepässe
- Mehrere Bundesstaaten und Puerto Rico führen zudem digitale Führerscheine ein
So funktionieren digitale Reisepässe
- In Google Wallet wird die Identität überprüft, indem der Sicherheitschip auf der Rückseite des Reisepasses gescannt und ein Selfie-Video aufgenommen wird
- Nach der Verifizierung wird der Reisepass innerhalb weniger Minuten aktiviert
- In Apple Wallet werden die Fotoseite des Reisepasses und der Sicherheitschip gescannt und ein Selfie aufgenommen; anschließend folgt ein Schritt zur Erkennung von Kopfbewegungen
- Nach Abschluss der Prüfung ist der Reisepass einsatzbereit
Verbreitung digitaler Führerscheine
- 12 Bundesstaaten (Arizona, Kalifornien, Colorado, Georgia, Hawaii, Iowa, Maryland, Montana, New Mexico, North Dakota, Ohio und West Virginia) sowie Puerto Rico erlauben digitale Führerscheine für Apple Wallet
- In mindestens 8 dieser Bundesstaaten können sie auch in Google Wallet verwendet werden
- Einige Bundesstaaten (Arizona, Colorado, Georgia, Iowa, Maryland und West Virginia) unterstützen auch Samsung Wallet
- Arkansas, Louisiana, New York, Utah und Virginia verwalten Ausweise über eigens entwickelte Apps
- West Virginia bietet Führerscheine sowohl in einer App als auch in digitalen Wallets an
Verhältnis zu Real ID
- US-Reisepässe und ihre digitalen Versionen gelten automatisch als Real ID
- Ob digitale Führerscheine als Real ID anerkannt werden, hängt davon ab, ob der jeweilige Bundesstaat eine Bundeszulassung erhalten hat
- Auf Reisen sollte man eine physische Real ID oder einen Reisepass als Reserve mitführen
Bedenken beim Datenschutz
- Trotz des höheren Komforts werden Sorgen über eine zunehmende Nachverfolgbarkeit laut
- Jay Stanley von der ACLU weist darauf hin, dass digitale Ausweise eine online leichter nachverfolgbare digitale Identität schaffen könnten
- Er äußert die Sorge, dass die heutigen Datenschutzstandards dem Niveau neuer Technologien nicht gerecht werden
- Er erwähnt die Möglichkeit, dass Websites künftig statt einer einfachen Eingabe des Geburtsdatums zunehmend das Scannen eines Ausweises verlangen
- Er bewertet, dass im Flugverkehr der Datenschutz bereits durch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen wie Biometrie geschwächt wurde
- Zugleich warnt er, dass auch bei Verkehrsmitteln wie Zug oder Bus, bei denen bisher keine Identitätsprüfung nötig war, die Forderung nach digitalen Ausweisen zunehmen könnte
- Digitale Ausweise könnten „für alle zu einer virtuellen elektronischen Fußfessel werden“, womit auch ein potenzielles Überwachungsrisiko verbunden ist
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