- In Pakistan wurde ein Fall bekannt, bei dem eine Zeitung versehentlich einen Prompt für die KI-Erstellung zusammen mit dem Artikeltext abdruckte
- Der gedruckte Text war eine Anweisung an eine KI, den Artikel zu schreiben, und wurde offenbar im Redaktionsprozess nicht entfernt
- Der Vorfall wird als Beispiel dafür wahrgenommen, dass KI-Tools bereits in Redaktionen eingesetzt werden
- Der Twitter-Beitrag enthält ein Foto der Zeitungsseite, auf dem der betreffende Prompt deutlich zu sehen ist
- Der Fall gilt als Beispiel für die Grenzziehung zwischen KI-Nutzung und redaktioneller Qualitätskontrolle
Überblick über den Vorfall
- Der Twitter-Nutzer Omar Quraishi veröffentlichte ein Foto einer Zeitungsseite aus Pakistan
- Auf dem Bild ist über dem eigentlichen Artikeltext ein Prompt-Satz zu sehen, der einer KI Anweisungen zum Schreiben des Artikels gibt
- Bei diesem Satz handelt es sich nicht um normalen Artikelinhalt, sondern um einen Befehl, der in ein KI-Redaktionstool eingegeben wurde
Reaktionen im Netz
- Der Twitter-Beitrag erregte Aufmerksamkeit als nachlässige Folge des Einsatzes von KI
- Einige Nutzer bezeichneten ihn als Beleg dafür, dass in Medienhäusern bereits KI zur Artikelerstellung genutzt wird
- Abgesehen vom ursprünglichen Beitrag gibt es keine weiteren Erläuterungen oder eine offizielle Stellungnahme der Zeitung
Bedeutung
- Der Fall zeigt einerseits die Realität, dass KI-Tools in den Nachrichtenproduktionsprozess integriert werden, und unterstreicht zugleich die Bedeutung redaktioneller Prüfung
- Er gilt als einer der ersten bekannten Druckfälle, in denen ein KI-Prompt unverändert öffentlich sichtbar wurde
- Außer dem ursprünglichen Tweet gibt es keine zusätzlichen Informationen oder Folgeberichte
2 Kommentare
War das in Korea nicht längst schon Alltag?
Hacker-News-Kommentare
Tatsächlich wurde nicht der Prompt, sondern vom Chatbot erzeugter Resttext (fluff) gedruckt.
Der betroffene Artikel hieß „Auto sales rev up in October“ und war ein sehr trockener, stark statistiklastiger Beitrag.
Solche Texte sind ein Bereich, in dem LLMs häufig Fehler machen; eine Darstellung als Tabelle oder Grafik wäre vermutlich viel besser gewesen.
Ehrlich gesagt ist eine Aufgabe nach dem Muster „Nimm Tabellendaten, zieh statistische Erkenntnisse heraus und formuliere sie in Sätzen“ eine Routinearbeit, die Menschen nur ungern machen.
Ich habe früher einmal in einer Kolumne gelesen, man solle Daten von Regierungswebsites in Excel übertragen und grafisch aufbereiten; ich verstehe nicht, warum man diese Grafiken dann nicht direkt in den Artikel aufnimmt.
Meist bleiben solche Spuren in weniger wichtigen Rundmails zurück.
Das lässt sich an der Korrektur am Ende des Artikels erkennen.
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Zusammen gepostet wurden ein Fediscience-Beitrag, das Original-DOI sowie die Rückzugsmitteilung.
Hinzugefügt wurde eine Mitteilung der Redaktion: „Die Bearbeitung mit AI verstößt gegen die Richtlinien von Dawn; der betreffende Satz wurde entfernt und der Vorfall wird untersucht.“
Link zum Artikel
Der Text der Printausgabe steht auf Pastebin.
Dahinter steht die skeptische Sicht, man könne doch gleich direkt das LLM fragen.
Gibt man jedoch Material und Perspektive mit, wird das Ergebnis deutlich besser.
Alle LLM-Erzeugnisse pauschal als „Müll“ abzutun, bildet die Realität nicht ab.
Ich habe nicht vor, meine sprachliche Identität aufzugeben.
Aber als Leser fühlt es sich merkwürdig an, einen Text zu lesen, den „niemand direkt geschrieben hat“.
Heutzutage gibt es oft eine Energieverschwendungs-Schleife, in der die eine Seite mit AI lange E-Mails erzeugt und die andere sie dann wieder per AI auf eine Zeile zusammenfassen lässt.
Sie sind plötzlich lang und detailliert, aber die Verfasser selbst erinnern sich kaum an den Inhalt.
Auch in der Bank, in der meine Freundin arbeitet, wirkt laut ihr etwa die Hälfte der Kommunikation, als sei sie von AI geschrieben.
Die Produktivität sinkt dadurch eher.
Ich selbst nutze AI beim Coden auch, aber nur als Hilfsmittel für Fragen und Experimente.
Mich beunruhigt jedoch der Trend, immer mehr Arbeit an AI zu delegieren.
Eine Lösung wäre, noch eine zusätzliche Person zur Prüfung der Ergebnisse einzusetzen.
Dann könnte AI am Ende womöglich sogar neue Arbeitsplätze schaffen.
Man muss Prompts so formulieren, dass das LLM keine unnötigen Sätze erzeugt.
Oder man sollte domänenspezifisches Tooling entwickeln.
Halb im Scherz überlege ich schon, ein „AI-Consulting“ für genau solche Dienste zu gründen.
Und irgendjemand wird das dann wohl als Prompt Engineer in den Lebenslauf schreiben.
Fast so, als würde die Erde von Büroklammern überzogen, sobald ein Kopierer erfunden wird.