Probleme, unter denen eine überlastete Organisation leidet
- Durch zu viele Aufgaben (tasks) und ständige Unterbrechungen (interruptions) wird mehr Zeit darauf verwendet, Prioritäten neu zu ordnen, als Arbeit tatsächlich zu erledigen.
- Projekte und Auslieferungen verzögern sich, und die gesamte Organisation gerät in einen Teufelskreis hektischer Betriebsamkeit.
- Viele Studien zeigen, dass „Arbeitsüberlastung“ die Leistung von Einzelnen und Organisationen negativ beeinflusst.
- Übermäßiger Stress → geringere Arbeitsfähigkeit, geringere Lernfähigkeit.
Ursachen und Missverständnisse rund um Überlastung in Organisationen
- Forschung aus Psychologie und Management zeigt, dass Menschen die höchste Leistung erbringen, wenn sie „Aufgaben bewältigen, die etwas anspruchsvoller sind als ihre aktuelle Fähigkeit“,
- in der Praxis wird jedoch oft ein Arbeitsvolumen zugewiesen, das nicht zu den vorhandenen Fähigkeiten passt.
- Die Ursache von Überlastung wird häufig fälschlich nur als Mangel an Personal oder Budget verstanden:
- Tatsächlich ist jedoch die Gestaltung des Arbeitsflusses ein wichtigerer Faktor.
- Das Problem lässt sich nicht allein durch mehr Personal lösen; vielmehr nimmt die Unordnung im System oft noch zu.
Risiken und Ineffizienz im Überlastungszustand
- Bei Überlastung nehmen Prioritätswechsel und Kontextwechsel zu, was die Produktivität senkt und die Frustration erhöht.
- Innerhalb von Organisationen wiederholt sich das Muster der „Eilbearbeitung (expediting)“, wodurch der gesamte Arbeitsfluss noch stärker blockiert wird.
- In Produktionsumgebungen (früher in der Fertigungsindustrie) ist diese Arbeitsweise verschwunden, in der Wissensarbeit existiert sie jedoch weiterhin.
- Ineffiziente Verhaltensweisen wie direkte Kontaktaufnahme mit Kollegen oder das Dazwischenschieben von Arbeit nehmen zu.
Warum die Steuerung des Arbeitsflusses wichtig ist
- Arbeitsgestaltung muss „dynamisch (dynamic)“ sein, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können.
- Im Überlastungszustand wird das System langsamer und die Verarbeitungsgeschwindigkeit sinkt.
- Analogie zum Verkehrsfluss auf der Autobahn: Je mehr Fahrzeuge (Arbeit) hinzukommen, desto geringer die Gesamtproduktivität, desto höher die Durchlaufzeit und desto eher kommt es zu Stau.
- Ein sprunghafter Anstieg dringender Arbeit → andere Arbeit verzögert sich ebenfalls → der Teufelskreis setzt sich fort.
Lösungsansatz und Handlungsleitlinien
- Anwendung des „Prinzips zur Steuerung des Arbeitsflusses“:
- Den Arbeitsstatus visuell steuern (Visual Management).
- Die Zeit bis zum Abschluss einer Aufgabe überwachen (Cycle Time).
- Prüfen, ob Schlüsselkräfte überlastet sind.
- Das Erkennen und Beseitigen von Bottlenecks ist entscheidend:
- Wiederkehrende Staupunkte, Testphasen usw. gezielt analysieren.
- Bei vollständiger Überlastung vom Kunden aus rückwärts entlang jedes Prozessschritts prüfen und lösen.
- Ein „angemessenes Arbeitsvolumen“ erfordert kontinuierliche Beobachtung und Anpassung.
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