- Tangled ist eine Git-Kollaborationsplattform mit sozialen Funktionen auf Basis des AT Protocol und wurde so entwickelt, dass Entwickler die vollständige Kontrolle über ihren Code behalten, während Open-Source-Communitys autonom agieren können
- Es setzt auf eine dezentrale Struktur für die Code-Zusammenarbeit, die die Stärken des föderierten Modells rund um ActivityPub (Forgejo) und des vollständig P2P-basierten Modells von Radicle kombiniert
- Das zentrale Konzept „Knot“ ist ein leichtgewichtiger, headless Git-Server, der sowohl persönliches Self-Hosting als auch Multi-Tenant-Umgebungen auf Community-Ebene unterstützt
- Die App View (tangled.sh) bietet eine integrierte Ansicht von Repositories im gesamten Netzwerk, sodass sich Repositories auf unterschiedlichen Knots nahtlos durchsuchen, klonen und Beiträge dazu leisten lassen
- Der Dienst befindet sich derzeit in der Beta-Phase und verfolgt mit Datenhoheit, niedriger Einstiegshürde und konsistenter User Experience zentrale Prinzipien, mit dem Ziel, künftig ein vollständig offenes dezentrales Git-Ökosystem aufzubauen
Überblick über Tangled
- Tangled ist eine neue Plattform, die Entwicklern den Besitz an Code und Identität lässt und zugleich eine Git-Kollaborationsumgebung mit sozialer Interaktion bietet
- Auf Basis des AT Protocol überträgt sie die Architektur dezentraler Social-Apps auf die Git-Zusammenarbeit
- Ziel ist es, Code-Kollaboration wieder zu einem offenen und freudvollen Prozess zu machen
Dezentrale Modelle und das AT Protocol
- Bei bestehenden dezentralen Modellen für Code-Kollaboration gibt es unter anderem folgende Ansätze
- Forgejo (ActivityPub): Zusammenarbeit über Federation zwischen Servern
- Radicle: eine vollständig P2P-(peer-to-peer-)basierte Struktur
- Tangled kombiniert die Stärken beider Modelle und setzt dabei auf atproto mit zentral handhabbarer Identitätsverwaltung
- Dadurch können Nutzer auch in einem dezentralen Netzwerk eine konsistente ID- und Authentifizierungsstruktur beibehalten
Die Knot-Struktur
- Knot ist die Kernkomponente von Tangled und ein leichtgewichtiger Server, der es Nutzern ermöglicht, Git-Repositories selbst zu hosten
- Es werden sowohl Single-Tenant- als auch Multi-Tenant-Konfigurationen unterstützt
- Self-Hosting ist auch auf kleinen Geräten wie einem Raspberry Pi möglich
- Tangled bietet standardmäßig einen kostenlosen gemanagten Knot-Service an
- Durch diese Struktur entsteht ein dezentrales Git-Netzwerk, in dem persönliche Server und Community-Server natürlich miteinander verbunden sind
App View und integriertes Netzwerk
- Die auf tangled.sh bereitgestellte App View dient dazu, die Repositories des gesamten Netzwerks in einer integrierten Ansicht darzustellen
- Nutzer können auch bei Repositories auf anderen Knots problemlos klonen (clone) und beitragen (contribute)
- Dieses Design beseitigt die Hürden dezentraler Umgebungen, ohne den bestehenden Git-Workflow zu verändern
Entwicklungsprinzipien
- Das Tangled-Team hat für die Entwicklungsrichtung die folgenden drei Prinzipien festgelegt
- 1. Datenhoheit — Alle Nutzer besitzen den von ihnen erstellten Code und die Metadaten direkt selbst
- 2. Niedrige Einstiegshürde — Eine einfache Struktur und Oberfläche, damit jeder leicht teilnehmen kann
- 3. Konsistente User Experience — Trotz dezentraler Struktur wird eine UX auf dem Niveau zentralisierter Dienste gewährleistet
- Diese Prinzipien spiegeln sich in den technischen Entscheidungen von Tangled sowie im gesamten UI/UX-Design wider
Zugang und Community
- Anfangs wurde der Dienst nur per Einladung (invite-only) betrieben; Entwickler konnten über den IRC-Kanal
#tangled auf libera.chat teilnehmen
- Inzwischen ist der offene Login verfügbar, und jeder kann den Dienst unter tangled.sh/login nutzen
- Tangled befindet sich noch in einer frühen Phase, wächst aber weiter und prüft seine Funktionen intern durch eigenes Dogfooding
Fazit
- Tangled ist ein Versuch, Git-Kollaboration zu einer wie ein soziales Netzwerk vernetzten Erfahrung auszubauen
- Es zieht Aufmerksamkeit als neues dezentrales Git-Plattform-Ökosystem auf sich, das Autonomie, Zugänglichkeit und eine freudvolle Entwicklungskultur verbindet
2 Kommentare
Da es keinen offiziellen Container gibt, ist die Ersteinrichtung etwas umständlich.
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