- Python > Java > C++ > SQL > C# > JavaScript > TypeScript > C > Shell > Go > R > PHP > Kotlin > Rust > Dart > Swift
- Laut der Untersuchung von IEEE Spectrum belegt Python auch in diesem Jahr Platz 1, während JavaScript von Platz 3 auf Platz 6 fällt
- Diese Veränderung wird damit in Verbindung gebracht, dass JavaScript, das stark in der Webentwicklung genutzt wird, zunehmend durch AI-gestütztes Coding (z. B. vibe coding) verdrängt wird
- Traditionelle Kennzahlen wie die Anzahl der Stack-Exchange-Fragen oder die GitHub-Aktivität sind seit der Einführung von AI stark zurückgegangen, wodurch die bisherigen Methoden zur Messung der Sprachpopularität ins Wanken geraten
- Mit der breiten Verfügbarkeit von AI-Codegenerierung nimmt die Bedeutung von Syntax- und Strukturunterschieden zwischen Sprachen ab, und der Trend, sich nicht auf eine bestimmte Sprache zu versteifen, wird deutlicher
- Das erschwert das Auftauchen neuer Sprachen und die Verbreitung ihrer Ökosysteme und deutet letztlich darauf hin, dass das Konzept der Popularität von Programmiersprachen selbst verschwinden könnte
Überblick
- IEEE Spectrum hat die Ergebnisse einer umfassenden Analyse der wichtigsten Programmiersprachen und Trends für 2025 veröffentlicht
- Das Ranking berücksichtigt verschiedene Perspektiven wie Arbeitsmarkt, Open-Source-Ökosystem, akademische Nutzung und Einsatz in der Industrie
- Zusätzlich werden Merkmale der wichtigsten Sprachen, Hintergründe ihres Wachstums sowie Informationen zu nach Fachgebieten spezialisierten Sprachen bereitgestellt
Sprachranking dieses Jahres
- Im Spectrum-Basisranking 2025 bleibt Python auf Platz 1, während JavaScript auf Platz 6 zurückfällt
- Auch im Jobs-Ranking steht Python auf Platz 1, und SQL behält weiterhin eine starke Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt
- Die Gesamtzahl der Stack-Exchange-Fragen zu Programmiersprachen ist gegenüber 2024 auf 22 % gesunken
Kriterien für die Ranking-Berechnung
- Popularität: Sie wird anhand verschiedener Online-Foren, Software-Repositories, Stellenmarktdaten und Suchtrends berechnet
- Praxisrelevanz: Auf Basis von Stellenausschreibungen und der Beteiligung an Open-Source-Projekten wird analysiert, welche Sprachen im realen Markt häufig genutzt werden
- Fachspezifische Analyse: Berücksichtigt werden Kriterien zur Auswahl besonders auffälliger Sprachen in Teilbereichen wie AI, Embedded, Web und Mobile
- Zur Messung der Popularität wurden verschiedene Indikatoren genutzt, darunter Google-Suchvolumen, Stack-Exchange-Fragen, GitHub-Aktivität und Erwähnungen in wissenschaftlichen Arbeiten
- Da Entwickler Probleme zunehmend durch Gespräche mit LLMs (ChatGPT, Claude usw.) lösen, gehen öffentlich sichtbare Datensignale jedoch zurück
- Dank AI-Tools wie Cursor sinkt schon die Zahl der Fragen selbst, wodurch die Aussagekraft bisheriger Kennzahlen abnimmt
AI verwischt die Grenzen zwischen Sprachen
- Da sich sowohl erfahrene Entwickler als auch Einsteiger auf AI verlassen, nimmt die Aufmerksamkeit für Syntax und Kontrollstrukturen von Programmiersprachen ab
- Mit ausreichend Trainingsdaten kann AI Code in praktisch jeder Sprache erzeugen
- Dadurch könnte die Wahl der Sprache zu einem sekundären Faktor werden, ähnlich wie Unterschiede zwischen CPU-Befehlssätzen in der Hardware
- Künftige Debatten über die Popularität von Sprachen könnten zu einem Nischenthema auf dem Niveau von Vergleichen von Eisenbahnspurweiten werden
Das Auftauchen neuer Sprachen wird noch schwieriger
- Früher konnten sich Sprachökosysteme allein mit Büchern, Demos und Beispielcode verbreiten (z. B. The C Programming Language)
- AI benötigt jedoch große Mengen an Trainingsdaten, weshalb neu entstehende Sprachen bei der Unterstützung benachteiligt sind
- Tatsächlich wurde berichtet, dass AI bei weniger verbreiteten Sprachen schlechtere Ergebnisse liefert
- Das könnte ein Umfeld schaffen, in dem es für neue Sprachen schwer ist, eine kritische Masse zu erreichen
Die Zukunft des Programmierens
- Moderne Sprachen erfüllen im Kern zwei Aufgaben: Abstraktion der Datenverarbeitung und Vermeidung von Entwicklerfehlern
- Der Fortschritt bei AI ermöglicht jedoch zunehmend einen neuen Ablauf: Prompt → Zwischensprache → Ausführung statt Fokus auf Sprachstrukturen
- In diesem Fall könnte sich ein Ansatz etablieren, bei dem Quellcode nicht mehr gepflegt und geändert, sondern durch Anpassung des Prompts neu erzeugt wird
- Die Rolle künftiger Programmierer dürfte sich weniger auf Sprachsyntax als auf Architekturdesign, Algorithmusauswahl und Systemintegration konzentrieren
Fazit und Ausblick
- Das Programmieren erlebt derzeit den größten Umbruch seit dem Aufkommen von Compilern in den 1950er-Jahren
- Selbst wenn ein Teil der AI-Blase platzt, dürfte der Einsatz von LLMs zur Unterstützung beim Schreiben von Code bestehen bleiben
- Deshalb könnte das Konzept der „beliebten Sprache“ ab 2026 selbst an Bedeutung verlieren, und es werden neue Kennzahlen zur Messung von Popularität nötig sein
8 Kommentare
Python ist allerdings auf dem Rückzug
Bisher ist das Ökosystem von JavaScript noch deutlich breiter, aber ich denke, dass es durch KI Spielraum für eine Verlagerung hin zu Low-Level-Sprachen wie Rust gibt.
Hacker-News-Kommentar
JS und TS sind fast dieselbe Sprache, daher frage ich mich, ob man sie nicht zusammenfassen sollte.
Es ist schon etwas seltsam, dass HTML in der Rangliste auftaucht.
Ich kann kaum glauben, dass Java auf Platz 2 ist.
Java und C# sind damals wie heute der Standard in Enterprise-Webserver-Umgebungen.
Die Stack Overflow-Umfrage und das Ranking der beliebtesten Sprachen unterscheiden sich ganz schön stark.