1 Punkte von GN⁺ 2025-09-25 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Große US-Fluggesellschaften treiben die Rücknahme von Passagierschutzvorschriften und die Einführung zusätzlicher Gebühren voran
  • Die Airlines begründen dies mit Kostensenkungen und mehr Wettbewerb, fordern dabei aber die Abschaffung zentraler Verbraucherschutzmaßnahmen
  • Dadurch droht eine Schwächung von Passagierrechten wie automatischen Erstattungen, Preistransparenz, garantierten Familiensitzplätzen und Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen
  • Eine Deregulierung könnte in der Praxis zu höheren Gebühren und weniger Verantwortung der Airlines führen und damit die Passagiere benachteiligen
  • Um Fairness und Transparenz im Flugverkehr zu wahren, sind entschlossene Reaktionen von Verbrauchern, Bürgerrechtsgruppen und Abgeordneten erforderlich

Rücknahme zentraler Deregulierungsmaßnahmen bei US-Fluggesellschaften und die Frage der Reisendenrechte

American Airlines, Delta, Southwest, United und andere große US-Fluggesellschaften wollen Schutzvorschriften für Reisende zurücknehmen und Möglichkeiten ausloten, noch mehr Zusatzgebühren zu erheben. Als Begründung führen sie Kostensenkungen und mehr Wettbewerb an, tatsächlich ist jedoch mit einer Schwächung der Kundenrechte und steigenden versteckten Kosten zu rechnen. Besonders bedroht sind grundlegende Rechte wie automatische Erstattungen, Preistransparenz, Sitzplatzregelungen für Familien und die Barrierefreiheit für Passagiere mit Behinderungen. Dadurch drohen vielfältige negative Folgen wie höhere Gebühren, unsicherere Serviceleistungen und eine geringere Verantwortung der Airlines. Insgesamt könnten diese Änderungen das Flugerlebnis teurer und intransparenter machen.

Aktuelle Lage der Deregulierungsbestrebungen in der Luftfahrtbranche

Die US-Luftfahrtbranche bewegt sich deutlich in Richtung einer weitgehenden Abschaffung von Verbraucherschutzvorschriften. Große Fluggesellschaften und der Branchenverband Airlines for America (A4A) treiben eine Agenda voran, die die Grundlagen des Flugreisens verändern würde, indem es für Passagiere schwieriger wird, die tatsächlichen Kosten zu erkennen und im Problemfall Entschädigungen zu erhalten.

Schutzmaßnahmen, die Fluggesellschaften abschaffen oder schwächen wollen

  1. Abschaffung automatischer Erstattungen bei Stornierungen
    Die Airlines wollen die Pflicht zu automatischen Rückerstattungen bei Flugausfällen oder größeren Änderungen abschaffen. Dadurch könnten Passagiere nur noch Gutscheine erhalten oder ganz ohne Entschädigung bleiben

  2. Schwächung der Transparenz bei Gebühren
    Sie wollen die derzeit geltende Pflicht zur klaren Preisoffenlegung abschaffen, wodurch der tatsächliche Ticketpreis womöglich erst spät im Buchungsprozess sichtbar wird

  3. Abschaffung garantierter Familiensitzplätze
    Familien mit kleinen Kindern könnten ihr Recht verlieren, ohne Aufpreis zusammensitzen zu können, sodass zusätzliche Kosten entstehen, wenn Familien nebeneinander sitzen möchten

  4. Schwächung des Schutzes der Barrierefreiheit für Passagiere mit Behinderungen
    Durch die Abschaffung entsprechender Schutzvorschriften könnte die notwendige Unterstützung auf Reisen zurückgehen

Argumentation und Forderungen der Luftfahrtbranche

Fluggesellschaften und Airlines for America (A4A) behaupten, dass Deregulierung zu mehr Wettbewerb, niedrigeren Preisen und besserer Servicequalität führe. Als Beleg verweisen sie auf mehr Wettbewerb im Luftverkehr, gesunkene Tarife und größere Wahlmöglichkeiten für Verbraucher seit dem Airline Deregulation Act von 1978. In der Praxis könnten jedoch Nebenwirkungen wie unerwartete Zusatzgebühren und weniger Rechenschaftspflicht auftreten.

Konkrete Stoßrichtungen

  • Fortgesetzte Deregulierung, mit Verweis auf sinkende Reisekosten durch Billigfluglinien und auf stärkere Reinvestitionen in Services
  • Unterstützung für die Einführung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz und biometrische Verfahren zur Effizienzsteigerung im Betrieb und zur Verbesserung des Kundenerlebnisses

Kritik der Luftfahrtbranche an der Verbraucherschutzpolitik der Biden-Regierung

  • Widerstand gegen strengere Vorschriften zu vorab offengelegten Zusatzgebühren, Erstattungsregeln sowie Flugverspätungen und -ausfällen
  • Bestimmte Regeln zu Familiensitzplätzen und Mobilitätshilfen werden als Überschreitung der Befugnisse des US-Verkehrsministeriums (DOT) betrachtet und sollen aufgehoben werden
  • Die Pflicht zu Erstattungen bei kleineren betrieblichen Änderungen soll eingeschränkt werden

Sorgen und Nachteile aus Sicht der Passagiere

Deregulierung kann in der Praxis folgende Sorgen und Schäden verursachen

  1. Mehr versteckte Gebühren
    Wenn die Pflicht zur vorherigen Offenlegung von Gebühren geschwächt wird, steigt das Risiko unerwarteter Zusatzkosten etwa für Gepäck oder Sitzplatzwahl

  2. Wegfall garantierter Familiensitzplätze
    Für Reisende mit kleinen Kindern drohen mehr Stress und zusätzliche finanzielle Belastungen

  3. Schwächerer Schutz bei Flugausfällen und Verspätungen
    Hilfsmaßnahmen für Passagiere könnten geschwächt werden, etwa wenn statt Bargeld nur noch Gutscheine ausgegeben werden

  4. Schwächung der Rechte von Menschen mit Behinderungen
    Es besteht die Gefahr, dass notwendige Unterstützungsleistungen auf Reisen nicht mehr ausreichend verfügbar sind

  5. Tatsächliche Verschlechterung des Wettbewerbsumfelds
    Die marktbeherrschende Stellung großer Airlines könnte sich weiter verfestigen, während kleinere Anbieter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren

Das Gleichgewicht zwischen übermäßiger Regulierung und Verbraucherschutz

Einige Vorschriften könnten zwar die technologische Entwicklung bremsen, grundlegende Verbraucherschutzmechanismen sind jedoch unverzichtbar, um ein Mindestmaß an Fairness und Transparenz zu sichern. In Europa bestehen strenge Regeln neben geringerem Ausmaß von Verspätungen und Annullierungen sowie wettbewerbsfähigen Billigfluggesellschaften. Im Gegensatz dazu birgt die Deregulierung in den USA das Risiko einer stärkeren Marktkonzentration zugunsten großer Airlines, geringerer Rechte und steigender Gebühren.

Handlungshinweise für Verbraucher

Reisende sollten aktiv auf die Veränderungen reagieren und ihre Rechte bewusst schützen

  • Informiert bleiben: Entwicklungen rund um Regeländerungen aufmerksam verfolgen
  • Politische Position deutlich machen: Senatoren und Wahlkreisabgeordnete über die eigene Haltung informieren
  • Rechte kennen: Sich mit den derzeitigen Schutzmaßnahmen und den erwarteten Änderungen vertraut machen

American Airlines, Delta, Southwest und United treiben die Abschaffung von Regeln voran, die zu einer Einschränkung von Verbraucherrechten und zu mehr Verwirrung führen könnten, und wollen zugleich Gebühren erhöhen. Entgegen der Begründung mit Kostensenkungen und mehr Wettbewerb ist für Reisende eher mit einem realen Verlust an Rechten zu rechnen.

Fazit

Die Deregulierungspolitik der US-Fluggesellschaften stellt eine erhebliche Bedrohung für die Rechte der Passagiere dar. Nach außen wird zwar mit niedrigeren Tarifen und mehr Wettbewerb argumentiert, tatsächlich besteht jedoch das Risiko höherer Gebühren, geringerer Transparenz und sinkender Verantwortlichkeit. Um Fairness, Transparenz und Rechenschaftspflicht im Flugverkehr zu bewahren, sind eine kontinuierliche Beobachtung und Reaktion durch Verbraucher, Zivilgesellschaft und Gesetzgeber unerlässlich. Es geht dabei nicht nur um günstige Flugtickets, sondern um die Zukunft einer Flugkultur, die die gleichen Rechte und die Sicherheit aller Passagiere schützt.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-09-25
Hacker-News-Kommentare
  • Bei drei Transatlantikreisen in diesem Jahr hatte ich vier Übernachtungsverspätungen. Zum Glück bekam ich dank der EU-Regeln zur Fluggastentschädigung in drei Fällen jeweils 600 Euro pro Passagier oder die Airline musste attraktivere nicht-monetäre Leistungen anbieten. Ich bin nicht für übermäßige Regulierung in sicherheitsfernen Detailfragen, aber wenn eine verkaufte Leistung nicht unter der Kontrolle der Airline erbracht wurde, braucht es klare Preisangaben und Entschädigungen.

    • Bahngesellschaften haben schon Taxis organisiert und bezahlt, wenn sie mich nicht ans Reiseziel bringen konnten. Wenn man ein Ticket nach X verkauft, sollte man einen auch nach X bringen müssen, egal was passiert. Selbst wenn es unprofitabel ist, gehört das zur Verantwortung.

    • Früher bin ich oft mit Ryanair oder easyJet geflogen und habe mehrfach massive Verspätungen erlebt, sodass die Entschädigung am Ende höher war als der Flugpreis. Ich erinnere mich an 20 Stunden Verspätung und eine Nacht auf einem Caféstuhl. Kleine Verzögerungen summierten sich immer weiter, bis wir schließlich zwei Stunden im Flugzeug festsaßen, ohne Klimaanlage und ohne Wasser. Als ich selbst Wasser kaufen wollte, wurde mir sogar mit der Polizei gedroht — die schlimmste Erfahrung überhaupt.

  • Ich finde es besorgniserregend, dass Flugreisen offenbar immer unangenehmer werden. Wenn Regulierung eine Untergrenze für den Service von Airlines festlegt, wäre das wettbewerbsneutral. Ist die Untergrenze zu hoch, steigen die Kosten und Fliegen wird für alle weniger zugänglich. Ist sie zu niedrig, wird der Service so schlecht, dass Leute nicht mehr fliegen wollen. Es braucht ein Gleichgewicht. Meiner Meinung nach liegt die Untergrenze derzeit zu niedrig, und der Versuch, sie weiter zu senken, ist ein Fehler.

    • Wenn die Untergrenze so niedrig ist, dass die Leute nicht mehr fliegen wollen, wäre das dann nicht eine Gelegenheit für eine Airline, mit besserem Service Geld zu verdienen? Wenn die Untergrenze schon jetzt zu niedrig ist, frage ich mich, warum so eine Airline noch nicht aufgetaucht ist.

    • Wenn alle auf derselben Untergrenze stehen, wird genau das zum Standard. Abgebauter Verbraucherschutz und Deregulierung sind das Ergebnis dessen, was die Amerikaner selbst gewählt haben.

    • Interessanterweise gelten für jede Airline andere Regeln: US Department of Transportation Airline Cancellation and Delay Dashboard

    • Zu der Aussage „Eine noch schlechtere Flugerfahrung klingt nicht gut“ würde mich interessieren, ob Leute mit Airline-Beteiligungen das genauso sehen.

    • Das hier fasst die Entwicklung der Luftfahrt ziemlich gut zusammen: The Horrifying Evolution of Air Travel

  • Die Luftfahrt wirkt oberflächlich wie ein „offener“ Markt, ist in Wirklichkeit aber ein staatlich gestütztes Oligopol. Die großen Märkte sind aufgeteilt, echter Wettbewerb existiert kaum, und wenn Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, gibt es Backup-Pläne wie Staatshilfen oder günstige Insolvenzregeln. Ich denke, die Lösung wären echter Wettbewerb und grundlegender Passagierschutz: mehr Konkurrenz durch ausländische Airlines zulassen (neunte Freiheit) und keine Rettungspakete in Krisen.

    • Du sagst, echter Wettbewerb und Passagierschutz seien die Lösung, aber das ist physisch unmöglich. Flugzeuge brauchen Flughäfen, und Flughafenslots sind begrenzt. Beim Washington Reagan Airport etwa liegt der Flughafen mitten in der Stadt und kann nicht erweitert werden, daher gibt es keinen Raum für neue Airlines. Das ist ähnlich wie bei Wasserleitungen: Ist die Infrastruktur einmal verlegt, ist zusätzliche Konkurrenz physisch schwer möglich.

    • Veränderungen sind schwer, weil Politiker Wahlkampfspenden von Unternehmen bekommen, die von der bestehenden Ordnung profitieren. Wie Peter Thiel sagte: „Competition is for losers“ — viele Firmen investieren lieber in die Bewahrung des Status quo.

    • Rettungspakete für Airlines in Krisensituationen fördern in gewisser Weise die Branchenkonsolidierung. In Krisen werden Fusionen oft zugelassen, was langfristige Schäden verursacht. Das PPP-Programm war ein Beispiel für Vermögensverschiebung zugunsten von Kapitalgebern, aber Hilfen für kleinere Akteure können dennoch ein wichtiges Mittel gegen Branchenkonsolidierung sein. Bei klar vorhersehbaren Ereignissen, auf die man unzureichend vorbereitet ist, sollte Verantwortung über die juristische Person hinaus bis zum Management reichen. Auch PE-artige Unternehmensplünderung müsste beendet werden. Wenn Eigentümer, Direktoren und CEOs persönlich eine minimale Verantwortung gegenüber Kunden tragen müssten, könnte sich die Wirtschaftsstruktur insgesamt verändern.

  • Wenn man Reisen auf europäischen Websites bucht, werden bei US-Reisen oft alle Kosten von Anfang an im Preis angezeigt. Wenn man US-Hotels aus Europa bucht, zahlt man manchmal zusätzliche Gebühren vor Ort, etwa Resort Fees, wodurch der Gesamtpreis teilweise günstiger wirkt. Auch bei US-Mietwagen ist es preislich oft besser, aus Europa ein Gesamtpaket zu buchen.

    • Bei Hotels stimmt das eindeutig, aber bei Mietwagen sollte man aufpassen, weil sich die Versicherungsbedingungen je nach Wohnsitzland des Fahrers unterscheiden können.

    • Mich würde interessieren, auf welcher Stufe und bis zu welchen Posten „alle Kosten enthalten“ eigentlich gemeint ist. In der Praxis sieht man bei Flugbuchungsseiten oft erst im letzten Schritt alle Optionen und Gebühren.

  • Ich frage mich, wie die gesetzliche Abschwächung von Verbraucherschutzregeln wie automatische Rückerstattungen oder Preistransparenz überhaupt als Entscheidung im öffentlichen Interesse dargestellt werden kann. Ich frage mich wirklich, wie Regulierungsbehörden so etwas rechtfertigen.

    • Aus Sicht eines Juristen könnte ich mir vorstellen, dass man statt einer vollständigen Rückerstattung lieber eine Ersatzbeförderung möchte, wenn die Airline eine ähnliche Verbindung bucht. Aber was genau „ähnlich“ heißt, ist unklar. Eine Ankunft ein paar Stunden später kann je nach Situation schon problematisch sein.

    • Vermutlich ist die Logik „Der Markt regelt das“. Wenn es einem nicht passt, soll man eben eine andere Airline nehmen — nur verhalten sich faktisch irgendwann alle Airlines gleich.

    • Die Logik lautet wohl: „Es dient dem Gemeinwohl, wenn wir mehr Geld verdienen.“ Unternehmen sind darin geradezu Experten, ihre eigene Gewinnmaximierung als Vorteil für Verbraucher darzustellen. Im Artikel tauchen ähnliche Ausreden auf.

    • Hoffnung: „Weniger Verwaltungsaufwand und mehr Auswahl für Verbraucher kommen den Verbrauchern zugute.“ Realität: Die Ticketpreise bleiben gleich, aber die Leistungen werden gekürzt.

    • Die Logik lautet: „Die Wähler haben für eine Partei gestimmt, die Deregulierung und den Abbau von Verbraucherschutz versprochen hat, also darf ein einzelner Repräsentant nicht gegen den Volkswillen handeln.“

  • Mich würde interessieren, wie sich der Gesamtpreis von Flugtickets in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Heute fühlt es sich so an, als kämen durch mehr Beinfreiheit und allerlei Gebühren noch Hunderte Dollar oben drauf. Am Ende wird billig zum mittleren Preis, und ein Ticket der mittleren Kategorie kann durch Zusatzkosten ziemlich teuer werden. Selbst wenn man Tickets mit Meilen bezahlt, gibt man oft noch eine Menge Geld aus.

    • Hunderte Dollar nur für Beinfreiheit? Auf welchen Strecken soll das sein?

    • Ich frage mich, warum Airlines so sehr an Täuschung, Trickserei, Unredlichkeit, Manipulation und Betrug festhalten. Wenn bei allen die Offenlegung des Gesamtpreises Pflicht wäre, gäbe es weniger Raum für noch größere Tricks. Ich verstehe nicht, wie diese Rechnung aufgeht. Vielleicht ist der Markt einfach so kartellartig, oder die Unternehmenskultur hält seit Jahren an denselben Praktiken fest. Wenn jemand intern erklären könnte, warum Airlines an diesem Verhalten festhalten, würde ich das wirklich gern hören.

  • Wenn Regeln zur garantierten Familiensitzordnung wegfallen, müssen Familien mit kleinen Kindern extra zahlen, um zusammensitzen zu können. Die sarkastische Haltung dazu wäre: Wer neben einem weinenden Zweijährigen sitzen will, kann das ja gern tun.

    • Teenager getrennt von der Familie sitzen zu lassen wäre wohl okay, aber wenn es nach Airlines ginge, würden sie kleine Kinder wahrscheinlich lieber im Gepäckfach unterbringen.

    • Diese Regel garantiert praktisch nur einen Erwachsenen plus ein Kind. Ab dem zweiten Erwachsenen fällt eine Gebühr für die Sitzplatzwahl an. Schon die aktuelle Regelung ist extrem unpraktisch, weil man oft 40 bis 50 Dollar pro Flug extra zahlen muss, damit die ganze Familie zusammensitzen kann.

    • Ich habe tatsächlich schon absichtlich nicht gezahlt, weil ich lieber getrennt von der Familie sitzen wollte, und auch mal den Witz gemacht, dass es vielleicht besser wäre, wenn jemand anderes sich um die Kinder kümmert. Aber Geld dafür zu verlangen, dass man neben seinen Kindern sitzen darf, ist im Grunde nichts anderes als eine Steuer auf Reisen mit Kindern.

    • Es ist wirklich umständlich, Tickets zu kaufen, wenn eine Familie unbedingt zusammensitzen muss. Am Ende wird dann am Gate umsortiert oder später noch Sitzplätze getauscht, was für alle lästig ist.

  • Kürzlich wurden bei der Evakuierung nach einem Brand bei AA Szenen gezeigt, in denen Passagiere ihr Gepäck mitnahmen. Da viele Passagiere Handgepäck bevorzugen, scheint das chaotische Situationen noch zu verschlimmern. Die Überkopffächer sind zunehmend überfüllt, und Flugbegleiter drängen einen schon bei kleinen Taschen dazu, sie unter den Sitz zu stellen. Problematisch ist die Kultur, nach der man möglichst nur noch große Koffer mitnehmen soll. Zugehöriges Video

    • Aus Sicht von jemandem, der viel gereist ist: Geschäftsreisende oder Leute mit Status geben selbst bei guten Konditionen oft kein Aufgabegepäck auf, weil verloren gegangenes Gepäck oder Flugänderungen zu problematisch sind. Außerdem sind Hartschalen-Rollkoffer in der Kabine besonders groß und unhandlich. Im Alltag finde ich weichere Taschen viel geeigneter.

    • Das Ein- und Aussteigen dauert deutlich länger, weil die meisten Leute ihre Rollkoffer aus den Fächern holen. Wenn die Überkopffächer voll sind, werden die letzten Passagiere zusätzlich dadurch ausgebremst, dass Gepäck am Gate aufgegeben werden muss. Auch an der Sicherheitskontrolle kostet das viel Zeit und Platz. Es gibt eigentlich ein ordentliches Gepäcksystem, aber dessen Nutzung wird durch Zusatzgebühren unattraktiv gemacht. Sinnvoller wäre es eher, für Platz in den Überkopffächern extra zu kassieren.

    • Selbst Basic Economy bei asiatischen Airlines erlaubte zwei kostenlose Aufgabegepäckstücke und sehr striktes Handgepäck, und das Boarding lief wirklich reibungslos.

    • Es wäre vielleicht sinnvoll, bei einer Notlandung alle Überkopffächer automatisch zu verriegeln, damit Passagiere keine Zeit damit verlieren, ihr Gepäck herauszuholen. Wenn nur kleine Taschen unter dem Sitz verbleiben, dürfte das die Verzögerung stark reduzieren.

  • Ich frage mich, ob die Abschaffung automatischer Rückerstattungen bei Flugstornierungen Stornierungen durch Passagiere oder durch Airlines meint. Wenn es bei einer Annullierung durch die Airline keine Rückerstattung ohne Strafgebühr gibt, wäre das unfair. Preistransparenz ist selbstverständlich nötig, und wenn selbst das wegfällt, ist das sehr ungerecht. Die Garantie von Familiensitzplätzen hat zwei Seiten. Ich verstehe, dass man fürs Zusammensitzen zahlen kann, aber gesellschaftlich ist der Zusammenhalt von Familien vorteilhaft, also braucht es auch Rücksicht. Auch Bitten am Flughafen, Sitze zu tauschen, nur weil man keine Sitzplatzgebühr zahlen wollte, sind lästig, sodass kostenlose Familiensitzplätze für alle effizienter sein könnten. Bei der Abschaffung von Schutzregeln zur Barrierefreiheit würde mich interessieren, welche konkreten Punkte gemeint sind.

    • Ich stimme der Logik „Wer zusammensitzen will, soll zahlen“ zwar zu, aber Airlines finden sicher noch mehr Wege, Geld aus einem herauszuholen. Vielleicht wird sogar das Schließen des Fensterrollos oder der Toilettenbesuch ein Abo-Modell, und Sky Comfort+-Mitglieder bekommen unbegrenzten Toilettenzugang für den gehobenen IBS-Lifestyle.

    • Für Airlines kostet es fast nichts, Familien zusammenzusetzen, und sie absichtlich auseinanderzureißen, um mehr Geld herauszupressen, ist eine mafiöse und sehr unethische Strategie. Deshalb nutze ich zum Beispiel United nicht. Bei großen Gruppen kann es sein, dass Sitzplätze verstreut sind, aber Familien absichtlich zu trennen dient nur dazu, Upgrades zu verkaufen. Für Gepäck Geld zu verlangen ist nachvollziehbar, weil Transport Kosten verursacht. Aber die Servicequalität absichtlich zu verschlechtern, um Optionen zu verkaufen, ist nicht richtig.

    • Dann zahle ich lieber direkt ein paar Dollar mehr im Ticketpreis für Familiensitzplätze, statt dass durch getrennte Sitzplätze Kinderbetreuung auf andere verteilt wird und alle die Folgekosten dieser Unannehmlichkeit tragen.

    • Eine Garantie für Familiensitzplätze ist in Wirklichkeit sehr wichtig. Viele Airlines verwenden interne Sitzplatzalgorithmen, die für Kunden nachteilig sind, und wenn man keinen bestimmten Status hat, werden Familien teils absichtlich getrennt gesetzt, besonders bei United oder Alaska. Ohne solche Regeln könnte es leicht passieren, dass ein Baby und ein Elternteil an entgegengesetzten Enden des Flugzeugs sitzen. In den allermeisten Konfigurationen ist es ohne Weiteres möglich, Eltern und Kind nebeneinander zu platzieren.

    • Mit kleinen Kindern zusammensitzen zu können ist kein Luxus. Dafür Geld zu verlangen, kommt einer neuen „Reisen-mit-Kindern-Steuer“ gleich. In der Praxis fallen für eine vierköpfige Familie auf Hin- und Rückflug schnell über 100 Dollar zusätzliche Gebühren an. Beim Fliegen mit kleinen Kindern habe ich mir schon vorgestellt, einfach keine Plätze auszuwählen und andere Leute auf mein Kind aufpassen zu lassen. Wenn so etwas wirklich als notwendige Zusatzleistung gelten soll, dann sollte es verpflichtend im Paket enthalten sein — oder Familienplätze kostenlos bereitgestellt werden, damit auch Passagiere, die für ihre Sitzplatzwahl bezahlt haben, nicht am Ende neben einem unbetreuten Kind sitzen.