Wie groß muss eine Solarbatterie sein, um den gesamten Strom meines Hauses zu speichern?
(shkspr.mobi)- In einem gewöhnlichen Haushalt in einem Vorort von London wurden jährlich 3.800 kWh Erzeugung und derselbe Verbrauch gemessen
- Da saisonal Stromüberschüsse und Stromdefizite auftreten, ist für eine jährliche Autarkie eine riesige Batterie nötig
- Auf Basis von Tagesdaten ergeben sich zwar tatsächlich 9,7 kWh Verbrauch und 19,6 kWh Erzeugung, doch weil Verbrauchs- und Erzeugungszeitpunkte nicht zusammenfallen, wird eine 13-kWh-Batterie benötigt
- Die Analyse realer Messdaten über ein ganzes Jahr zeigt, dass zur Nutzung der Sommerüberschüsse im Winter eine Kapazität von etwa 1.068 kWh (MWh) erforderlich ist
- In der Praxis ist die Installation einer derart großen Batterie für Privatpersonen technisch und wirtschaftlich unrealistisch; wichtiger sind vielmehr effizientes Design und sinkende Batteriepreise
Analyse der erforderlichen Solarbatterie-Kapazität, um den gesamten Strom eines Hauses zu speichern
Überblick
- Es handelt sich um einen realen Fall, ausgehend von kleinen Solarpanels auf einem normalen Wohnhaus in einem Vorort von London
- Im Jahresmittel werden 3.800 kWh erzeugt, und der Haushalt verbraucht im Jahresmittel ebenfalls 3.800 kWh
- Da aber nicht der gesamte Strom gleichzeitig genutzt wird, fällt je nach Jahreszeit Überschussstrom im Sommer an, während im Winter Strom zugekauft werden muss
- Ziel ist es, die für vollständige Energieautarkie notwendige Batteriekapazität zu berechnen
Stromfluss an einem Sommertag
- Diagramm:
- Gelbe Linie: Solarstromerzeugung (steigt nach Sonnenaufgang, erreicht mittags ihr Maximum und sinkt bis zum Sonnenuntergang)
- Rote Linie: Stromverbrauch des Haushalts (großer Peak gegen 19 Uhr zur Kochzeit)
- Blaue Linie: Nutzung/Einspeisung ins Netz (vor Sonnenaufgang Import, danach auch Einspeisung möglich, am Abend steigt der Verbrauch)
- Anhand realer Messdaten (Verbrauch W/Erzeugung W zu einzelnen Zeitpunkten) wird berechnet, ob ein Stromüberschuss oder -defizit vorliegt
- An einem Sommertag verbrauchte der Haushalt 9,7 kWh und erzeugte 19,6 kWh, sodass oberflächlich betrachtet eine 9,9-kWh-Batterie auszureichen scheint
- Tatsächlich unterscheiden sich aber Verbrauchs- und Erzeugungsmuster, sodass der maximal gleichzeitig nötige Speicherbedarf 13 kWh erreicht
Analyse der kumulierten Daten über ein Jahr
- Bezogen auf den Zeitraum Ende März bis Ende März des Folgejahres übersteigt die Erzeugung ab dem Frühjahr den Verbrauch, und Überschussstrom sammelt sich an
- Mit Python-Code wird für jeden Tag die kumulierte Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch berechnet, um die insgesamt erforderliche Batteriekapazität abzuleiten
- Das jährliche kumulierte Maximum erreicht 1.068 kWh (1 MWh), was für eine Heimbatterie eine sehr große Kapazität ist
- Wegen Wetter- und Verbrauchsschwankungen wird zu bestimmten Zeitpunkten dennoch weiterhin das externe Stromnetz benötigt
Realität und Grenzen
- Die Analyse basiert auf individuellen Daten, die das Alltagsleben widerspiegeln
- Variablen wie die Belastung durch Elektroautos oder der Wechsel von Gas zu Strom beeinflussen den tatsächlichen Kapazitätsbedarf
- Mit heutiger Technik ist die Installation einer 1-MWh-Batterie im Haushaltsmaßstab unrealistisch
- Es gibt diverse praktische Probleme wie Umweltauswirkungen, Batterieeffizienz und die Nutzung überschüssiger Kapazität
- Sinnvollere Lösungen sind eher Panel-Upgrades, verbesserte Speichereffizienz und die Nutzung dezentraler Stromquellen im Netz
Wirtschaftlichkeit und Ausblick
- Der Aufbau einer 1-MWh-Batterie würde derzeit 100.000 bis 500.000 Pfund kosten
- Hinzu kommen Wartung, Platzbedarf und verschiedene Genehmigungskosten
- Immerhin sind die Preise für Lithium-Ionen-Batterien in den letzten zehn Jahren um 90 % gefallen, und neue Technologien wie Natrium-Ionen-Batterien deuten auf noch schnellere Preisrückgänge hin
- Künftig könnten die Kosten für Heimbatterien auf etwa 8.000 Pfund sinken
- Dezentrale Solaranlagen plus Batterie bieten Vorteile wie geringere Kosten, mehr Energieunabhängigkeit und weniger Flächenkonflikte
Fazit
- Derzeit ist es wenig realistisch, dass jedes Haus eine Batterie im 1-MWh-Bereich besitzt
- Angesichts technologischer Innovationen und sinkender Preise ist es jedoch möglich, dass sich autarke Wohnhäuser auf Basis von Solarenergie plus Großbatterie in naher Zukunft verbreiten
- Solaranlagen für Privathaushalte bieten selbst beim Wetter in Großbritannien ausreichend Wirkung und Wirtschaftlichkeit
- Eine „helle, sonnendurchflutete Zukunft“, in der alle Wohnhäuser sogar ihre jährlichen Produktions- und Verbrauchsüberschüsse selbst speichern, könnte Realität werden
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ich habe in meinem Tesla-System 3 Batterien und habe mich bei der Installation vehement dafür eingesetzt, entgegen der Empfehlung des Tesla-Engineering-Teams zusätzlich 8 kW Module auf der Westseite des Dachs zu montieren. Die Effizienz der Ostseite lag bei 74 %, die der Westseite mit 72 % nur leicht darunter, aber anhand der Modellierung meines historischen Verbrauchs nach Stunden habe ich festgestellt, dass ich die Batterien hauptsächlich abends entlade. Mir ging es also nicht um die Optimierung der täglichen, sondern der stündlichen Erzeugung. Im Ergebnis lebe ich dank 14 kW Modulen und 3 Batterien 9 Monate im Jahr komplett off-grid. Im Winter gibt es bis zu 7 Fuß Schnee und rund ums Haus stehen sehr große Bäume, aber ich denke, wenn man das System auf Basis des realen Verbrauchs auslegt, bringt das enorm viel. Viele planen solche Systeme nur mit täglichen Durchschnittswerten, aber ich möchte betonen, dass man vom tatsächlichen Nutzungsmuster ausgehen sollte. Wenn der Stromversorger für Überschussproduktion ausreichend Gutschriften gäbe, sähe die Sache anders aus, aber in der Realität streichen meist die Versorger den Großteil des Nutzens ein, daher sollte man vorsichtig entscheiden
Wir betreiben auf der Insel Hispaniola ebenfalls ein 100-kW-Mikronetz und haben die meisten Module entweder auf die Wintersonne am Nachmittag optimiert oder zufällig über den Himmel ausgerichtet. Die zufällige Ausrichtung produziert sogar mehr Strom als eine feste Südausrichtung mit 12 Grad, weil das momentane starke Licht, das wir wollen, bei bewölktem Himmel oder Wolken in höheren Lagen je nach Himmelsbereich ständig anders verteilt ist. Bei Südausrichtung schauen einige Module außerdem in Richtung Berge, wodurch weniger Licht ankommt. Mein Rat wäre, so viele Module wie möglich zu installieren. Bei uns reichen 3 Stunden Sonne aus, um die Batterien der Farm und von 6 Haushalten vollständig zu laden, und auch an bewölkten Tagen produzieren wir genug. An etwa 60 Tagen im Jahr nutzen wir zusätzlich einen Generator, aber mit dieser Brennstoffmenge, etwa 300 Gallonen pro Jahr, kommen eine kleine Farm und 6 Haushalte ohne Stromprobleme aus
Das Powerwall-System priorisiert das Laden der Batterien. Der tagsüber erzeugte Strom wird also wohl dafür verwendet, die drei Batterien zu füllen. Deshalb frage ich mich, warum du kein Modell auf Basis der zeitabhängigen Speicheroptimierung gewählt hast. Müsste die Effizienz von 74 % gegenüber 72 % nicht stärker bei der Gesamtproduktion durchschlagen?
Dass tatsächlich 1 Dollar an Erlös aus Stromproduktion entsteht, gilt nur, wenn Verkauf und Kauf zur gleichen Zeit am gleichen Ort stattfinden. Ein fairer Preis müsste den damaligen Marktpreis abzüglich Übertragungs- und Vertriebskosten sowie den Preisrückgang durch zusätzliches Angebot berücksichtigen. Je nach Land kann die Differenz zwischen Strompreis am Verkaufstag und am Kauftag groß sein. In Europa werden Marktpreise oft sogar negativ, daher muss Überproduktion auch für den Versorger nicht unbedingt von Vorteil sein
Unser Haus hat ein kleines Dach, deshalb haben wir 1/3 der Module nach Osten, 1/3 nach Westen und 1/3 nach Süden installiert. Theoretisch wäre bei ausreichend großem Dach wohl alles nach Süden besser, aber weil PG&E die Peak-Zeiten ständig verschiebt, bringt Nachmittagsproduktion mehr Gutschrift. Deshalb plane ich bei der Hauserweiterung, die meisten Module nach Westen auszurichten. Ich will künftig außerdem eine Klimaanlage ergänzen, daher dürfte das auch für die Spitzenlastzeiten hilfreich sein
Bei mir stehen ebenfalls viele große Bäume in der Nähe. Für die Schattenberechnung war SunCalc sehr nützlich. Es war überraschend, die Schattenlängen zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr zu sehen
Eine Frage, die Factorio-Spieler immer noch quält: Optimal-ratio-Wikiartikel
Energie vom Sommer bis in den Winter zu speichern, ist weiterhin extrem ineffizient. Wirtschaftlicher ist es, Solarmodule stark zu überdimensionieren, sodass selbst im Winterdurchschnitt genug Energie bereitsteht. Dann braucht man nur etwa 2 Wochen Batteriespeicher, um trübe Tage abzudecken. Das Problem ist, dass auf normalen Hausdächern der Platz für so viele Module oder für eine 1-MWh-Batterie fehlt
Wenn man wirklich off-grid sein muss, braucht man in sehr kalten, trüben und schneereichen Wintern am Ende doch einen Generator mit fossilem Brennstoff. Ansonsten reicht es meiner Meinung nach, einfach das Netz zu nutzen
Ich lebe ebenfalls off-grid im Inland von Kalifornien. Meine Module sind groß genug, um die Klimaanlage laufen zu lassen, solange die Sonne scheint, aber im Winter reicht es gerade so für das Gebläse der Gasheizung. Mit 5 kW Modulen und 24 kWh Batterie komme ich mit dem Haus (1300 Quadratfuß) den ganzen Sommer gut klar, aber im Winter entlädt sich die Batterie nach mehreren dicken und lang anhaltenden Regentagen komplett, und ich lade dann mit dem Generator nach. Sommerliche Schleierwolken sind okay, aber Winter-Regenwolken drücken die Leistung der gesamten Anlage so weit, dass nicht einmal ein 200-W-Kühlschrank betrieben werden kann
Eine 1-MWh-Batterie ist in der Praxis gar nicht so groß. In modernen Elektro-Lkw stecken heute schon 600-kWh-Batterien, und selbst so etwas passt problemlos in eine Ecke des Kellers
Strom saisonal zu speichern ist in der Praxis schwierig, als Wärme ist es jedoch möglich. In niederländischen Wohnsiedlungen wird bereits ein Verfahren eingesetzt, bei dem mit günstigem Sommerstrom Wärme erzeugt und in Basalt gespeichert wird relevanter Link 1
Relevanter Wiki-Link
Ich habe es ebenfalls so gemacht. Ich betreibe ein Haus mit 6000 kWh Jahresverbrauch mit 90 kWp Solarleistung. Statt teurer Batterien war ein massiver Ausbau der Solarmodule viel günstiger (insgesamt €90.000). Installation und Wechselrichter habe ich selbst gemacht, nur für die AC-Arbeiten habe ich einen Elektriker geholt
Es wird erwartet, dass LFP- und Sodium-ion-Batterien bald eine Lebensdauer von über 5000 Zyklen garantieren werden, vielleicht gibt es sie schon. Selbst bei einer vollständigen Entladung pro Tag wären 15 Jahre oder mehr problemlos möglich, wobei die kalendarische Alterung schneller sein könnte. Je höher die Zyklenlebensdauer, desto niedriger die Speicherkosten pro Einheit (LCOE), und das ist der entscheidende Punkt. Für längere Ausfallzeiten wäre ein langfristiges Reserve-System wie ein Dieselgenerator, der nur 1 bis 2 Wochen pro Jahr läuft, ideal. Noch besser wäre V2G mit 3 Tagen Backup und einem stromsparenden Notfallmodus im Haushalt. Ideal wäre auch, die Solaranlage möglichst groß auf die Winterlast auszulegen. Die Batterie scheint nicht der Kostentreiber zu sein
Wenn man nicht gerade an einem sehr sonnenarmen Ort lebt, halte ich ein passend dimensioniertes Solarsystem mit Umschalter für besser als einen Dieselgenerator als Langzeitreserve. Wenn das System richtig aufgebaut ist, kann man auch bei einem Stromausfall tagsüber die Batterien nachladen und längere Zeit off-grid weiterlaufen. Bei Dieselgeneratoren summieren sich die Wartungskosten jedes Jahr, und im Normalbetrieb bringen sie überhaupt keinen Nutzen. Solar senkt dagegen im Alltag die Stromrechnung oder kann sogar Einnahmen erzeugen. In sehr dunklen Regionen stößt dieses Argument aber an Grenzen. Außerdem unterscheiden sich die Stromverbräuche zwischen Haushalten extrem, besonders bei Heizung und Kühlung, und das ist ebenfalls ein wichtiger Faktor
Als langfristige Reserve sind LNG/Propan usw. Diesel deutlich überlegen. Generatoren mit CH4 als Brennstoff setzen bei regelmäßigem Gebrauch innen viel weniger Rückstände an, während Flüssigbrennstoffe schmutzig sind und bei langer Lagerung unbrauchbar werden. Diesel lohnt sich nur, wenn man sich die Kosten leisten kann
Für LFP werden 8.000 bis 12.000 Zyklen erwartet, für Sodium-ion 15.000 bis 20.000. Das lässt sich über Herstellergarantien und viele Quellen belegen
Relevanter Artikel
Dieser Artikel zieht seine Schlussfolgerung tatsächlich aus dem Beispiel eines 1-MW-Batteriezyklus über ein Jahr. Auch wenn nach dem Abend noch etwas Entladung übrig bleibt, sind ein paar kWh bei 1 MW völlig vernachlässigbar. Rein nach Zyklenlebensdauer würden 5000 Zyklen bedeuten, dass sie 5000 Jahre hält, bis die Kapazität auf 0,8 MW sinkt. Wie mehrere Kommentare sagen, verbessert sich die Chemie laufend weiter, daher sind 5000 Zyklen heute eher wenig
Ich lebe in einem off-grid-Haus im Südwesten der USA und decke mit 4 kW Solar und 43 kWh Batterie 100 % meines Bedarfs ab, einschließlich Klimaanlage. Kürzlich gab es UL-zertifizierte 43-kWh-Batterien für $5.400 inklusive Versand und Steuern. Damit ist das in den meisten Regionen sehr wirtschaftlich. Die Preise mancher Produkte wie Tesla Powerwall halte ich für absurd hoch. Natürlich kommen für die Gesamtinstallation noch Gestelle, Kabel, Sammelschienen, Schutzschalter usw. dazu, aber der von mir genannte Preis ist der reine Batteriekasten mit integriertem BMS
Der Anteil der Erzeugungsleistung im Verhältnis zur Speicherkapazität wirkt etwas klein. Verbraucht ihr vielleicht nur 10 bis 15 kWh pro Tag und habt die Batterie für extreme Kälte überdimensioniert? Ich frage nur, um sicherzugehen, dass ich das richtig verstehe
Wenn jemand eine Bezugsquelle für eine UL-zertifizierte 43-kWh-Batterie für $5.400 kennt, bitte unbedingt teilen
Mich würde interessieren, welches Produkt genau diese eben erwähnte Batterie ist
Du hast eine UL-zertifizierte Batterie für $5.400 inklusive Versand erwähnt, machst du die Installation selbst, also DIY, und kommen die Einbaukosten noch extra dazu?
Ähnliche Systeme, die ich mir angesehen habe, kosten doppelt so viel wie das hier genannte und haben nur die halbe Kapazität. Ich würde sehr gern wissen, welche Marke und welches Modell das ist
Wenn es nur darum geht, die Kosten zu optimieren, braucht man mit großen Modulen und TOU (zeitabhängigen Tarifen) eine viel kleinere Batterie. Mit 3 EVs, 12,8 kWp Modulen und 10 kWh Batterie ist meine Stromrechnung dank TOU (nachts 7p/kWh, normal 27p/kWh) und dem saisonalen Verkauf von Überschussstrom (15p/kWh) sogar negativ. Wenn sich die Energieerzeugung stärker auf Erneuerbare verlagert, können sich die Zahlen ändern, aber unter den aktuellen Bedingungen werde ich den Break-even viel früher erreichen als geplant
Das scheint eindeutig kein Ort zu sein, an dem die Förderung erneuerbarer Energien im Mittelpunkt steht. In den USA werden erneuerbare Energien eher als Problem behandelt. Es würde mich nicht wundern, wenn die Regierung bald Pläne zur Rücknahme von Förderungen für Solaranlagen auf Wohnhäusern und EVs vorlegt. Irgendwie müssen sie die Steuererleichterungen ja wieder reinholen
Ich wollte solche Berechnungen auch machen, aber weil es von den Energieunternehmen kein passendes Tool gab, habe ich selbst einen Rechner gebaut
In Großbritannien ist so ein Setup ziemlich beeindruckend. Ich selbst lebe sparsam und nutze nur E-Bike und Zug; schottische Züge fahren teils auch mit Windstrom, also fand ich das ganz okay. Aber laut Berechnung ist meine Stromrechnung zwar sogar niedriger als die Grundgebühr, insgesamt gebe ich aber mehr aus als du. Zugtickets sind teurer, auch wenn ich dank neuer Erstattungen meistens für unter £100 hin und zurück komme, und ich frage mich langsam, ob ich meine Lebensentscheidungen überdenken sollte. Vielleicht ist die Sparsamkeitsstrategie am Ende sogar ein Verlustgeschäft. Einspeisevergütungen oder staatliche Förderungen sind inzwischen ohnehin seit Langem stark geschrumpft, und mir wird erst jetzt klar, wie viel vorteilhafter ein EV ist
Kurzfristig denke ich, dass schon eine 5-kWh-Pufferbatterie für die Abendspitze ausreichen kann. Ich habe auch so angefangen, bevor ich komplett off-grid gegangen bin, und mich dann entschieden, weil 70 % meiner Stromrechnung Fixkosten waren und Überschussstrom nicht vergütet wurde. Wenn einmal ein Modell wie ein "kostenloser Netzanschluss" gesetzlich verankert würde, könnte man morgen 10 kWh als "Energieeinzahlung" einspeisen und in Zukunft 5 kWh als Gutschrift zurückbekommen. Mit so einem System würde die Nachfrage nach Solaranlagen meiner Meinung nach stark steigen
Selbst wenn man 10 kWh dann einspeist, wenn der Marktpreis für Strom am niedrigsten ist, ist es schwer zu rechtfertigen, dass man dafür zu Peak-Zeiten 5 kWh angerechnet bekommt. Realistisch wären eher 0,1 bis 1 kWh. In meinem Gebiet übernimmt derzeit der Staat die Netzstabilität, finanziert durch Grundgebühren und Steuern. Gutschriften für Überschussproduktion wären aus Sicht des Staates letztlich nichts anderes als Subventionen
Wenn Vorstadthäuser Überschussstrom erzeugen, steigen die Netzerhaltungskosten pro Kopf enorm, allein wegen der Entfernungen. Würde dein Modell eingeführt, würden Eigentümer von Vorstadthäusern ihren Netzanschluss faktisch durch die Bewohner von Wohnungen mitfinanzieren lassen. Die frühen Fördermodelle waren nicht aus Sicht der Stromversorger, sondern politisch motiviert und haben Einzelnen überzogene Erwartungen vermittelt. Tatsächlich ist Strom billig, aber Infrastruktur teuer. Deshalb ist es sinnvoller, den Eigenverbrauch zu maximieren und nur den Fehlbetrag zu bezahlen
Wenn du nach "net metering" oder NEM suchst, findest du, dass solche Systeme in vielen Ländern bereits existieren
Statt einer größeren Batterie wäre es vielleicht besser, für den Winter mehr Module zu installieren und den Überschuss im restlichen Jahr einfach zu verwerfen. In der Praxis könnten aber etwa 2 Wochen Speicher realistisch sein. Da sich die Preise oft ändern, sollte man immer wieder neu rechnen und den Zustand des Systems im Blick behalten
Wie in einigen Kommentaren erwähnt, ist im Vereinigten Königreich, wo der Autor lebt, die Dachfläche selbst schon knapp. Auf mein freistehendes Haus passten gerade so 14 Module (14 × 465-W-Module, Ost- und Südausrichtung), und für zusätzliche 5 Module wollte man gleich 40 % mehr verlangen, was eine echte praktische Hürde darstellt. Mehr Module würden helfen, die Abendspitze auszugleichen, aber es wirkte so, als hätte der Installateur keine Lust auf den Auftrag und deshalb diese absurde Preissteigerung angesetzt. Im Sommer lag meine Tagesproduktion teils mehr als 100 % über dem Bedarf, und wenn ich Sommerüberschüsse verkaufe und im Winter nachts die Batterie damit lade, sollte ich mit dem aktuellen Tarifmodell (Verkauf 24p/kWh, Laden 15p/kWh) durchaus auf null herauskommen. Allerdings werden die Anreize wahrscheinlich jedes Jahr kleiner, sodass es künftig unattraktiver werden könnte
(Autor) Mein Dach ist auf beiden Seiten bereits komplett voll. Wenn die Effizienz der Module steigt, bleibt nur ein Austausch oder eine zusätzliche Installation auf Nebengebäuden wie Unterstand oder Schuppen. Im Winter erzeugen die Module zwar noch etwas, solange sie nicht von Schnee bedeckt sind, aber um meinen normalen Verbrauch zu decken, müsste die Effizienz um das Zwanzigfache steigen
Je nach Region liegt die reale Panelproduktion in Nordmitteleuropa von September bis März fast bei null. Das Wetter ist bewölkt, die Tage sind kurz, und das Sonnenlicht erreicht die Erdoberfläche kaum
Bei uns in der Gegend fällt die Solarproduktion im Winter wegen Wolken, kurzer Tage und flachem Einstrahlwinkel ebenfalls fast auf null. Selbst mit viel mehr Modulen kommt man durch diese Zeit nicht
Ich wohne noch weiter nördlich. Meine reale Produktion 2024 mit 17,6 kWp (Südausrichtung, 44 Module) sah so aus:
Mai: 2494 kWh,
Juni: 2323,
Juli: 1915,
August: 1634,
September: 1008,
Oktober: 442,
November: 185,
Dezember: 31,
Januar: 43,
Februar: 335,
März: 980,
April: 1510
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Solar auf Wohnhäusern ein Betrug ist, mit dem die Verantwortung für die Klimakrise auf Verbraucher abgewälzt werden soll. Es scheint offensichtlich, dass der ROI großer PV-Anlagen viel besser ist als bei kleinen privaten Systemen
Ich stimme zu, dass der ROI großer Anlagen höher ist als bei privaten Häusern, aber verteilte Installation auf Wohnhäusern hat den Vorteil, dass man in kurzer Zeit gewaltige Mengen Solar sehr schnell ausrollen kann: Hunderttausende Menschen können sofort investieren, Grundstücke und Bau sind bereits individuell vorbereitet. Der Staat bekommt mehr Solarleistung, ohne selbst in Flächen, Kapital oder Übertragungsinfrastruktur investieren zu müssen, was den gesamtstaatlichen ROI verbessert. Und was Verantwortung angeht: Da die Mehrheit der Gesellschaft viele Chancen zur Emissionsminderung durch persönliche Entscheidungen wie beim Auto verpasst hat, halte ich es auch für richtig, dass Einzelne einen Teil der Verantwortung tragen
Wenn man sich die Stromrechnung ansieht, sind die Netzkosten oft höher als die eigentlichen Erzeugungskosten. Lokale Solarenergie kann den Bedarf an großflächigem Netzausbau verringern und ist deshalb gerade in Ländern wie den USA wichtig, wo Netzausbau politisch schwierig ist. In den USA sind Solaranlagen auf Wohnhäusern nur in der Installation teuer, in Australien sind sie 3- bis 5-mal günstiger, und ihre Wirkung ist gut belegt. Weil Haussolar für Stromversorger strukturell bedrohlich ist, sollte man auch bedenken, dass viele Kommentare in Wahrheit eher die Interessen der Energiewirtschaft vertreten als neutrale Beobachter zu sein
Haussolar braucht keine zusätzlichen Flächen, reduziert den Bedarf an neuen Übertragungsleitungen und verringert Übertragungsverluste. Es gibt also auch Skalenvorteile. Batterien könnte man allerdings auch in Lagerhausgröße bündeln und in der Nähe der Verbraucher aufstellen. Dann würden die Übertragungskosten minimiert
Man sollte sowohl industrielle als auch private Solarenergie parallel ausbauen. Utility-PV ist kommerziell günstiger, aber verteilte Systeme bieten bei Extremwetter und Stromausfällen die höchste Resilienz, besonders in Kombination mit Batterien. Nach mehreren Stromausfällen in meiner Gegend hat mir dieses System trotz höherer Kosten echte Ruhe verschafft. Mit der Zeit ist auch der Effekt als Preisversicherung sehr groß
Diese Art verteilter Stromerzeugung ist die beste Revolution, weil man dafür niemandes Erlaubnis braucht. Den Wert der Dezentralisierung sollte man nicht unterschätzen
Die Stromnetze in Industrieländern haben dank langfristig sinkendem Stromverbrauch immer noch erhebliche Reserven. Den Statistiken, die ich gesehen habe, zufolge liegt die Spitzenlast in Großbritannien 30 % unter dem historischen Höchststand. Deshalb gibt es auch bei veränderten Quellen- und Laststandorten durch Erneuerbare noch genug Spielraum. Natürlich wären bei einer breiten Einführung von V2G zusätzliche Verstärkungen am Netzrand nötig, aber das Risiko ist wohl nicht so groß, wie oft angenommen
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Das hängt vom Fall ab. In benachbarten Regionen ist das Netz bereits so ausgelastet, dass keine neuen Rechenzentren mehr genehmigt werden. Durch AI werden viele Effizienzgewinne der letzten Jahrzehnte wieder aufgezehrt
Die heutige Kapazität steht am falschen Ort. In Großbritannien wurden Kohlekraftwerke in den Midlands stillgelegt, während neue Erzeugungskapazität vor allem in nördlichen Offshore-Windparks entsteht. Deshalb wird eine HGÜ-Verbindung auf der Nord-Süd-Achse auf See vorangetrieben
In manchen Regionen meines Landes ist der Anschluss neuer Industrieabnehmer wegen begrenzter Netzkapazität eingeschränkt
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