- Pass ist ein einfaches Passwortverwaltungs-Tool, das der Unix-Philosophie folgt und jedes Passwort mit GPG verschlüsselt in einer Datei speichert
- Passwörter lassen sich systematisch in einer Ordnerstruktur verwalten, und mit dem Kommandozeilen-Tool können sie einfach hinzugefügt, bearbeitet, erzeugt, angezeigt und gelöscht werden
- Durch Git-Integration können Passwortänderungen nachverfolgt und synchronisiert werden, was die Nutzung auf mehreren Computern und in Team-Umgebungen erleichtert
- Die Freiheit für Nutzer ist hoch, sodass sich Dateistruktur und Datenformat frei an die eigene Situation anpassen lassen
- Dank Erweiterbarkeit und hoher Kompatibilität werden zahlreiche Erweiterungen sowie plattformabhängige Clients/GUI aktiv entwickelt und veröffentlicht
Einführung in Pass
- Passwortverwaltung sollte einfach sein und der Unix-Philosophie folgen
- Pass speichert jedes Passwort als mit GPG verschlüsselte Datei; als Dateiname wird der Name der Website oder Ressource verwendet, für die das Passwort benötigt wird
- Diese verschlüsselten Dateien können in einer beliebigen Ordnerstruktur organisiert werden. Mit üblichen Dateiverwaltungsbefehlen lassen sie sich auch einfach zwischen Computern kopieren, verschieben oder löschen
- Pass stellt spezielle Befehle zum Hinzufügen, Bearbeiten, Erzeugen und Anzeigen einzelner Passwortdateien bereit; standardmäßig werden Passwörter unter
~/.password-store gespeichert
- Es ist vollständig als einfaches Shell-Skript implementiert
- Für das Kopieren von Passwörtern in die Zwischenablage und das Protokollieren von Passwortänderungen wird Git verwendet
- Bearbeitung ist auch mit normalen Shell-Befehlen möglich; automatische Vervollständigung wird in Zsh, Fish, Bash und weiteren Shells unterstützt
- Eine Vielzahl von Erweiterungen und Clients/GUI für andere Plattformen wird aktiv von einer Community entwickelt
Verwendung des Passwortspeichers
- Die vollständige Liste aller gespeicherten Passwörter kann angezeigt werden
- Anzeige eines bestimmten Passworts sowie Kopieren in die Zwischenablage werden unterstützt (mit automatischem Löschen)
- Über
gpg-agent lassen sich Passworteingabe und Authentifizierung bequem handhaben
- Neue Passwörter können hinzugefügt, bestehende Dateien mehrzeilig gespeichert (
-m-Option) und direkt mit dem Standard-Texteditor bearbeitet werden
- Es gibt eine Funktion zur Erzeugung zufälliger Passwörter mit
/dev/urandom (je nach Option mit oder ohne Symbole, auch direktes Kopieren in die Zwischenablage wird unterstützt)
- Beim Löschen eines Passworts wird auch die verschlüsselte Datei aus dem Dateisystem entfernt
- Nach der Initialisierung als Git-Repository wird bei jeder Passwortänderung ein Commit erzeugt; Synchronisierung ist mit
pass git push/pull möglich
- Weitere Funktionen und Details zur Nutzung finden sich in der man page
Grundlegende Einrichtung
- Bei der Initialisierung des Passwortspeichers kann man mit der Eingabe eines GPG-Schlüssels einfach starten (bei Angabe mehrerer GPG-Schlüssel auch gut für Team-Umgebungen geeignet)
- Für bestimmte Ordner können separate GPG-Schlüssel zugewiesen werden (
-p-Option)
- Auch eine Initialisierung als Git-Repository ist möglich (ein Remote kann zusätzlich angegeben werden)
- Alle Vorgänge zum Hinzufügen, Löschen und Bearbeiten von Passwörtern werden als Git-Commits verwaltet
- In der man page finden sich weitergehende Beispiele zur Initialisierung
Installation
- Debian/Ubuntu: apt-get install pass
- Fedora/RHEL: yum install pass
- Unterstützung für zahlreiche Plattformen wie openSUSE, Gentoo, Arch, Macintosh und FreeBSD
- Tarball oder direktes Klonen des Git-Repositorys möglich (alle Releases werden mit signierten Tags bereitgestellt)
Datenorganisation und Flexibilität
- Pass erlaubt es, Daten frei nach eigenen Vorgaben zu organisieren (ohne erzwungenes Schema oder Format)
- Mehrzeilige Speicherung, Unterscheidung über Dateinamen, Ordnerstrukturen und andere Ansätze sind möglich
- Beispiel: Im Fall von Amazon/bookreader kann in der ersten Zeile das Passwort stehen, danach URL, Benutzername, Sicherheitsfragen und weitere Informationen
- Bei Bedarf können einzelne Informationen auch in separaten Dateien verwaltet werden (z. B. password, secretquestion1 usw.)
- Da beim Kopieren in die Zwischenablage nur die erste Zeile kopiert wird, lassen sich praktische Nutzung und zusätzliche Informationen effizient kombinieren
Erweiterungen
- Erweiterungen (extensions) werden unterstützt, um unterschiedlichen Anforderungen von Nutzern gerecht zu werden
- Sie werden im Systemordner oder im Benutzerordner installiert; per Umgebungsvariable wird festgelegt, ob sie aktiviert sind
- Die Community entwickelt und veröffentlicht aktiv eine Vielzahl unterschiedlicher Erweiterungen
Kompatible Clients
- Clients/GUI für verschiedene Plattformen werden von der Community entwickelt und verteilt
- Nutzer können einen Client auswählen, der zum eigenen Betriebssystem oder Nutzungsszenario passt
Migration aus anderen Passwortmanagern
- Für die Übernahme von Daten aus anderen Passwortmanagern werden verschiedene Konvertierungsskripte und Methoden unterstützt
- Nutzer können die optimale Datenorganisation passend zu ihren Anforderungen wählen
Entwickler und Lizenz
- Entwickelt von Jason A. Donenfeld (zx2c4.com)
- Kann unter der GPLv2+-Lizenz frei verwendet und modifiziert werden
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