3 Punkte von GN⁺ 2025-09-02 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Das Nintendo Switch 2 Dock entspricht dem USB-C-PD-Standard, verwendet VDM jedoch auf nicht standardisierte Weise, was zu Kompatibilitätsproblemen mit Docks von Drittanbietern führt
  • Die Switch 2 wird mit maximal 15 W geladen und bietet sowohl mit dem Nintendo-Dock als auch mit Docks von Drittanbietern die gleiche Ladegeschwindigkeit
  • Das Original-Dock von Nintendo fordert beim Verbinden immer 20 V 3 A an, während das ANTANK S3 Max Dock nur bei Bedarf Leistung anfordert und dadurch effizienter ist
  • Die Ladezeit beträgt etwa 2 Stunden bis 90 % und etwa 3 Stunden bis 100 %; die Nutzung nach 75 % Ladung ist effizienter
  • Nintendos nicht standardisierte VDM-Implementierung schränkt die Kompatibilität mit Zubehör von Drittanbietern ein. Dahinter könnte eher eine Lücke in der USB-C-Implementierung (oder eine unvollständige Implementierung) als böse Absicht stecken
  • Ziel dieses Artikels ist es, Daten zu USB-C-PD-Aushandlung und Kompatibilität des Switch-2-Docks offenzulegen und als ergänzendes Material die Detailmessungen zusammenzufassen, die im Video nicht untergebracht werden konnten

USB-C-PD-Grundlagen

  • USB-C PD definiert Spannungs-/Stromgrenzen und Kommunikationsabläufe und ermöglicht die Stromversorgung bis zu 240 W (EPR)
  • Gegenüber der normalen USB-Leistungsgrenze von 15 W (5 V·3 A) unterstützt PD bis zu 20 V·5 A und mit EPR Erweiterungen bis 48 V
  • Der Standard legt sowohl die physischen Eigenschaften von Stecker und Kabel als auch das Aushandlungsprotokoll zwischen Source und Sink fest

Ablauf der USB-C-PD-Aushandlung

  • SOURCE_CAPABILITIES: Die Source kündigt eine Liste verfügbarer Modi an, darunter feste Spannungs-/Stromwerte und PPS-Unterstützung
    • Die Source kann diese periodisch senden, oder die Sink kann sie mit GET_SOURCE_CAP anfordern
    • Die Fähigkeiten der Sink werden über GET_SINK_CAP / SINK_CAPABILITIES ausgetauscht
  • REQUEST: Die Sink fordert durch Auswahl des Index des gewünschten Modus einen Modus an
    • Bei veränderten Bedingungen kann durch erneute Anforderung die Ladegeschwindigkeit erhöht oder gesenkt werden
  • ACCEPT: Die Source teilt mit, ob sie die Anfrage annimmt oder ablehnt
    • Abhängig von interner Logik wie Überhitzung oder Last ist auch REJECT möglich
  • PS_RDY: Die Source meldet, dass die Spannungsumschaltung abgeschlossen ist und die Versorgung bereitsteht
  • GOODCRC: Hilfsnachricht, die bei allen empfangenen Nachrichten als Empfangsbestätigung (ACK) dient
  • In der Praxis ist zu beachten, dass Paketverluste, Timing-Abweichungen und unvollständige Implementierungen häufig zu Ausnahmeverhalten führen

Vendor Defined Messages (VDM)

  • Für die Aushandlung von Datenrichtung, Format und Alt Mode zusätzlich zur Stromversorgung werden VDM verwendet
  • Öffentliche Standard-VDM wie beim DisplayPort Alt Mode verbessern die Interoperabilität
  • Nicht öffentliche bzw. proprietäre VDM können die Kompatibilität mit Fremdgeräten verschlechtern; der Artikel nimmt eine kritische Haltung zu Nintendos Umgang mit VDM ein

Zusammenfassung der USB-C-PD-Tests

  • Testaufbau: Switch-2-Konsole/Dock/Original-Adapter, UGREEN-100W-Adapter und Verlängerungskabel, ANTANK S3 Max Dock, Infineon CY4500 (inkl. EPR), Quarch-AC-Leistungsanalysemodul, Asus ProArt 32"-Monitor usw.
  • Diagrammkennzeichnung: Orange/Rosa steht für die vom CY4500 gemessene Leistung, vertikale weiße Linien markieren Zeitpunkte von PD-Nachrichten

Test 1: Original-Adapter → CY4500 → Original-Dock → Switch 2

  • Beobachtet wurden maximal etwa 15 W Verbrauch des Docks und erlaubte Display-Ausgabe
  • Nach der Aushandlung von 20 V·3 A beim Verbinden traten tendenziell keine weiteren Nachrichten auf

Test 2: Original-Adapter → Original-Dock → UGREEN-Verlängerung → CY4500 → Switch 2

  • Etwa 15 W und Display-Ausgabe blieben erhalten
  • Es wurden zahlreiche Strom-Aushandlungen plus Display-Mode-Aushandlungen bei Statusänderungen festgestellt

Test 3: Original-Adapter → CY4500 → Switch 2

  • Auch beim direkten Laden der Konsole blieb die Obergrenze bei etwa 15 W

Test 4: UGREEN-100W-Adapter → CY4500 → Switch 2

  • Auch mit einem 100W-Adapter eines Drittanbieters blieb die Obergrenze bei etwa 15 W

Test 5: ProArt-32"-Monitor → CY4500 → Switch 2

  • Wiederholte DR_SWAP-Versuche wurden alle abgelehnt, und am Monitor wurde nichts angezeigt
  • Es deutet sich an, dass die Aushandlung vor Erreichen der VDM-Phase scheiterte

Test 6: UGREEN 100W → CY4500 → ANTANK S3 Max Dock → Switch 2

  • Das S3 Max Dock zeigt eine gute Transparenz bei Leistungsanforderungen und bietet die gleiche Ladegeschwindigkeit wie das Original-Dock

Test 7: UGREEN 100W → S3 Max Dock → UGREEN-Verlängerung → CY4500 → Switch 2

  • Laden funktionierte, Display-Ausgabe jedoch nicht
  • Möglicherweise liegt ein Problem mit dem Verlängerungskabel oder der Kontaktqualität vor

Test 8: UGREEN 100W → S3 Max Dock → Verlängerungskabel eines Drittanbieters → CY4500 → Switch 2

  • Laden und Display-Ausgabe funktionierten normal, mit durchschnittlich bis zu etwa 15 W Versorgung

Test der Ladezeit (Messung an der Steckdose)

  • Aufbau: Vergleich von Original-Dock/Original-Adapter mit UGREEN-100W-Adapter über Quarch PAM
  • Ergebnis: In beiden Fällen ähnliche Ladegeschwindigkeit, mit Graphen auf fester Skala für bessere Vergleichbarkeit

Fazit und Beobachtungspunkte

  • Die Ladeleistungsgrenze der Switch 2 liegt konsistent bei etwa 15 W
    • Unabhängig davon, ob Original- oder Drittanbieter-Docks, Adapter oder USB-C-Monitore verwendet werden
  • Das Original-Dock fordert direkt beim Verbinden 20 V·3 A an und reserviert damit tendenziell dauerhaft hohe Leistung
    • Das ANTANK S3 Max Dock fordert nur bei Bedarf, etwa wenn die Konsole eingeschaltet ist, zusätzliche Leistung an und setzt damit ein effizienteres Stromverhalten um
  • Ladezeit: etwa 2 Stunden bis 90 %, etwa 3 Stunden bis 100 %
    • Das deutet darauf hin, dass die gesamte Zeit bis 100 % allein nur begrenzt zur Beurteilung des Ladeverhaltens taugt
  • Tipp zur Optimierung der Akkunutzung: Wird bis etwa 75 % (über 1,5 Stunden) geladen und anschließend genutzt und wieder entladen, lässt sich mit nahezu konstanten 15 W Ladeleistung der Trickle-Bereich vermeiden
  • Inkompatibilitäten mit anderen Docks sind möglicherweise eher auf eine unzureichende USB-C-Implementierung oder ein Scheitern der Aushandlung vor Erreichen von VDM zurückzuführen als auf eine absichtliche Sperre

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