Git-Diagrammierung von „The Weave“
(daverupert.com)- Erläuterung eines Versuchs, die Redestilistik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump namens "the weave" als Git-Graph zu visualisieren
- "the weave" zeichnet sich durch verschiedene Themenwechsel und wiederholte Verknüpfungen aus; die Erzählung verzweigt sich in mehrere Richtungen und kreuzt sich dabei immer wieder
- Der Autor nutzt das GitGraph-Tool von Mermaid.js, um die Gesamtstruktur der Aussagen technisch zu dokumentieren und zu visualisieren
- In zentralen Passagen wird die Struktur aus wiederholten Bezügen auf frühere Themen und parallel laufenden Narrativen mit Git-Begriffen wie "cherry-pick", "branch" und "merge" modelliert
- Die Analyse zeigt, dass Trumps Reden weniger aus logischer Verknüpfung als aus einer fragmentierten Aneinanderreihung zahlreicher Themen bestehen
Überblick
Dieser Artikel analysiert die Redestilistik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, bekannt als "the weave", und beschreibt den Prozess, sie mit einem Git-Diagramm zu visualisieren. "The weave" bezeichnet eine Methode, bei der während einer Rede schnell zwischen mehreren Themen gewechselt wird, während bereits erwähnte Formulierungen erneut aufgegriffen oder kombiniert werden, sodass scheinbar unzusammenhängende Gedankengänge dramatisch zu einem Ganzen verflochten wirken.
Was ist „the weave“?
- Trump beschreibt sich selbst als besonders fähig darin, frei zwischen mehreren Themen zu wechseln und am Ende doch alles zu einer einzigen Erzählung zu verbinden
- Manche nehmen diese Methode als zerstreuten oder improvisierten Gedankenstrom wahr
- Tatsächlich wechseln seine Reden oft zu Themen, die mit dem eigentlichen Gegenstand nichts zu tun haben, oder greifen frühere Aussagen erneut auf, um die Erzählung fortzuführen
- Dieses sprachliche „Weaving“, also eine Art Zusammenflechten, wirkt auf das Publikum komplex und oft schwer einzuordnen
Analyse- und Visualisierungstools
- Um diese strukturellen Merkmale technisch zu analysieren, zerlegt und rekonstruiert der Autor das Transkript der Rede als Git-artiges Diagramm in Bestandteile wie Branches und Merges
- Verwendet wurde das GitGraph-Diagrammtool von Mermaid.js; wegen dessen Einschränkungen wurde jedoch eigens eine
<git-graph>-Web-Component erstellt - Einzelne Aussagen werden als Branches dargestellt, Themenwechsel und wiederholte Verweise zwischen Themen als Merges und Cherry-Picks
Beispielhafte Diagrammstruktur
- Auf Basis eines tatsächlichen Codebeispiels wird ein Verlauf beschrieben, der sich in etwa zehn zentrale Themen/Branches einer Trump-Rede aufteilt
- Zölle(tarrifs), radikale Linke(radical-left), Aktienmarkt(stock-market), weltweiter Respekt(world-respect), Bitte um Bestätigung(ask-jd), FIFA-Event(fifa-event), Umbau des Kennedy Centers(kennedy-center-remodel), Umbau des Oval Office(oval-office-remodel), Gemäldetresor(painting-vault), Eigenlob(self-congratulations) usw.
- Im Verlauf der Rede tauchen häufig Rückkehr zu früheren Themen, doppelte Verweise und bestärkende Übergänge auf, die im Diagrammcode systematisch mit Branches, Merges und Cherry-Picks strukturiert werden
Fazit und Implikationen
- Selbst in einer kurzen Rede von etwa vier Minuten laufen mehr als zehn unabhängige Themenstränge (Branches) gleichzeitig
- Durch die Übertragung von Trumps Redestruktur in ein Git-Diagramm wird sichtbar, wie von einem Thema zum nächsten gesprungen und frühere Inhalte parallel verknüpft werden — also eine Wiederholung bloß erzwungener Verbindungen ohne substanziellen Gehalt
- Die Analyse legt nahe, dass Zuhörer einer oberflächlich dramatisch wirkenden Redelogik nicht vorschnell vertrauen sollten, sondern einen technisch geschärften Blick darauf entwickeln sollten, wie Inhalte tatsächlich verzweigt, zusammengeführt und vermittelt werden
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ich kenne jemanden, der wie ein „umgekehrter Baum“ spricht: Zuerst redet er über verschiedene themenbezogene Dinge, ohne das eigentliche Thema überhaupt zu nennen, und erst ganz am Ende verrät er endlich, worum es geht. Manchmal nennt er das Thema aber bis zum Schluss nicht, sodass man am Ende überhaupt nicht weiß, worüber eigentlich gesprochen wurde. Erst wenn alle Erzählzweige zusammenlaufen, wird der gesamte Kontext klar.
Meiner Meinung nach wäre das Diagramm leichter verständlich, wenn neben dem Label „New Topic“ auch der Name des Zweigs bzw. Themas angezeigt würde. Ich musste es anfangs von unten nach oben lesen, um überhaupt zu begreifen, was dort passiert.
Das ist wirklich interessant. Ich würde das gern auf noch mehr Beispiele angewendet sehen, etwa auf die Einführung einer Kabinettssitzung oder auf Fragerunden mit Journalist:innen. Man könnte das auch mit Wahlkampfauftritten oder improvisierten Reden vergleichen.
Auf iOS mobil (iOS 26 Beta) wird das Diagramm nicht korrekt gerendert, siehe Screenshot.
Im mermaid.js-Editor wird ein Top-to-Bottom-Modus unterstützt. Ich bin mir nicht sicher, ob das auch in der Bibliothek unterstützt wird. Siehe die zugehörige Dokumentation.
Wenn zahllose Geschäftsleute auf Fragen mit endlosem Word Salad antworten, könnte diese Methode sehr nützlich sein.
Das erinnert mich an ein Flash-Spiel oder Kunstwerk im Stil von Jared Tarbell. Dort wurde Text als Wirbel im 3D-Raum dargestellt, der Verzweigungen bildete und einen wieder nach oben zurückspringen ließ. Aber selbst das konnte diese Art von „Weave“-Struktur nicht vollständig abbilden. Vielleicht war das sogar ganz gut so.
Ich denke, man sollte Veränderungen über die Zeit hinweg beobachten. Wenn man improvisiertes, unbearbeitet aufgenommenes Material von mindestens vor 10 Jahren sammelt und auf dieselbe Weise analysiert und dann die Kennzahlen vergleicht, wäre das sehr interessant.
Ich wünschte, diese Analysemethode würde auch einmal auf Jordan Patterson angewendet. Die Verzweigungsstruktur seiner Gespräche ist wirklich so schwer zu erfassen, dass man sie fast in einer git-Baumansicht visualisieren müsste.
Ich würde mir wünschen, dass mehr auf Browser-Tests geachtet wird. Wenigstens eine kurze Hinweismeldung wäre gut. Von Dave hätte ich ein gewisses Maß an Sorgfalt erwartet, aber in Firefox funktioniert es nicht richtig und in Safari sieht es nur wie eine normale Liste aus. Wenn es nur für den Eigengebrauch wäre, könnte ich das verstehen, aber wenn es im Web veröffentlicht wird, wäre zumindest ein kurzer Hinweis angebracht.