US-FBI-Cyberagent: Salt Typhoon hackt fast alle Amerikaner
(theregister.com)- Die Hackergruppe Salt Typhoon ist über Jahre in US-Telekommunikationsnetze eingedrungen und hat in großem Umfang sensible Daten von Millionen Menschen gesammelt.
- Der Angriff war eine Spionageaktion von beispielloser Größenordnung, bei der Amerikaner wahllos ins Visier genommen wurden.
- Die mit der chinesischen Regierung verbundenen Unterstützerfirmen von Salt Typhoon kompromittierten Ziele in mehr als 80 Ländern; rund 200 US-Organisationen waren betroffen.
- Infolge des Angriffs kam es zur Standortverfolgung von Millionen Handy-Nutzern, zur Überwachung des Internetverkehrs und sogar zum Abhören einiger Telefongespräche.
- Das FBI geht davon aus, dass immer raffiniertere Cyberbedrohungen künftig weiter zunehmen werden, und warnt vor der Notwendigkeit stärkerer Sicherheitsmaßnahmen.
Überblick über die Spionagekampagne von Salt Typhoon
- Das vom chinesischen Staat unterstützte Hackerkollektiv Salt Typhoon ist über Jahre in große US-Telekommunikationsnetze eingedrungen und hat dabei massenhaft personenbezogene Daten vieler Amerikaner gesammelt, wie das FBI bestätigte.
- FBI-Vizechef für Cyberfragen Michael Machtinger sagte in einem Interview mit Medien, dass bei diesem Spionageangriff möglicherweise Daten von fast allen Amerikanern gestohlen wurden.
- Bislang galt oft die Annahme, dass Menschen ohne sensible Positionen kein Ziel seien; Salt Typhoon habe jedoch gezeigt, dass jeder zum Ziel eines Cyberangriffs werden kann.
Umfang des Angriffs und Hintergründe
- Die Cyber-Spionage von Salt Typhoon begann mindestens 2019 und wurde im Herbst 2023 von der US-Regierung entdeckt.
- Neben den USA veröffentlichten auch Behörden aus 12 weiteren Ländern eine gemeinsame Warnung zur Schwere des Angriffs.
- Das Ausmaß der Kompromittierung reichte über neun große US-Telekommunikationsanbieter und Regierungsnetzwerke hinaus bis zu Einrichtungen in über 80 Ländern.
- Rund 200 US-Organisationen waren betroffen, darunter auch große Telekommunikationsunternehmen wie Verizon und AT&T.
- Als beteiligte Firmen wurden Sichuan Juxinhe Network Technology, Beijing Huanyu Tianqiong Information Technology und Sichuan Zhixin Ruijie Network Technology genannt.
- Diese Firmen liefern Cyberlösungen an das chinesische Ministerium für Staatssicherheit und die Volksbefreiungsarmee.
Angriffsweise und Schadensbild
"Was China über solche Stellvertreter tut, geht weit über das übliche Maß der Cyber-Spionagebranche hinaus und ist ein wahlloses und gefährliches Verhalten."
- Machtinger bewertete den Vorfall als einen beispiellos schweren Cyber-Spionageeinbruch in den USA.
- Salt Typhoon überwachte durch wahllose großflächige Zielerfassung die Geolokationsdaten von Millionen Mobilfunknutzern, den Internetverkehr und sogar Inhalte einiger Telefongespräche.
- Zum Kreis der Betroffenen gehörten neben gewöhnlichen Bürgern auch mehr als 100 hochrangige aktuelle und ehemalige Mitglieder von Präsidialverwaltungen.
- Einige Medien berichteten, dass auch Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance Ziel gewesen seien.
- Besonders hochrangige Personen waren von tiefer gehenden Eingriffen in ihre Informationen betroffen, darunter das Abfangen tatsächlicher Inhalte.
Ähnliche Cyberbedrohungen aus China
- Neben Salt Typhoon kompromittierte auch die Gruppe Volt Typhoon Hunderte veraltete Router, baute daraus ein Botnet auf und verschaffte sich Zugang zu Netzwerken kritischer US-Infrastruktur.
- Später wurde bestätigt, dass dies der Vorbereitung zerstörerischer Cyberangriffe diente.
- Die Gruppe Silk Typhoon griff über mehr als ein Jahrzehnt IT- und Cloud-Anbieter an und stahl Daten aus Regierung, Technologie, Bildung, Recht und weiteren Bereichen.
Weitere globale Cyberbedrohungen
- Machtinger wies darauf hin, dass neben China auch Russland, Iran und Nordkorea sowie in- und ausländische Cybercrime-Organisationen und Ransomware-Gruppen täglich Angriffe fortsetzen.
- Von solchen Akteuren sei zu erwarten, dass sie zunehmend fortgeschrittene Angriffsmethoden einsetzen.
- Er betonte die Notwendigkeit aktiver Cybersecurity-Maßnahmen wie mehr Sicherheitsbewusstsein, aktuelle Systeme und den Austausch veralteter Geräte.
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