- Der Autor nutzt das E-Ink-Smartphone Minimal Phone testweise und vergleicht es mit dem bisherigen Kobo-Reader.
- Das Gerät ist mit einem schwarz-weißen E-Ink-Display auf Android-Basis und einer physischen Tastatur ausgestattet, auf das Leseerlebnis optimiert und punktet bei Lesbarkeit und Batterieeffizienz.
- Lesen sowie Blog-/RSS-Lektüre sind hervorragend, zugleich gibt es aber verschiedene unfertige Elemente und Unannehmlichkeiten wie Kamerabildqualität, Benachrichtigungsverhalten und Hardware-Bugs.
- Da es von einem kleinen Team entwickelt wurde, erfolgen Software-Updates und Bugfixes nur langsam, sodass Nutzer Geduld und Anpassungsfähigkeit brauchen.
- Trotzdem ist der Autor als Zweit-Smartphone sehr zufrieden und erlebt, dass ein Handy nicht zwingend alles können muss.
Hintergrund und Motivation
- Der Autor nutzt seit Langem einen Kobo-E-Book-Reader, der ihm sehr dabei geholfen hat, wieder mehr zu lesen und dabei mobil zu bleiben.
- Es gab jedoch Einschränkungen, etwa bei der Unterstützung von Bibliotheksbüchern, unbequemer Pocket-Integration und der Einstellung des Pocket-Dienstes durch Mozilla.
- Das Minimal Phone ist ein E-Ink-Display-Smartphone, das mit SIM-Karte genutzt werden kann, und weckte Interesse nicht nur als Reader, sondern als Alltagsgerät zum Lesen.
- Weil es gut zu einem Lebensstil passt, in dem selten Videos geschaut oder Fotos gemacht werden, kaufte der Autor es und begann einen experimentellen Einsatz.
So funktioniert das Minimal Phone
- Es ist ungefähr so groß wie ein Pixel 8, wobei die physische Tastatur das untere Drittel einnimmt und die oberen zwei Drittel aus dem E-Ink-Bildschirm bestehen.
- Es basiert auf Android, bietet eine schwarz-weiße Benutzeroberfläche und verfügt über eigene Tasten für Bildschirmaktualisierung sowie Licht- und Farbtemperatureinstellung.
- Es gibt Modi zur Anpassung der Refresh-Geschwindigkeit.
- Langsamer Modus: hochwertiges Graustufenbild, häufiges Bildschirmflackern
- Schneller Modus: einfaches Schwarz-Weiß, weniger Flackern, aber Ghosting-Effekte
- Hybridmodus: im Bewegen schneller Modus, im Stillstand Rendering in hoher Qualität
- Die physische Tastatur erhöht die Eingabegenauigkeit und ist vorteilhaft, wenn man die Autokorrektur deaktivieren möchte.
Vorteile
- Optimiertes Leseerlebnis: weniger Augenbelastung und auch bei Sonnenlicht gut lesbar
- Über Bibliotheks-Apps und RSS-Reader lassen sich Inhalte bequem konsumieren
- Batterieeffizienz: im Schnitt mehr als zwei Tage nutzbar
- Dank physischer Tastatur weniger Tippfehler und gut für die Eingabe entwicklungsbezogener Texte
- Die Kamerqualität ist durchschnittlich, aber für das Teilen von Alltagsmomenten ausreichend
- Die Fingerabdruckerkennung ist recht schnell
Probleme und Unannehmlichkeiten
- Da es von einem kleinen Team gebaut wird, gibt es Bugs und eine raue Ausarbeitung
- Double-Tap-to-Wake lässt sich nicht deaktivieren; um Fehlbedienungen in der Tasche zu vermeiden, muss das Gerät verkehrt herum eingesteckt werden
- Die Standardkamera verschlechtert die Bildqualität durch übermäßige Rauschunterdrückung → mit der Open Camera App lässt sich das verbessern
- Die Duraspeed-Funktion beschränkt Hintergrund-Apps zu stark → wirkt sich auf Benachrichtigungen und Audiowiedergabe aus
- Im Hybridmodus gibt es Probleme mit animierter Werbung und der Lesbarkeit von Karten-Apps
Wichtige Bugs
- Gelegentlich geht die Fingerabdruckerkennung verloren, sodass die PIN erneut eingegeben werden muss
- Im langsamen Refresh-Modus kommt es bei schnellem Tippen zu verschluckten Tastenanschlägen
- Wegen eines Google-Maps-Kontrastproblems sind in bestimmten Modi Straßen nicht sichtbar
- Ein Software-Update ist geplant, verzögert sich aber vor der Veröffentlichung
Gewünschte Verbesserungen
- Benötigt werden Anpassung der Vibrationsstärke, Emoji-Suche und eine Optimierung des Hybridmodus in der Kamera-App
- Für künftige Updates sind app-spezifische Refresh-Einstellungen, stabilere Fingerabdruckerkennung und eine höhere Refresh-Geschwindigkeit angekündigt
Fazit
- Nicht perfekt, aber ein geeignetes Gerät für Menschen, die Lesen und eine reizärmere Nutzung möchten
- Der Autor nutzt das Pixel 8 in bestimmten Situationen (Laufen, Fotografieren, große Events) ergänzend, verwendet im Alltag aber hauptsächlich das Minimal Phone
- Er erlebt den Wert eines Geräts, das nicht alle Funktionen eines Smartphones perfekt beherrscht, sondern bestimmte Aufgaben besonders gut erfüllt
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Zwar wird erwähnt, dass es nur zwei Entwickler gibt, aber Sicherheitslücken werden überhaupt nicht angesprochen. Gegenüber einem echten Flaggschiff-Smartphone dürfte es sicherheitstechnisch deutlich schwächer sein, und das sollte man wissen. Insgesamt hätte ich so ein Telefon zwar gern, aber die Nachteile sind so groß, dass sie schwer hinzunehmen sind.