- Steigende Streaming-Preise und eine geringere Auswahl bei Inhalten machen es schwieriger, gewünschte Titel in legalen Diensten zu finden, sodass mehr Zuschauer wieder zu VPNs und illegalem Streaming greifen
- Schweden ist die Heimat von The Pirate Bay und Spotify und erlebte früher den Wandel von Piraterie zu legalem Streaming, doch zuletzt steigt die Piraterierate wieder
- Der aktuelle Netflix-Preis liegt bei über 199 Kronen pro Monat (£15), für dieselben Inhalte sind mehrere Abos nötig, und selbst in Bezahlplänen wird Werbung eingeblendet – das Phänomen der „enshittification“ verschärft sich
- Im Jahr 2023 entfielen 96 % der TV- und Film-Piraterie auf nicht autorisiertes Streaming, und 2024 stieg die Zahl der Besuche auf Piraterieseiten weltweit auf 216 Milliarden
- Wie Valve-Mitgründer Gabe Newell sagte, ist nicht der Preis das Problem, sondern die Servicequalität – Studios müssten Zugänglichkeit und Interoperabilität wiederherstellen
Der Wandel der Streaming-Dienste und die Rückkehr der Piraterie
Der Aufstieg von Streaming-Diensten und der Rückgang der Piraterie
- Früher konnte man auf Torrent-Seiten wie The Pirate Bay Musik, Filme, Serien und praktisch alle gewünschten Inhalte leicht finden
- Mit der Verbreitung von Smartphones kamen offizielle Streaming-Dienste wie Spotify auf, und Nutzer wechselten zu einem Modell mit Werbung oder kleinen Abogebühren
- Auch Netflix bot wichtige Inhalte zu günstigen Preisen an, wodurch die Nutzung von Piraterie schnell zurückging
- Schweden war ein Land, in dem sowohl bei illegalen Downloads als auch in der Streaming-Industrie Innovationen stattfanden
Die Zersplitterung der Streaming-Dienste und der Frust der Nutzer
- In den vergangenen Jahren sind die Abo-Preise von Netflix stark gestiegen, und gewünschte Inhalte wurden auf mehrere Plattformen wie HBO Max, Disney+, Apple TV+ verteilt
- Selbst zahlende Abonnenten müssen Werbung ansehen oder sich mit verschiedenen regionalen Beschränkungen und dem Aufwand rund um die Nutzung von VPNs herumschlagen
- Ein durchschnittlicher europäischer Haushalt gibt mehr als 700 Euro pro Jahr für drei oder mehr VOD-Dienste aus
- Viele Nutzer erleben, dass trotz steigender Kosten die Zugänglichkeit zu Inhalten sogar sinkt
Die Rückkehr illegaler Downloads und aktuelle Trends
- Einige Nutzer haben nie aufgehört, Pirateninhalte zu konsumieren; zuletzt steigt der Zugriff auf illegale Streams über inoffizielle Streaming-Plattformen oder Community-Add-ons
- Klassische Downloads haben eine höhere Einstiegshürde bekommen, doch illegales Streaming wird trotz aufdringlicher Werbung weiter genutzt
- Laut einer Untersuchung von MUSO basierten 2023 96 % des illegalen TV- und Filmkonsums auf Streaming
- Die Zahl der Besuche auf illegalen Seiten sprang von 130 Milliarden im Jahr 2020 auf 216 Milliarden im Jahr 2024
- Laut den neuesten Statistiken aus Schweden gaben 25 % an, Piraterie zu nutzen; die meisten davon sind 15- bis 24-Jährige
Sinkende Servicequalität und künstliche Verknappung von Inhalten
- Valve-Mitgründer Gabe Newell sagte: „Beim Piraterieproblem geht es nicht um den Preis, sondern um den Service“
- Streaming-Anbieter verstärken ihre Exklusivität bei Inhalten und die Kontrolle über Nutzer und erzeugen so künstliche Knappheit
- Bitratenbegrenzungen, Browser-Kompatibilitätsprobleme und Ähnliches verschlechtern die User Experience
- Am Ende können Nutzer nicht alles an einem Ort sehen, während nur Abo-Kosten und Stress steigen
Implikationen und Ausblick
- Die Digitalisierung von Daten versprach „Überfluss“, doch tatsächlich sinkt die Zufriedenheit der Nutzer durch die künstliche Aufspaltung von Inhalten und steigende Kosten
- Daraus ergibt sich, dass Streaming-Dienste wieder Zugänglichkeit, Interoperabilität und Service-Innovation mit dem Nutzer im Mittelpunkt herstellen müssen
- So wie die Medici in der Vergangenheit Netzwerke auf Basis von Zugänglichkeit und Vertrauen betonten, sollte auch die heutige Medien- und Content-Industrie diese Lehre annehmen
- Die Rückkehr der Zuschauer zur Piraterie ist keine bloße Rebellion, sondern eine Reaktion auf fragmentierte Dienste und sinkende Qualität
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