11 Punkte von mnncat 2025-08-12 | 7 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Die Belege sind eindeutig. Entweder man nimmt AI an, oder man verlässt diese Branche.

In einer aktuellen Feldstudie mit 22 Entwicklern, die AI tief in ihre Arbeit integrieren, zeigte sich ein überraschender Trend. Diejenigen, die nach anfänglicher Skepsis dabeibleiben, zeigen deutlich mehr Ehrgeiz, technische Flexibilität und berufliche Zufriedenheit. Sie schreiben nicht weniger Code, sondern ermöglichen durch Orchestrierung komplexere und stärker systemische Arbeit. Das gilt nicht nur für Entwickler, sondern genauso für Lehrende.

Dieser Wandel ist keine Hypothese. Er findet bereits jetzt statt. Entwickler durchlaufen klar erkennbare Phasen der Adoption — vom skeptischen Gelegenheitsnutzer bis zum strategischen AI-Kollaborateur. Wer die letzte Phase erreicht, sagt, dass sich die eigene Identität als Entwickler verändert hat. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr die Code-Produktion, sondern Systemdesign, die Steuerung von Agenten und die Validierung von Ergebnissen. Ein Entwickler sagte dazu:

„Mein nächster Titel wird wahrscheinlich Code Creative Director sein.“
Das ist keine Übertreibung, sondern Realität. Die Veränderung, die wir beobachten, sieht so aus:

In den nächsten 2 bis 5 Jahren wird AI voraussichtlich 90 % des Codes schreiben.

Entwickler sind nicht besorgt. Sie sind optimistisch und realistisch in Bezug auf den Wandel.

Die jetzt wichtigen neuen Skills: Agenten-Orchestrierung, iterative Zusammenarbeit, kritische Validierung

Zeitersparnis? Natürlich. Aber die eigentliche Veränderung ist der „Ehrgeiz“. Es geht nicht um Kostensenkung, sondern darum, die Grenzen zu verschieben.

Auch die Bildung ist stark betroffen. Nur noch Syntax zu lehren, ist inzwischen überholt. Studierende müssen lernen, AI anzuleiten, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und fachübergreifend zu denken. Auch die Bewertung muss die Zusammenarbeit mit AI messen, statt von einer Trennung von AI auszugehen.

Es geht jetzt nicht mehr um Produktivität. Es geht um „Neuerfindung“. Die Jobs von Softwareentwicklern verschwinden nicht. Sie werden neu geboren.

7 Kommentare

 
spp00 2025-08-13

Mit den Entwicklern, die angeblich nicht besorgt sind, sind vermutlich Seniors gemeint, die bereits ein gewisses Maß an Berufserfahrung aufgebaut haben. Aus Sicht der Unternehmen gibt es ohnehin immer weniger Gründe, Berufseinsteiger einzustellen, und jetzt ist auch noch AI dazugekommen; außerdem liegt es auf der Hand, dass Seniors AI besser nutzen werden....

 
hirussell 2025-08-13

Wer sich der Welle entgegenstellt oder vor ihr davonläuft, wird von ihr mitgerissen — und wer auf ihr reitet, wird sie genießen..

 
spp00 2025-08-13

Das Problem ist, dass Junioren die Welle nicht erwischen, und selbst wenn man sie reitet und tiefer hineingeht, droht man von der Welle mitgerissen zu werden.

 
tensun 2025-08-12

Vibe Coding und agentisches Coding werden nun unverzichtbar. Entwickler müssen jetzt zu Planern sowie Prompt- oder Context-Engineers werden und statt SEO AEO und GEO betreiben.

 
spp00 2025-08-13

Aber AEO und GEO überschneiden sich letztlich auch mit SEO ...

 
helio 2025-08-12

Diese Person ist also der (ehemalige) GitHub-CEO.

 
vk8520 2025-08-12

Entwickler sollten KI akzeptieren -> Zustimmung
Wie stark KI die Produktivität von Entwicklern steigern wird -> je nach Studie unterschiedlich. Man muss das noch etwas beobachten. Die Anforderungen der Unternehmen werden entsprechend der Produktivitätssteigerung angepasst werden.
Wird KI die Identität von Entwicklern von Code-Schreibern zu Agenten-Orchestrierern verändern? -> Für einige Bereiche stimme ich zu.
Entwickler machen sich keine Sorgen wegen KI und blicken optimistisch auf den Wandel -> Machen sich nicht viele doch Sorgen?
In der Bildung sollte die Zusammenarbeit mit KI betont werden -> Zustimmung