10 Punkte von GN⁺ 2025-08-07 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die japanische Regierung hat kürzlich das Smartphone-Gesetz verabschiedet und damit das Verbot von Browser-Engines Dritter auf Apples iOS ausdrücklich untersagt
  • Durch die bisherige Erzwingung der WebKit-Engine wurde der Browser-Wettbewerb auf iOS faktisch blockiert und die Wettbewerbsfähigkeit von Web-Apps geschwächt
  • Die neuen Leitlinien stellen klar, dass Apple auch technisch oder wirtschaftlich unrealistische Behinderungen nicht zulassen darf
  • Zudem muss der Zugang zu OS-APIs für Browser funktional gleichwertig gewährleistet sein, und diskriminierende Leistungseinbußen sind unzulässig
  • Mit dem Inkrafttreten des japanischen Gesetzes entsteht zusammen mit der EU und dem Vereinigten Königreich ein regulatorisches Umfeld zur Wiederherstellung des Browser-Wettbewerbs; 2026 könnte zum Wendepunkt werden

Japan verlangt die Aufhebung von Apples Browser-Engine-Verbot

Japan hat kürzlich offiziell das „Gesetz zur Förderung des Wettbewerbs bei Smartphone-Software“ verabschiedet und damit Maßnahmen in Kraft gesetzt, die Apples langjährige Politik, Browser-Engines Dritter auf iOS zu verbieten, ausdrücklich untersagen

Stand des Browser-Engine-Verbots

  • Bisher erlaubte Apple ausschließlich die WebKit-Engine, wodurch Firefox, Chrome, Edge, Opera, Brave, Vivaldi und alle anderen wichtigen Browser-Engines auf iOS faktisch ausgeschlossen wurden
  • Dadurch wurde der Browser-Wettbewerb praktisch blockiert, und Web-Apps konnten APIs oder Leistung nicht nutzen, die nötig wären, um mit nativen Apps auf Augenhöhe zu konkurrieren

Japans Gesetzgebung und Leitlinien

  • Das Gesetz wurde auf Grundlage eines Berichts des Hauptquartiers für Wettbewerb auf digitalen Märkten konzipiert; auch die Beratung von Open Web Advocacy floss ein
  • Kürzlich wurden die Leitlinien zum Mobile Software Competition Act (MSCA) veröffentlicht, die die praktische Auslegung und Durchsetzung des Gesetzes klarer darlegen

Verbot der Behinderung alternativer Browser-Engines

  • Die Leitlinien verbieten ausdrücklich jede Handlung, die die Einführung von Browser-Engines Dritter behindert oder beeinträchtigt
    • Dazu zählen etwa übermäßige technische Beschränkungen für App-Anbieter, zusätzliche Kostenlasten oder Maßnahmen, die Nutzer von alternativen Browsern fernhalten
    • Bei der Bewertung einer Behinderung zählt nicht nur ein ausdrücklich ausgesprochenes Verbot durch den Anbieter, sondern auch ein Fall, in dem die reale Einführungswahrscheinlichkeit deutlich sinkt
  • Diese Bestimmung bedeutet, dass Apple selbst bei nur nomineller Zulassung keine Situation schaffen darf, in der die Nutzung faktisch unmöglich oder wirtschaftlich bedeutungslos ist

Funktionale Gleichwertigkeit beim Zugang zu OS-APIs

  • Der MSCA schreibt vor, beim Zugang zu OS-APIs funktional gleichwertigen Zugang zu gewährleisten
  • Alternative APIs sind zulässig, gelten jedoch nicht als funktional gleichwertig, wenn sie in der Praxis deutlich schlechtere Leistung bieten
    • Das heißt: Auch wenn der technische Ansatz unterschiedlich ist, müssen Browser Dritter denselben Grad an Leistung und Zugänglichkeit erhalten wie Apple oder andere benannte Anbieter

Pflicht zur Browser-Auswahlmaske (Choice Screen)

  • Das Gesetz verpflichtet zur Bereitstellung einer Auswahlmaske (Choice Screen) für Browser (und andere Software)
  • Die Vorgaben gehen über die der EU hinaus: Die Auswahlmaske muss unmittelbar nach der ersten Aktivierung angezeigt werden
    • Bei der ersten Einrichtung des Smartphones oder beim ersten Start der jeweiligen App muss der Nutzer zur Auswahl bestimmter Software aufgefordert werden

Weitere Entwicklung

  • Der Mobile Software Competition Act soll im Dezember 2025 in Kraft treten
  • Japan reiht sich damit neben der EU und dem Vereinigten Königreich unter die Rechtsräume ein, in denen Apple Browser-Engines Dritter zulassen muss
  • Es wird erwartet, dass Japan sich bei der Vorbereitung der Durchsetzung an den Regulierungserfahrungen Europas und des Vereinigten Königreichs orientiert
  • Wie die Beispiele aus der EU und dem Vereinigten Königreich zeigen, dürfte die tatsächliche Durchsetzung ein langfristiger und komplexer Prozess werden

Fazit und Implikationen

  • Japan, die EU und das Vereinigte Königreich treiben alle die Wiederherstellung echten Browser-Wettbewerbs auf iOS voran, indem sie Apple zur Unterstützung von Browser-Engines Dritter verpflichten
  • 2026 könnte ein Wendepunkt für die Struktur des Browser-Markts werden
  • Der endgültige Erfolg wird vom Durchsetzungswillen der Regulierungsbehörden und von Apples tatsächlichen Verbesserungsbemühungen abhängen
  • Hervorgehoben wird die Rolle der japanischen Regierung und der beteiligten Organisationen, die sich über lange Zeit für bessere Wettbewerbsbedingungen für Browser und Web-Apps eingesetzt haben

Noch keine Kommentare.

Noch keine Kommentare.