- Kilopixel ist ein großes Display mit 1000 Holz-Pixeln, das über sechs Jahre entwickelt wurde und es jedem erlaubt, über das Internet zu zeichnen.
- Das Projekt wurde durch verschiedene Prototypen in physischer Form, Materialtests und den Wechsel der Pixel-Formen zur Reife gebracht.
- Durch den Einsatz von CNC-Maschine und Raspberry Pi, einer Web-App und Sensoren entsteht eine einzigartige Struktur, die Online- und Offline-Welt verbindet.
- Nutzer können entweder Bilder direkt über die Website einreichen oder durch Abstimmung mitmachen; außerdem gibt es eine Umgebung für Live-Streaming und Time-Lapse-Aufnahmen.
- Künftig werden mögliche Übergaben der Display-Kontrolle an andere Personen oder unterschiedliche Nutzungsszenarien untersucht, was es zu einem kreativen und offenen Projekt macht.
Projektübersicht
- Kilopixel ist das weltweit ineffizienteste 1000-Pixel-Holzdisplay, das über sechs Jahre entwickelt wurde.
- Es ist als interaktives System konzipiert, bei dem jeder über die Website (kilopx.com) auf die Anzeige malen kann.
- Das Projekt ist das Ergebnis der Integration von Web-App, physischem Controller, CNC-Bearbeitung, G-Code-Generierung sowie 3D-Modellierung und -Druck und vereint verschiedene IT- und Maker-Elemente.
Anfangsidee und Motivation
- Die Inspirationsquelle waren die untypischen Spiegelwerke von Danny Rozin und ein eInk-basierter, ultraschneller Movie-Player.
- Anders als moderne hochauflösende Displays wurde ein extrem langsames und ineffizientes Verfahren gewählt, bei dem die Pixel nur zehn Mal pro Minute wechseln.
- Mit einem 40×25-Raster werden exakt 1.000 Pixel dargestellt; der Name leitet sich von der leicht zu merkenden Domain kilopx.com ab.
Erster Prototyp (21×3 Pixel)
- Zunächst wurde ein Holz-Gantry verwendet, danach schnell auf Aluminiumteile des Openbuilds-Kits (ähnlich der Struktur eines 3D-Druckers) umgestellt.
- Ein Grundaufbau aus Raspberry Pi, CNC-Controller, Schrittmotoren und ähnlichen Komponenten wurde montiert und für Testläufe in Betrieb genommen.
- Dabei wurden verschiedene Grenzen und technische Probleme im Pixel-Auswahl- und Steuerungsmechanismus erkannt.
Schwierigkeit bei der Suche nach geeigneten Pixeln
- Verschiedene Kugelmaterialien wurden getestet, darunter Tischtennisbälle, Styropor und Holzkugeln.
- Dabei traten praktische Probleme wie Kosten, Gewicht, Beschaffbarkeit der Materialien und Größenabweichungen auf.
- Beispiel: 1000 Tischtennisbälle zu je 50 Cent kosten insgesamt 500 US-Dollar.
- Tischtennisbälle verformen sich leicht beim Bohren und fielen wegen Größenabweichungen durch.
- Nerf-Bälle, Bouncy-Balls, Holzbälle, Styropor usw. wurden aufgrund von Problemen beim Bohren, Lackieren, der Haltbarkeit und dem Gewicht ebenfalls verworfen.
Experimente mit dem Pixel-Drehmechanismus
- Die Pixelrotation wurde mit Lego-Rädern und -Motoren in Kombination mit Sensoren versucht.
- Solenoid- und Servomotoren und weitere Bewegungsprinzipien wurden getestet; alle wurden wegen der schwierigen präzisen Steuerung verworfen.
Wechsel von kugelförmigen zu würfelförmigen Pixeln
- Nach einem Podcast-Gespräch erfolgte der komplette Wechsel zu kubischen Holz-Pixeln, und die Eigenfertigung wurde gestartet.
- Die Serienproduktion ist zeitaufwendig, liefert aber eine zufriedenstellende visuelle und dynamische Qualität.
Herstellung des Pixel-Rasters
- Statt des Pixels selbst wurde eine feste Rasterstruktur entworfen, um die Genauigkeit des 40×25-Arrangements zu gewährleisten.
- Es wurden 25 dünne Leisten mit je 40 Bohrlöchern gefräst, um die Pixel auf Metalldrähten aufzufädeln und einen gleichmäßigen Abstand zu halten.
- Jedes Pixel wurde so ausgelegt, dass es unabhängig vom Umfeld vollständig autonom arbeitet.
CNC und Systemsteuerung
- Enthalten sind Erklärungen zu den Grundprinzipien von CNC und zur Nutzung von G-Code.
- Raspberry Pi und CNC-Controller, Python-Skripte, Lichtsensoren sowie die
pigpio-Bibliothek kommen zum Einsatz.
- Über das Web-API wird das nächste zu ändernde Pixel ausgewählt, per G-Code gesteuert, das Ergebnis per Sensor geprüft und anschließend über die API zurückgespielt.
Pixel-Manipulationsmechanismus (Pixel-Pushing)
- Die Pixel haben alle 90°-Schritte mit einer passgenauen Nut; ein flexibler Stab (Gluestick) drückt die Kante und dreht sie.
- All diese Bewegungen sind über G-Code automatisiert.
Bildausgabemodi und Web-Interface
- Die API wird über die Web-App gesteuert, und es gibt drei Display-Modi:
- Nutzerbeiträge: Jeder kann ein 40×25-Bild einreichen und abstimmen; die beliebtesten Bilder werden nacheinander ausgegeben.
- Echtzeit-Kollaboration: Teilnehmende ändern die Pixel in Echtzeit (bei zu vielen Teilnehmenden ist das ungeeignet).
- Idle-Modus: Uhren, Formen usw. werden per algorithmischer Transformation ausgegeben.
- Der Web-App-Stack entwickelte sich über Node/Socket.IO, Laravel+Livewire bis hin zu Laravel+InertiaJS+VueJS.
Live-Streaming und Time-Lapse
- Mit zwei Webcams (Nahaufnahme, Weitwinkel) wird das Display mit OBS und ffmpeg als Live-Stream auf YouTube übertragen.
- Nach der API-Statusprüfung werden zudem Time-Lapse-Videos vollständiger Ergebnisse erzeugt und veröffentlicht.
Sicherheit und Betrieb eines offenen Systems
- Für den Missbrauchsschutz wurde eine minimale Prüfung implementiert und eine Funktion zum schnellen Löschen von Werken bei Bedarf aufgebaut.
- Grundsätzlich bleibt die Teilnahmestruktur sehr offen, inklusive Bluesky-OAuth-Anmeldung.
Zukünftige Pläne
- Man hofft auf vielfältige Beteiligung der Nutzer und denkt darüber nach, die API-Steuerung künftig an andere Nutzer zu übertragen.
- Langfristig ist geplant, das Display als Webcam-Hintergrund zu nutzen oder in Büros, Cafés und weiteren Orten einzusetzen.
- Jeder kann die Inhalte auf der Website in Echtzeit erleben und mitbestimmen.
Fazit
- Kilopixel ist ein originelles Projekt, das die Interaktivität des Internets mit der Materialität der physischen Welt vereint.
- Der Entwicklungsprozess mit vielen Iterationen und technischem Aufwand ist ein spannendes Beispiel, das Makern und Entwicklern gleichermaßen als Inspiration dienen kann.
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