Fotos aus dem Inneren von Musikinstrumenten
(dpreview.com)- Charles Brooks arbeitet an einem einzigartigen Fotoprojekt, bei dem er das Innere von Musikinstrumenten aufnimmt
- Mit einem Laowa-Probe-Objektiv und der Focus-Stacking-Technik durchläuft er einen filigranen und komplexen Aufnahmeprozess
- Für Aufnahmen im Inneren von Instrumenten mit kleinem Durchmesser wie Violinen kombiniert er ein medizinisches Endoskop mit verschiedenen Adaptern
- Während der Aufnahmen achtet er besonders darauf, Schäden an den Instrumenten durch Hitze oder Licht zu vermeiden
- Die Ergebnisse werden als architektonisch wirkende, großformatige Drucke ausgestellt und zeigen zugleich künstlerischen Wert und dokumentarische Bedeutung
Überblick
Charles Brooks war als Cellist in renommierten Orchestern tätig und widmete sich später intensiv der Fotografie. Mit seinem Projekt, die komplexen und ungewöhnlichen Strukturen im Inneren von Musikinstrumenten festzuhalten, begann er die Serie „Architecture of Music“. Diese Arbeit besitzt nicht nur künstlerischen Wert, sondern ist auch als Dokumentation von Instrumentenbau und -geschichte von großer Bedeutung.
Hintergrund und Idee des Projekts
- Während der COVID-19-Zeit musste Brooks in Neuseeland seine Arbeit einstellen, bei der er Musiker und Instrumente fotografierte
- Da Musiker, die nicht auftreten konnten, ihre Instrumente zur Reparatur gaben, sammelten sich in Werkstätten viele seltene Instrumente an
- Fotos vom Inneren von Instrumenten, die er zuvor gesehen hatte, zeigten oft zerlegte Bauteile; Brooks wollte das Innere jedoch im vollständig montierten Zustand fotografieren
Schwierigkeiten und Innovationen bei der Entwicklung der Aufnahmetechnik
- Mit dem Probe-Objektiv von Laowa ließ sich das Innere größerer Instrumente wie eines Cellos vergleichsweise leicht fotografieren, für kleinere Instrumente war es jedoch zu groß
- Er versuchte auch, das wasserdichte Gehäuse des Objektivs mit einem Heißluftgebläse zu entfernen, um dessen Größe zu reduzieren
- Für Aufnahmen im Inneren einer Violine kombinierte er ein medizinisches Endoskop mit 5 mm Durchmesser mit 20 bis 30 Adaptern und Lupen
- Diese Kombination führte zu verschiedenen Problemen wie Qualitätsverlust und einem kleiner werdenden Bildkreis
- Durch wiederholte Versuche mit unterschiedlich gestapelten Adaptern und Lupen suchte er nach der optimalen Bildgröße
Optimierung von Kamera und Aufnahmeumgebung
- Schließlich nutzte er eine Panasonic Lumix G9 II mit Micro-Four-Thirds-Sensor und setzte den Hochauflösungsmodus ein
- Dabei maximierte er den Bildkreis und beseitigte einige vignettierte Bereiche durch Beschnitt
- Die Aufnahmen entstehen bei einer sehr hohen Blendenzahl (etwa F250), wodurch das Licht extrem schwach ist
- Er verwendet mehrere Hochleistungsblitze, kontrolliert dabei aber kontinuierlich die Lacktemperatur (unter 28 °C), um die Instrumente zu schützen
Bildkomposition und künstlerische Wirkung der Ergebnisse
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Mithilfe von Focus Stacking und Panorama-Stitching setzt er Hunderte bis Tausende von Bildern zusammen
- Mit dem Probe-Objektiv fotografiert er in einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn und fokussiert dabei jeweils nur einen Bereich von etwa 2 mm
- Damit alle Bereiche scharf erscheinen, kombiniert er 20 bis 30 oder mehr Bilder
- Zur Vermeidung von Hot Pixels nimmt er zusätzlich Dark Frames auf
- Um ungleichmäßige Lichtdurchlässigkeit des Objektivs auszugleichen, nutzt er unter anderem Papier, um Stellen zu identifizieren, die zusätzliche Aufnahmen benötigen
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Für ein fertiges Bild werden mindestens 100, in manchen Fällen mehr als 1.000 Einzelbilder kombiniert
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Die Bilder sind bewusst so gestaltet, dass nicht der typische Miniatureffekt gewöhnlicher Makrofotografie entsteht
- Durch Fokus-Stacking werden Hintergrundunschärfe und räumliche Kompression minimiert
- Ein ultraweitwinkliger Eindruck und die Lichtwirkung betonen eine monumentale Wirkung wie in Innenräumen von Bauwerken
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Die fertigen Bilder werden als großformatige Drucke ausgestellt und vermitteln dem Publikum eine immersive Erfahrung, als sei es „ins Innere einer Struktur eingetreten“
Bedeutung und dokumentarischer Wert der Fotografien
- Brooks’ Arbeit geht über reine Kunst hinaus und besitzt historischen und dokumentarischen Wert
- Auch wenn die Außenansicht ähnlich wirken mag, bleiben im Inneren Spuren der einzelnen Instrumentenbauer, Reparaturmarken, Signaturen und alte Gebrauchsspuren erhalten
- Er plant, auch künftig verschiedene weltberühmte Meisterinstrumente und andere wertvolle Instrumente zu fotografieren
- Weitere Fotos und Geschichten zu den einzelnen Instrumenten finden sich auf der offiziellen Website
3 Kommentare
Wow, die Fotos sind wirklich großartig. Auf der offiziellen Website des Künstlers gibt es noch mehr
https://www.charlesbrooks.info/
Hacker-News-Kommentare
F12) zu öffnen, zur Konsole zu gehen unddocument.querySelectorAll('p').forEach(e => e.style.opacity = 0)auszuführen. Dadurch wird der Text auf der Seite unsichtbar, sodass man ein Ratespiel daraus machen kann, welches Instrument auf jedem Foto zu sehen ist. Nach einem Neuladen kann man die Lösungen überprüfen. Ich habe 5 von 8 richtig gehabt.