- In London oder New York gestohlene iPhones gelangen über Hongkong nach Huaqiangbei in Shenzhen, China, wo sie gehandelt werden.
- Unter ihnen gilt das Feiyang Times Building als das sogenannte „Gebäude der gestohlenen iPhones“ und wird als wichtiger Umschlagplatz für gebrauchte iPhones aus den USA und Europa bezeichnet.
- Die Nachfrage in dieser Gegend bleibt konstant, weil sich selbst gesperrte Geräte noch durch Zerlegung in Einzelteile gewinnbringend verwerten lassen.
- Bestimmte Verkäufer kontaktieren Opfer absichtlich, um eine Fernentsperrung zu erreichen, was auf ein organisiertes Handelsnetz hindeutet.
- Dabei wird der Status Hongkongs als Freihandelszone genutzt, um Schmuggel oder Steuervermeidung zu erleichtern.
Inside China’s ‘stolen iPhone building’
Die Rolle des Feiyang Times Building in Shenzhen
- Das Feiyang Times Building im Elektronikmarktviertel Huaqiangbei in Shenzhen ist ein Zentrum für den Handel mit gebrauchten iPhones und spezialisiert sich insbesondere auf Geräte, die aus den USA und Europa hereinkommen.
- Viele Geräte sind offizielle Refurbished-Produkte, doch es sollen sich auch gestohlene Smartphones darunter befinden.
- Apple-Communities, Social Media und Betroffene bezeichnen diesen Ort als „Gebäude der gestohlenen iPhones“ und haben ihn dadurch ins Blickfeld gerückt.
Konkreter Fall: von London nach Shenzhen
- Der Londoner Sam Amrani wurde sein iPhone 15 Pro von zwei Tätern auf einem Elektrofahrrad entrissen.
- Sein iPhone wurde nach Stationen in einer Londoner Reparaturwerkstatt und an mehreren Adressen über Hongkong bis nach Huaqiangbei in Shenzhen geortet.
- Die Nachverfolgung der 9.650 km langen Reise zeigte, dass es schließlich beim Feiyang Times Building und dem benachbarten Markt ankam.
Struktur des Handels mit gebrauchten iPhones
- Händler in Huaqiangbei sagen, dass sich selbst gesperrte Geräte durch Zerlegung in Teile verkaufen lassen und so Gewinn bringen.
- Displays, Mainboards, Chips, Kupfer und sogar Kunststoff lassen sich verwerten.
- Gründe für die Beliebtheit ausländischer Geräte sind die Nutzbarkeit des globalen App Store und die günstigeren Preise von US-Modellen mit SIM-Lock.
- Im 3. und 4. Stock dieses Gebäudes konzentriert sich der Handel mit ausländischen iPhones; dort herrscht besonders vom Nachmittag bis in die Nacht reger Betrieb.
Verkäufer und Käufer
- Der Händler „Wang“ erklärte, dass selbst für gesperrte Geräte ein Marktpreis existiere.
- Händler aus Pakistan, Libyen und anderen Ländern kaufen größere Mengen und verkaufen sie in ihren Heimatmärkten weiter.
- Beispiel: Modelle mit SIM-Lock werden als WiFi-basierte Geräte genutzt.
- Teilehändler im 2. Stock kaufen von oben Geräte an, deren Entsperrung gescheitert ist, um sie als Ersatzteilspender zu verwerten.
Die Rolle Hongkongs und der Lieferkette
- Die meisten iPhones stammen von Gebrauchtwaren-Großhändlern in Hongkong.
- Besonders das Gebäude 1 Hung To Road in Kwun Tong gilt als wichtiger Umschlagplatz.
- Dank Steuerfreiheit und einfacher Zollabwicklung lassen sich die hohen Abgaben auf dem chinesischen Festland umgehen.
- Auf WhatsApp, Facebook und WeChat werden Bestände mit Angabe des iCloud-Lock-Status per Auktion gehandelt.
- Händler transportieren die Ware per Handgepäck, über spezialisierte Logistikfirmen oder durch Schmuggel auf das chinesische Festland.
Methoden zur Erwirkung einer Geräteentsperrung
- Viele westliche Betroffene berichten von Nachrichten aus China.
- Ziel ist es, die Geräteentsperrung oder das Deaktivieren von Find My zu erreichen, damit das Gerät in einen wiederverkaufbaren Zustand versetzt werden kann.
- Der Verkäufer Kevin Li erklärte, dass sich Geräte mit bestehender ID-Sperre nur lohnen, wenn sie sehr günstig eingekauft werden.
- In der Regel sind sie 70 % günstiger als entsperrte Geräte.
- Meist werden sie zerlegt und als Einzelteile verkauft.
Reaktionen von Regierung und Behörden
- Der Betreiber des Feiyang Times, Tongtiandi Communication Market, reagierte nicht auf Interviewanfragen.
- Die Polizei in Hongkong erklärte lediglich, man werde „bei Bedarf gemäß dem Gesetz handeln“.
- Die Stadtregierung von Shenzhen in China lehnte eine Antwort ab oder reagierte nicht
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