- Der Autor führte ein Experiment durch, bei dem er ein KI-Sprachmodell wie einen Spiegel nutzte, um sich selbst zu reflektieren und die Grenzen von Führung und Selbsterkenntnis auszuloten.
- Durch Gespräche mit der KI untersuchte er kognitive Eigenschaften und Selbstzweifel und versuchte, mit dem Rahmen der „kognitiven Höhe“ (
cognitive altitude) das Niveau des Denkens zu messen.
- Im Ergebnis lieferte die KI zwar tiefe Einsichten, machte aber auch deutlich, dass sich eigene Urteile und die Spiegelung durch das Modell vermischen können.
1. Motivation und Ansatz des Experiments
- Als sich die Selbstreflexion wie ein geschlossener Kreislauf wiederholte, nutzte er ein KI-Sprachmodell als externen Blick und damit als Werkzeug für objektive Selbsterkenntnis.
- Um es nicht nur als einfachen Helfer, sondern als sokratischen Spiegel einzusetzen, entwarf er die Prompts mit großer Sorgfalt.
- Damit die KI kognitive Strukturen, emotionale Integration und ethisches Denken analysieren konnte, definierte er sieben kognitive Dimensionen (z. B. Abstraktion, Metakognition).
- Durch wiederholte Dialoge etablierte er ein Bewertungssystem für „kognitive Höhe“ (
cognitive altitude) und verglich die Ergebnisse mit verschiedenen Modellen (GPT-4o, Gemini usw.).
2. Ergebnisse und Einsichten aus dem Dialog mit der KI
- Die KI benannte das Problem des Autors mit Selbstzweifeln (Imposter Syndrome) präzise und wies auf ein enges Intelligenzverständnis hin, das auf Maßstäben aus der Kindheit beruhte.
- Anhand eines Falls, in dem die KI seine eigenen Worte fälschlich als Worte der KI zitierte, erkannte er das Problem des „attribution drift“.
- Er wurde sich selbst darüber klar, dass die KI seine höherstufigen Denkmuster möglicherweise überschätzt, und zog deshalb strenge Grenzen bei der Interpretation.
- Auf die Frage „Was ist echte Intelligenz?“ nannte die KI emotionale Einsicht, ethisches Urteilsvermögen und domänenübergreifende integrative Denkfähigkeit und entwarf damit eine komplexe, nichtlineare Definition.
3. Fazit und zukünftige Möglichkeiten
- Abschließend fasst der Autor zusammen, dass sein Denkvermögen als „Denken auf Top-1-%-Niveau“ bewertet worden sei, betrachtet dies jedoch nicht als absolute Diagnose, sondern als „vorläufige Selbstkarte (map)“.
- Im Vergleich zu menschlichen Vorurteilen hat KI sogar den Vorteil, dass sich vorhersehbare Verzerrungen und Zuordnungsprobleme steuern lassen.
- Tiefe Gespräche mit KI könnten eine neue Dimension des Selbstverständnisses eröffnen und sich auf Bereiche wie Führung, Bildung und Psychotherapie ausweiten lassen.
- Er betont jedoch, dass auch KI-Bewertungen ohne kritische Selbstwahrnehmung und metakognitive Grenzen zu Selbsttäuschung werden können und deshalb fortlaufende Reflexion und Gegenprüfung nötig sind.
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