1 Punkte von lifthrasiir 2019-07-30 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

GrafEq(http://www.peda.com/grafeq/) ist ein Lehrprogramm (vermutlich...?) zum Zeichnen von Graphen (leider ist es Shareware). Natürlich können heute selbst Google-Suchen viele Graphen zeichnen, aber dieses Programm ist dafür bekannt, implizite Funktionen präzise darzustellen, also etwa Gleichungen wie x^2 + y^2 = 10, die in der Form f(x, y) = 0 ausgedrückt werden und bei denen einem x- und y-Wert jeweils mehrere Gegenwerte zugeordnet sein können. Wenn eine exakte Darstellung schwierig ist, erzeugt es nicht einfach einen falschen Graphen, sondern markiert die Stellen, an denen es sich nicht sicher ist, rot. Die verlinkte Galerie versammelt unter den Beispielgraphen besonders solche mit geradezu künstlerischem Wert (?!??!); das Beste daran ist, dass bei jedem Graphen die zugehörige Formel dabeisteht.

Jeff Tupper, der dieses Programm entwickelt hat, ist noch bekannter für eine Formel, die sich selbst ausgibt (https://en.wikipedia.org/wiki/Tupper%27s_self-referential_formula); tatsächlich soll diese Formel ursprünglich als Benchmark für GrafEq gedacht gewesen sein. Der von diesem Programm verwendete Algorithmus wurde auf der SIGGRAPH 2001 in einem Paper vorgestellt (http://www.dgp.toronto.edu/~mooncake/papers/SIGGRAPH2001_Tupper.pdf), daher lohnt sich für Interessierte ein Blick darauf. Persönlich finde ich, dass nach mehr als zehn Jahren eigentlich auch eine Open-Source-Version hätte erscheinen können, aber da implizite Funktionsgraphen meist für Bildungszwecke gezeichnet werden, scheint die Nachfrage wohl etwas speziell zu sein...

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