- Geocoding-APIs bieten die Umwandlung von Adressen ↔ Koordinaten; Reverse Geocoding weist gegebenen Koordinaten eine Straßenadresse zu und wird in vielfältigen Anwendungen genutzt
- Vergleich von 7 wichtigen API-Diensten anhand von Preis, kostenlosem Kontingent und Datennutzungsbedingungen
- HERE, Google Maps, Azure Maps, OpenCage, TomTom Maps, LocationIQ, Nominatim
- Google Maps und Azure Maps sind teuer und mit vielen Einschränkungen verbunden
- LocationIQ und OpenCage sind mit festen Tarifen günstig und flexibel, besonders bei hohem Volumen
- TomTom und HERE rechnen ohne Pauschaltarif nutzungsbasiert ab und eignen sich für kleine oder unregelmäßige Nutzung
Was ist eine Geocoding-API?
- Geocoding: Adresse → Breiten-/Längengrad-Koordinaten
- Reverse Geocoding: Breiten-/Längengrad → Adresse
- Wichtige Anwendungsfälle:
- Standort auf einer Karte anzeigen
- Kundendaten visualisieren
- Koordinateninformationen aus Fotos nutzen
- Ortsbasierte Suchfunktionen (Events, Restaurants usw.)
- Mit einer Geocoding-API lassen sich diese Funktionen einfach umsetzen
- Die meisten unterstützen auch Adressbereinigung und Reverse Geocoding
Vergleichskriterien
- Preismodell: Meist Abrechnung nach Anzahl der Requests
- Kostenloses Kontingent: Oft mit Funktionseinschränkungen oder Request-Limits
- Datennutzungsbedingungen:
- Ist kommerzielle Nutzung erlaubt?
- Gibt es Einschränkungen bei der Kartenanzeige?
- Besteht eine Pflicht zur Quellenangabe? usw.
- In einem späteren Beitrag sollen auch Genauigkeit und Performance verglichen werden
Hintergrund zur Wahrung der Neutralität
- Superface bietet keine eigene Geocoding-API an
- Stattdessen gibt es mit dem Open-Source-API-Client OneSDK eine Lösung, die verschiedene APIs über eine einheitliche Schnittstelle verbindet
- Daten werden direkt an die APIs übertragen, ohne über Superface-Server zu laufen
- OneSDK ist völlig kostenlos und unterstützt die gleichzeitige Anbindung mehrerer APIs
Zusammenfassung der wichtigsten Merkmale je API
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HERE
- 1.000 Requests pro Tag kostenlos, im Base Plan 30.000 pro Monat kostenlos
- Bis 5M Requests $0.83/1.000, bis 10M $0.66/1.000
- Kommerzielle Nutzung erlaubt, flexible Preise
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Google Maps Platform
- Mit $200 Guthaben pro Monat sind 40.000 Requests kostenlos
- Danach $5/1.000, bei großem Volumen $4/1.000
- Ergebnisse dürfen nur in Google Maps angezeigt werden, Quellenangabe Pflicht
- Limit von 50 Requests/Sekunde
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Azure Maps
- 5.000 Requests pro Monat kostenlos, danach $4.50/1.000
- Geocoding: 500 Requests/Sekunde, Reverse: 250 Requests/Sekunde
- Zusammen mit Google das teuerste Preismodell
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OpenCage
- Kostenlos: 2.500 Requests/Tag, Limit von 1 Request/Sekunde
- Bezahlt: $50/Monat (10.000/Tag), $1.000/Monat (300.000/Tag)
- „Soft Limit“: Bei Überschreitung keine sofortige Sperre
- Keine Quellenangabe nötig, Unterstützung für verschiedene Währungen
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LocationIQ
- Kostenlos: 5.000 Requests/Tag, kommerzielle Nutzung erlaubt (Link zur Quelle erforderlich)
- $49/Monat (10.000/Tag), $950/Monat (1M/Tag → 30 Millionen/Monat)
- Niedrigster Stückpreis ($0.03/1.000)
- Gleiches Soft-Limit-Modell
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TomTom Maps
- Kostenlos: 2.500 Requests/Tag
- Danach €0.50/1.000 (etwa $0.54)
- Kommerzielle Nutzung erlaubt, kein Pauschaltarif
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Nominatim
- Open-Source-API auf Basis von OpenStreetMap
- Kostenlos, aber nur für nicht-kommerzielle Nutzung erlaubt
- Maximal 1 Request/Sekunde, Quellenangabe Pflicht
- Kann auf eigenem Server installiert werden
Zusammenfassung des Preisvergleichs
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Kleine Nutzung (bis 30.000/Monat)
- HERE, Google Maps, TomTom, LocationIQ: kostenlos möglich
- Azure Maps: $112.5/Monat
- OpenCage: kostenlos oder $50/Monat
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Mittleres Volumen (100.000/Monat)
- Am günstigsten: LocationIQ, TomTom ($16.2)
- Am teuersten: Azure Maps ($427.5), Google Maps ($300)
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Hohes Volumen (300.000/Monat)
- Am günstigsten: LocationIQ ($49), TomTom ($121.5)
- Am teuersten: Azure Maps ($1,327.5), Google Maps ($1,100)
- HERE: $224.1
- OpenCage: $50~$125
Fazit: Empfehlungen je nach Situation
- Hohes Volumen:
- Am teuersten: Azure Maps, Google Maps
- Am günstigsten: LocationIQ, OpenCage
- Flexible Nutzung:
- TomTom: günstiger Stückpreis, kein Pauschaltarif
- Wenn ein großes kostenloses Kontingent wichtig ist:
- Google Maps (40.000), HERE (30.000)
- Wenn der beste Stückpreis zählt:
- LocationIQ (bis zu 1M/Tag möglich)
- Kleine private/nicht-kommerzielle Projekte:
Referenzen
3 Kommentare
Wenn es nur um Regionen in Korea geht, ist Geoservice ziemlich gut.
Ich bin vor allem neugierig darauf, wie gut koreanische Adressen unterstützt werden...
Hacker-News-Kommentare
Dieses Dokument erwähnt Attributionsanforderungen, behandelt aber nicht die Frage zu Geocoding-APIs, die mich am meisten interessiert
Hallo, ich bin Ed, einer der Gründer von OpenCage
Es ist schön, hervorragende Kommentare zu den verschiedenen APIs und ihren Funktionen zu sehen
Photon ist eine übersehene, selbst hostbare Komponente
Ein guter Test für eine Geocoding-API ist die Eingabe einer ZIP-Code, die nur für Postfächer gedacht ist
OpenCage bietet ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn es zum eigenen Anwendungsfall passt
Es gibt noch eine weitere Option
Geocodio ist ebenfalls eine gute Option
Ich habe diese Dienste 2019 untersucht
Seit dieser Beitrag geschrieben wurde, hat auch Stadia Maps eine eigene Geocoding-API veröffentlicht und stark weiterentwickelt