- Der YouTuber Jeff Geerling führte ein Experiment durch, ob sich der Inhalt eines verpixelten Ordnerbilds wiederherstellen lässt, und setzte eine Belohnung von 50 US-Dollar aus
- In weniger als einem Tag gelang es drei Teilnehmern, mit unterschiedlichen Methoden die Pixelung zu entfernen
- Der GitHub-Nutzer KoKuToru veröffentlichte das vollständige Repository mit den tatsächlich verwendeten Deep-Learning- und Video-Akkumulationstechniken
- Pixel-Blur in bewegten Videos lässt sich durch Fortschritte bei der AI-Technologie sehr leicht wiederherstellen
- Zum Schutz sensibler Informationen ist statt einer Pixelung eher eine Methode wie eine einfarbige Maskierung sicherer
Hintergrund des Experiments zum Entfernen der Pixelung
- Jeff Geerling zeigte in seinem YouTube-Video ab Minute 4:57 verpixelte Ordnerinhalte und blendete die Botschaft ein: „Wer sie wiederherstellt, erhält eine Belohnung“
- Als Bedingung nannte er eine Auszahlung von 50 US-Dollar, wenn erraten wird, was im Video verpixelt wurde
- Noch vor Ablauf von 24 Stunden waren drei Personen erfolgreich, und jede ging dabei mit einer leicht anderen Methode vor
Wie wurde es wiederhergestellt?
- Alle drei teilten ihren Wiederherstellungsprozess bereitwillig — eine unter Menschen, die Reverse Engineering mögen, durchaus übliche Kultur
- Der GitHub-Nutzer KoKuToru veröffentlichte das vollständige Repository
Erster Versuch: Brute-Force-Methode
- Innerhalb des Fensterrahmens wurden übereinstimmende Bereiche gesammelt und die Pixeldaten akkumuliert
- Mit TensorFlow wurden Informationen aus vielen Frames zusammengeführt, um ein nahezu lesbares Bild zu erzeugen
- Da die Bereiche manuell festgelegt wurden, war das Ergebnis etwas fleckig
Zweiter Versuch: Automatisierte Frame-Extraktion + GIMP-Korrektur
- Mit GIMP und ffmpeg wurde der exakte Fensterrahmen automatisch erkannt
- Durch die Nutzung von mehr Frames wurde ein vollständig lesbares Bild erzielt
Wie lässt sich das verhindern?
- Pixelung oder Blur allein sind ungeeignet, um sensible Informationen in Videos mit Bewegung zu schützen
- Besonders durch Fortschritte bei AI und neuronalen Netzen werden solche Rückverarbeitungsverfahren extrem schnell und präzise
- Beispiel: Saubere Sprache kann aus Aufnahmen mit überlagerten Stimmen extrahiert werden
- Je mehr Bewegung ein Video enthält, desto mehr analysierbare Datenpunkte gibt es und desto höher wird die Genauigkeit
- Der Einschätzung nach wäre die Wiederherstellung schwierig gewesen, wenn das Finder-Fenster nicht bewegt worden wäre
Was sollte man künftig tun?
- Wer sensible Daten verbergen will, sollte statt Pixelung oder Blur lieber eine einfarbige Maske verwenden
- Für die menschliche Intuition wirkt Blur zwar sicherer, doch für AI-Technologie gibt es kaum einen Unterschied
- Letztlich ist die beste Sicherheitsmaßnahme, Informationen, die nicht nach außen gelangen dürfen, gar nicht erst in ein Video aufzunehmen
Referenzmaterial
3 Kommentare
Vor zehn, fünfzehn Jahren haben in großen Unternehmen noch Master- und Doktoranden daran gesessen und Deblurring-Paper geschrieben, wenn so eine Aufgabe reinkam ... heute ist das fast schon nur noch ein Klick.
Wenn man sich das Entschlüsselungsvideo auf GitHub ansieht, ist das wirklich extrem schockierend.
Hacker-News-Kommentare
Es gibt die Meinung, dass man für so etwas vor ein paar Jahren noch einen Supercomputer und einen Doktortitel gebraucht hätte
Jemand erinnert sich, dass ein Kollege vor 10 Jahren etwas Ähnliches für eine interessante Tech-Demo gemacht hat
Wie man unter Windows-98 einen Screenshot zensiert
Es gibt die Meinung, dass es nicht funktioniert hätte, wenn das Finder-Fenster nicht bewegt worden wäre
Solche Techniken werden in Bereichen wie der Astronomie schon lange verwendet
Der Bell Labs A-3 Scrambler nutzte Echtzeit-Bandinversion und Transposition, scheiterte aber am kommerziellen Markt
Das „Thank you“-Video von Lockpicking Lawyer wurde unscharf gemacht, blockierte die Informationen aber nicht
Es gibt den Expertenrat, dass man Informationen entfernen soll, wenn man zensieren will
Jemand fragt sich, ob man diese Methode unbrauchbar machen könnte, indem man der pixelierten Version zufälliges Rauschen hinzufügt
Es wird vorgeschlagen, das japanische „AV-8500 Special“ aus den 90ern auszuprobieren