- In einem von Oracle betriebenen SaaS-Service kam es zu einem schweren Cybersecurity-Vorfall, doch es gibt Hinweise darauf, dass Oracle versuchte, ihn vor den Kunden geheim zu halten und zu vertuschen
- Von Cloud-Service-Anbietern wird eine transparente Offenlegung von Cybersecurity-Vorfällen erwartet, doch Oracle bestritt stattdessen sogar den Schaden
Überblick über den Vorfall und die Behauptungen des Hackers
- Am 21. März 2025 behauptete der Hacker rose87168, einige Oracle-Dienste unter
*.oraclecloud.com kompromittiert zu haben
- Oracle bestritt umgehend offiziell, dass es einen Einbruch in Oracle Cloud gegeben habe, und erklärte, die betreffenden Zugangsdaten stünden in keinem Zusammenhang mit Oracle Cloud
- Der Hacker stellte jedoch Links und Materialien bereit, die belegen sollen, dass er Schreibzugriff auf den Server
login.us2.oraclecloud.com hatte
- Dieser Server basiert auf Oracle Access Manager und ist ein direkt von Oracle verwaltetes System
Belege für das Datenleck und interne Sitzungsaufzeichnung
- Der Hacker veröffentlichte eine Audioaufzeichnung eines internen Oracle-Meetings (2 Stunden Länge)
- Der Hacker veröffentlichte außerdem weiteres Material, darunter Konfigurationsdateien von Oracles Webservern und interne Systemeinstellungen
- Die geleakten Daten enthalten reale Daten wie E-Mail-Adressen von Mitarbeitern von Kundenunternehmen
Oracles Reaktion und Wortklauberei
- Während Oracle behauptete, die Services unter „Oracle Cloud“ seien nicht betroffen, versuchte das Unternehmen offenbar, den Geltungsbereich zu umgehen, indem es die betroffenen alten Dienste in Oracle Classic umbenannte
- Dies wird als Wortklauberei zur Verschleierung des tatsächlichen Schadensausmaßes (wordsmithing) interpretiert
- Zwar wurde Archive.org um die Entfernung von Beweismaterial gebeten, doch die zweite URL wurde nicht entfernt und ist weiterhin zugänglich
Reaktion der Sicherheits-Community und Zusammenfassung
- Sicherheitsexperten und Medien kritisierten Oracles Reaktion
- Obwohl Oracle Dienste betreibt, die Kundendaten verarbeiten, entzieht sich das Unternehmen seiner Verantwortung für Vertrauen und Transparenz
- Die nachweislich betroffenen Dienste laufen auf einer von Oracle direkt betriebenen Cloud-Infrastruktur
- Es handelt sich nicht nur um ein technisches Problem, sondern auch um eine Frage unternehmerischer Verantwortung und Ethik
Kernaussagen
- Der Hacker drang in interne Oracle-Cloud-Services ein und leakte reale Daten sowie Systeminformationen
- Oracle erkannte den Vorfall nicht an und versuchte, dessen Umfang durch Wortwahl herunterzuspielen
- Sicherheitsexperten fordern von Oracle eine klare, öffentliche Erklärung sowie Maßnahmen zum Schutz der Kunden
2 Kommentare
Oracle hat eben wieder Oracle-Dinge getan.
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