2 Punkte von GN⁺ 2025-02-06 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Führende europäische KI-Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben das Projekt OpenEuroLLM angekündigt, in dem gemeinsam ein Open-Source-LLM der nächsten Generation entwickelt wird
  • Ziel ist hohe Leistung und Mehrsprachigkeit; aufgebaut werden soll ein transparentes und Compliance-konformes Modell, das in kommerziellen und öffentlichen Diensten eingesetzt werden kann
  • Als transparentes und regelkonformes Open-Source-Modell wird es unter Einhaltung des europäischen Regulierungsrahmens entwickelt, um den Zugang zu hochwertiger KI-Technologie zu verbreitern und europäische Unternehmen dabei zu unterstützen, auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig zu sein
  • Das Projekt hat die STEP-(Strategic Technologies for Europe Platform)-Zertifizierung erhalten, wird durch das Programm „Digitales Europa“ der Europäischen Union finanziert und startet offiziell am 1. Februar 2025

Wichtige Projektinhalte

  • Projektname: OpenEuroLLM
  • Ziele
    • Stärkung und Verbesserung der KI-Wettbewerbsfähigkeit und digitalen Souveränität Europas durch ein Open-Source-LLM
    • Aufzeigen der Bedeutung von Transparenz, Offenheit und Community-Beteiligung im europäischen Technologie-Ökosystem
    • Entwicklung innerhalb des starken europäischen Regulierungsrahmens, um europäische Werte und technische Exzellenz zu bewahren
    • Freie Nutzung im kommerziellen und öffentlichen Sektor sowie Möglichkeit zum branchenspezifischen Fine-Tuning
    • Stärkung der mehrsprachigen Umgebung unter Berücksichtigung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas, damit europäische Unternehmen im KI-Zeitalter hochwertige Produkte und Dienstleistungen entwickeln können
  • Aktivitätsbereich
    • Auf Basis bestehender Ergebnisse wie hochwertiger Daten-Repositories und Pilot-LLMs werden neue Modelle und Software gemeinsam entwickelt
    • Zusammenarbeit mit Open-Source-Communities und Branchenexpert:innen wie LAION, open-sci und OpenML
    • Angestrebt wird eine Grundlage für transparente Modellentwicklung und Bewertungsverfahren, auf die alle zugreifen und die alle verbessern können

Partnerstruktur

  • Universitäten und Forschungseinrichtungen
    • Insgesamt 11 Einrichtungen nehmen teil, darunter Charles University (Tschechien, Koordinator), ALT-EDIC (Frankreich), Eindhoven University of Technology (Niederlande), ELLIS Institute Tübingen (Deutschland) und Fraunhofer IAIS (Deutschland)
    • Auf Basis starker Forschungskompetenz übernehmen sie große Datensätze sowie die Entwicklung und Validierung von Algorithmen
  • Unternehmen
    • Insgesamt 5 Unternehmen nehmen teil, darunter AMD Silo AI (Finnland, Co-Lead), Aleph Alpha Research (Deutschland), ellamind (Deutschland), LightOn (Frankreich) und Prompsit Language Engineering (Spanien)
    • Sie verantworten die Modelloptimierung im industriellen Einsatz, Know-how zur Kommerzialisierung und Fallstudien zur geschäftlichen Anwendung
  • EuroHPC-Zentren
    • Barcelona Supercomputing Center (Spanien), Cineca Interuniversity Consortium (Italien), CSC - IT Center for Science (Finnland), SURF (Niederlande)
    • Sie unterstützen Training und Experimente durch die Bereitstellung einer Höchstleistungsrecheninfrastruktur

Projektwert und erwartete Effekte

  • Transparentes und rechtskonformes Open-Source-Modell
    • Es hält Europas strenge Regulierung und Werteordnung ein und veröffentlicht leistungsstarke Sprachmodelle im großen Maßstab so, dass sie von allen genutzt werden können
    • Es trägt zur globalen Wettbewerbsfähigkeit und Service-Innovation von Behörden und Unternehmen bei
  • Unterstützung für Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt
    • Es schafft eine Grundlage für hochwertige Dienste, indem verschiedene Sprachen und kulturelle Besonderheiten Europas im Modell berücksichtigt werden
    • Es schafft ein Umfeld, in dem europäische Unternehmen mit eigener Technologie stabile und inklusive Produkte anbieten können
  • Stärkung des KI-Ökosystems und der Zusammenarbeit
    • Forschungseinrichtungen, Unternehmen und europäische Supercomputing-Zentren bündeln gemeinsam Infrastruktur und Fachwissen
    • Durch Open-Source-Communities und strategische Partnerschaften werden kontinuierliche Verbesserungen und Skalierbarkeit erwartet

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-02-06
Hacker-News-Kommentare
  • Es gibt skeptische Stimmen zu einem Projekt, an dem viele Institutionen beteiligt sind. Trotz der großen Zahl an Teilnehmenden bestehe die Sorge, dass die Zusammenarbeit schwierig werde, weil jede Partei andere Prioritäten habe. Auf Basis früherer Erfahrungen wird die Ansicht vertreten, dass man sich eher auf einzelne Forschungsvorhaben als auf Kooperationen konzentrieren werde.

  • Es gibt die Einschätzung, dass europäische KI-Projekte zwar nur schwer mit großen Forschungslaboren konkurrieren können, Open-Source-Modelle aber eine Chance bieten könnten, KI voranzubringen. Europa werde den Rückstand auf die USA und China wohl kaum aufholen, könne dadurch aber einen Katalysator für mehr Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

  • Es wird die Meinung geäußert, dass das für das Projekt vorgesehene Budget nicht ausreiche. Für europäische KI-Projekte seien deutlich höhere Mittel erforderlich.

  • Es gibt die Ansicht, dass das Projekt zwar transparente und regelkonforme KI-Modelle liefern werde, diese bei der Leistung jedoch hinter den Erwartungen zurückbleiben dürften.

  • Es wird die Meinung vertreten, dass führende europäische KI-Labore und Unternehmen deshalb nicht an dem Projekt teilnehmen, weil die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns hoch sei.

  • Es gibt Stimmen, die die Bedeutung des Projekts hervorheben und betonen, dass Europa unbedingt eine unabhängige KI-Infrastruktur aufbauen müsse. Es besteht die Erwartung, dass Open LLM die Messlatte für den langfristigen Erfolg von KI anheben werde.

  • Es wird angemerkt, dass für das Projekt bereits gute Daten und bestehende Modelle vorhanden seien und auch kommerzielle Ergebnisse zu erwarten seien. Unternehmen wie Red Hat, Volvo und SAAB beteiligen sich daran.

  • Es gibt die Ansicht, dass die europäischen Datenschutzvorschriften in der Praxis keinen großen Unterschied bewirken. Zugleich besteht die Erwartung, dass Europa dieses Problem bald lösen werde.