- Diese Anleitung erklärt, wie man Docker auf einem Android-Smartphone installiert und es als Home-Server nutzt
- Sie basiert auf PostmarketOS; dabei werden alle Daten gelöscht, daher wird ein ungenutztes Gerät empfohlen
- Das betreffende Gerät muss in der Unterstützungsliste von PostmarketOS enthalten sein; auf anderen Geräten lässt sich ein ähnliches Vorgehen anwenden
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Was für dieses Tutorial benötigt wird
- Android-Smartphone (empfohlen: OnePlus 6 oder OnePlus 6T)
- Auf dem PC installiertes Fastboot
- Boot- und Image-Dateien von PostmarketOS
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Schritt 1: Entwicklermodus und USB-Debugging aktivieren
- Entwicklermodus auf dem Android-Smartphone aktivieren: In den Einstellungen mehrmals auf „Build-Nummer“ tippen und die Meldung zur Aktivierung des Entwicklermodus bestätigen
- In den Entwickleroptionen OEM-Entsperrung und USB-Debugging aktivieren
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Schritt 2: Fastboot auf dem PC installieren
- Auf der Seite für Android SDK Platform Tools das Fastboot-Paket herunterladen und installieren
- Nach dem Entpacken den Ordner
platform-tools zu den Systemumgebungsvariablen hinzufügen
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Schritt 3: PostmarketOS-Dateien herunterladen
- Auf der PostmarketOS-Website die zum jeweiligen Smartphone-Modell passenden Boot- und Image-Dateien herunterladen
- Die Dateien entpacken und in einem Ordner speichern
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Schritt 4: In den Fastboot-Modus wechseln
- Das Android-Smartphone neu starten und in den Fastboot-Modus booten
- Beim OnePlus 6T dazu gleichzeitig Lauter-, Leiser- und Ein/Aus-Taste drücken
- Per USB-Kabel mit dem PC verbinden
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Schritt 5: PostmarketOS flashen
- Die Installationsanleitung für das jeweilige Gerät prüfen und PostmarketOS entsprechend flashen
- In der Eingabeaufforderung oder im Terminal die folgenden Befehle ausführen:
fastboot erase userdata
fastboot erase dtbo
fastboot flash boot boot_file_name.img
fastboot flash userdata img_file_name.img
- Nach Abschluss des Flashens das Smartphone neu starten
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Schritt 6: Ersteinrichtung und SSH aktivieren
- Nach dem Neustart des Smartphones die Standard-PIN „147147“ eingeben
- Mit einem Wi-Fi-Netzwerk verbinden
- In der Console-App die Befehle zum Aktivieren von SSH ausführen:
sudo apk update
sudo service sshd start
sudo rc-update add sshd
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Schritt 7: Vom PC aus per SSH mit dem Smartphone verbinden
- Auf dem PC die Eingabeaufforderung oder das Terminal öffnen und per SSH mit dem Smartphone verbinden:
ssh user@IP_Address_of_the_phone
- Der Standardbenutzername ist „user“
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Schritt 8: Docker auf dem Android-Smartphone installieren
- In der SSH-Sitzung Docker mit den folgenden Befehlen installieren:
sudo apk add docker
sudo service docker start
sudo rc-update add docker default
- Docker-Installation prüfen:
sudo docker ps
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Docker-Container ausführen
- Befehl zum Starten des Portainer-Containers:
sudo docker run -d -p 8000:8000 -p 9443:9443 --name portainer --restart=always -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v portainer_data:/data portainer/portainer-ce:latest
- Portainer bietet eine webbasierte Oberfläche zur Verwaltung von Docker-Containern
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Auf die Portainer-Oberfläche zugreifen
- Im Webbrowser des PCs
IP_Address_of_the_phone:9443 eingeben, um die Portainer-Oberfläche aufzurufen
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Nachteile bei der Nutzung eines OnePlus 6T als Home-Server
- Keine Ethernet-Unterstützung: Es ist ausschließlich auf Wi-Fi angewiesen, was Stabilität und Geschwindigkeit einschränken kann
- Keine Unterstützung für externe Laufwerke: Beschränkt auf den internen Speicher (256 GB) und daher ungeeignet für große Speicheraufgaben
- Diese Methode ist eine hervorragende Alternative zum Raspberry Pi und bietet mit integriertem Bildschirm und Akku zusätzliche Möglichkeiten.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Mit installiertem postmarketOS kann man statt Android ein normales Linux nutzen, und die Installation von Docker ist möglich. Der OOM-Killer von Android kann Hintergrund-Apps aggressiv beenden, daher sollte man das bei einer Server-Konfiguration besser vermeiden. Wegen der Batterie ist fraglich, ob ein 24/7-Betrieb langfristig möglich ist. Es wird empfohlen, die Batterie zu entfernen.
Für Leute, die einen günstigen tragbaren Server suchen, eignen sich Telefone der Motorola-G-Serie. Modelle mit Android 14 kosten weniger als 120 USD und bieten eine Funktion zur Begrenzung der Batterieladung. In Termux lässt sich der App-Hintergrundkiller deaktivieren, ohne Root-Rechte zu benötigen. WLAN unterstützt 350 Mbit, und in Kombination mit Speedify und Tailscale kann eine Verfügbarkeit von 99 % erreicht werden.
Unter Verweis auf ein russisches Meme wird infrage gestellt, warum man mit einfachen Werkzeugen etwas Komplexes bauen müsse.
Es wird behauptet, dass die Installation von Docker auf Android mit Termux einfach sei. Über einen GitHub-Link wird eine Installationsmethode geteilt.
Es wird nach dem aktuellen Stand von Linux-Smartphone-Betriebssystemen gefragt; früher habe man damit angeblich nur telefonieren können.
Es wird gefragt, ob es dafür eine gute Methode bei einem Telefon mit kaputtem Bildschirm gibt. Gesucht wird eine Möglichkeit, über USB und Audio Feedback zu bekommen. Außerdem wird die Frage gestellt, ob sich der Bildschirm austauschen lässt.
Der Vorschlag, ein mobiles Gerät mit Docker als Home-Server für die Bereitstellung verschiedener Anwendungen zu nutzen, wird positiv bewertet.
Es wird gefragt, ob Mobiltelefone einen Paradigmenwechsel beim Hosting von Diensten auslösen könnten. Wegen der Batterielebensdauer sei das derzeit nicht möglich; dafür brauche es Fortschritte bei der Batterietechnik und effiziente E-Cores.
Früher galt die Nutzung von Mobiltelefonen als Server mit integrierter USV als coole Idee, doch das Risiko explodierender Batterien ist ein Problem.
Es wird erwähnt, dass das nur interessant sei, wenn man bereits ein kompatibles Telefon habe. Andernfalls sei es sinnvoller, Zeit und Geld in einen Mini-PC zu investieren, der für den Servereinsatz besser geeignete Speicher- und Energieeigenschaften mitbringt.