- Ubuntu Multipass ist ein Tool, mit dem sich Linux-Virtual-Machines auf einer Workstation schnell starten und verwalten lassen
- Verfügbar für Linux, MacOS und Windows
- Eine Alternative zu Docker oder VirtualBox, die sich einfacher und unkomplizierter nutzen lässt
- Hilfreich, um die Workstation sauber zu halten sowie für Softwaretests und Deployments
Wie funktioniert Multipass?
- Neue virtuelle Maschine erstellen und starten:
multipass launch --name backend
- Status prüfen:
multipass info backend
- Befehl ausführen:
multipass exec backend -- systemctl restart apache
- Interaktive Shell-Sitzung starten:
multipass shell backend
- Alle Instanzen auflisten:
multipass list
- Neustarten:
multipass restart backend
- Instanz löschen:
multipass delete backend
- Es gibt auch zusätzliche Befehle wie Verzeichnisse einhängen (
mount) und Dateien kopieren (transfer)
- Ausführliche Dokumentation gibt es hier
Was kann man mit Multipass tun?
- Virtuelle Maschinen und Container gehören zu den nützlichsten Werkzeugen im Werkzeugkasten von Entwicklern
- Drittanbieter-Software kann in einer isolierten Umgebung installiert werden, um die Workstation sauber und stabil zu halten
- Tests und Deployments in einer sauberen Umgebung helfen, das Syndrom „läuft bei mir auf dem Rechner“ zu reduzieren
- Es gibt verschiedene Lösungen wie Docker, VMWare, VirtualBox, günstige VPS oder Wegwerf-Instanzen in der Cloud
- Multipass-VMs sind vollständige Ubuntu-LTS-Instanzen
- Alles, was auf einem Ubuntu-Linux-Server möglich ist, lässt sich auch in einer Multipass-Instanz ausführen
- Software kann isoliert von der Workstation ausgeführt werden
- Mehrere Mikroinstanzen können für automatisierte Integrationstests gestartet werden
- Deployment-Skripte lassen sich lokal testen
Vorteile von Multipass
Multipass-Instanzen führen ein vollständiges Ubuntu LTS aus
- Alles Nötige wie
nano und curl ist standardmäßig vorhanden
- Vertraute Linux-Werkzeuge können sofort genutzt werden
- Es müssen keine neuen Befehle gelernt werden, was kognitive Last spart
Multipass-Instanzen sind vernetzt
- Direkt nach dem Start haben Instanzen Zugriff auf LAN und WAN
- Die Verbindung ist ohne zusätzliche Konfiguration offen
- Es ist nicht nötig, virtuelle Netzwerke manuell zu konfigurieren oder Ports zu mappen
Multipass-Instanzen sind persistent
- Docker-Container sind als Wegwerf-Umgebungen konzipiert
- Daten müssen in gemeinsamen Volumes gespeichert werden
- Mit dem Befehl
mount kann Multipass Host-Ordner in die Instanz einhängen
- Die Standardinstanz hängt den Home-Ordner standardmäßig unter
~/Home ein, sodass Dateien sofort verfügbar sind
Die Verwaltung von Multipass-Instanzen ist einfach
- Die Befehlssyntax und die Optionen sind überschaubar und leicht zu merken
- Mit Befehlsausführung und Dateiübertragung lassen sich leicht Skripte zur Automatisierung von Softwareinstallation, Integrationstests, Deployments und ähnlichen Aufgaben schreiben
Es gibt auch eine UI
- Wenn Multipass auf einer PopOS!-Linux-Box installiert ist, erscheint eine UI in der oberen Leiste
Wo bekommt man es?
- Multipass ist für Linux, MacOS und Windows verfügbar
- Unter Linux wird die Installation per
snap empfohlen
- Auf Ubuntu-basierten Distributionen ist
snap wahrscheinlich bereits installiert
- Andernfalls muss zuerst der
snap-Daemon über den Paketmanager installiert werden
- Für andere Plattformen kann das passende Installationspaket hier heruntergeladen werden
Hinweise
- Wenn andere VM-Software wie Oracle VirtualBox läuft, starten Multipass-Instanzen möglicherweise nicht
- In diesem Fall VirtualBox beenden und es erneut versuchen
Zusammenfassung von GN⁺
- Ubuntu Multipass ist ein nützliches Tool zur Verwaltung virtueller Maschinen für Entwickler und DevOps-Ingenieure
- Multipass ist sehr hilfreich, um Entwicklungsumgebungen zu isolieren und sauber zu halten, und wirkt durch die einfache Nutzung verschiedener Linux-Werkzeuge besonders vertraut für Entwickler.
- Es lässt sich einfacher und unkomplizierter nutzen als Docker oder VirtualBox
- Im Vergleich zu Docker sind die persistente Datenspeicherung und die einfache Netzwerkkonfiguration große Vorteile. Die Leichtgewichtigkeit und die schnelle Bereitstellung von Docker bleiben jedoch ebenfalls wichtig.
- Es führt vollständige Ubuntu-LTS-Instanzen aus, sodass vertraute Werkzeuge und Befehle sofort verfügbar sind
- Verschiedene Test- und Deployment-Szenarien lassen sich lokal leicht ausprobieren, sodass Probleme, die in realen Umgebungen auftreten könnten, frühzeitig erkannt und gelöst werden können
- Es ist auf verschiedenen Plattformen verfügbar und lässt sich einfach installieren
5 Kommentare
Wenn intern ein Virtualisierungstool erforderlich ist, wirkt es sinnvoller, das Virtualisierungstool einfach direkt zu verwenden.
Muss man dafür wirklich
snapinstallieren? Wenn ich deswegen sogar nochsnapinstallieren muss, habe ich das Gefühl, dass das nur den Verwaltungsaufwand erhöht. https://multipass.run/installStatt Virtualisierungs-Gäste nur auf Ubuntu zu beschränken, ist es vorteilhafter, auf dem eigenen Host rootless Podman zu verwenden, weil man damit verschiedene Linux-Distributionen wie Ubuntu, Alpine, RHEL und Rocky als Gäste nutzen kann und so unterschiedliche Deployment-Umgebungen besser abdecken kann.
Man muss keine neuen Befehle lernen und spart so Entwickler:innen wertvolle Gehirnkapazität.
Vagrant für Ubuntu?