6 Punkte von GN⁺ 2024-09-08 | 5 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ubuntu Multipass ist ein Tool, mit dem sich Linux-Virtual-Machines auf einer Workstation schnell starten und verwalten lassen
    • Verfügbar für Linux, MacOS und Windows
  • Eine Alternative zu Docker oder VirtualBox, die sich einfacher und unkomplizierter nutzen lässt
  • Hilfreich, um die Workstation sauber zu halten sowie für Softwaretests und Deployments

Wie funktioniert Multipass?

  • Neue virtuelle Maschine erstellen und starten: multipass launch --name backend
  • Status prüfen: multipass info backend
  • Befehl ausführen: multipass exec backend -- systemctl restart apache
  • Interaktive Shell-Sitzung starten: multipass shell backend
  • Alle Instanzen auflisten: multipass list
  • Neustarten: multipass restart backend
  • Instanz löschen: multipass delete backend
  • Es gibt auch zusätzliche Befehle wie Verzeichnisse einhängen (mount) und Dateien kopieren (transfer)
  • Ausführliche Dokumentation gibt es hier

Was kann man mit Multipass tun?

  • Virtuelle Maschinen und Container gehören zu den nützlichsten Werkzeugen im Werkzeugkasten von Entwicklern
  • Drittanbieter-Software kann in einer isolierten Umgebung installiert werden, um die Workstation sauber und stabil zu halten
  • Tests und Deployments in einer sauberen Umgebung helfen, das Syndrom „läuft bei mir auf dem Rechner“ zu reduzieren
  • Es gibt verschiedene Lösungen wie Docker, VMWare, VirtualBox, günstige VPS oder Wegwerf-Instanzen in der Cloud
  • Multipass-VMs sind vollständige Ubuntu-LTS-Instanzen
  • Alles, was auf einem Ubuntu-Linux-Server möglich ist, lässt sich auch in einer Multipass-Instanz ausführen
  • Software kann isoliert von der Workstation ausgeführt werden
  • Mehrere Mikroinstanzen können für automatisierte Integrationstests gestartet werden
  • Deployment-Skripte lassen sich lokal testen

Vorteile von Multipass

Multipass-Instanzen führen ein vollständiges Ubuntu LTS aus

  • Alles Nötige wie nano und curl ist standardmäßig vorhanden
  • Vertraute Linux-Werkzeuge können sofort genutzt werden
  • Es müssen keine neuen Befehle gelernt werden, was kognitive Last spart

Multipass-Instanzen sind vernetzt

  • Direkt nach dem Start haben Instanzen Zugriff auf LAN und WAN
  • Die Verbindung ist ohne zusätzliche Konfiguration offen
  • Es ist nicht nötig, virtuelle Netzwerke manuell zu konfigurieren oder Ports zu mappen

Multipass-Instanzen sind persistent

  • Docker-Container sind als Wegwerf-Umgebungen konzipiert
  • Daten müssen in gemeinsamen Volumes gespeichert werden
  • Mit dem Befehl mount kann Multipass Host-Ordner in die Instanz einhängen
  • Die Standardinstanz hängt den Home-Ordner standardmäßig unter ~/Home ein, sodass Dateien sofort verfügbar sind

Die Verwaltung von Multipass-Instanzen ist einfach

  • Die Befehlssyntax und die Optionen sind überschaubar und leicht zu merken
  • Mit Befehlsausführung und Dateiübertragung lassen sich leicht Skripte zur Automatisierung von Softwareinstallation, Integrationstests, Deployments und ähnlichen Aufgaben schreiben

Es gibt auch eine UI

  • Wenn Multipass auf einer PopOS!-Linux-Box installiert ist, erscheint eine UI in der oberen Leiste

Wo bekommt man es?

  • Multipass ist für Linux, MacOS und Windows verfügbar
  • Unter Linux wird die Installation per snap empfohlen
  • Auf Ubuntu-basierten Distributionen ist snap wahrscheinlich bereits installiert
  • Andernfalls muss zuerst der snap-Daemon über den Paketmanager installiert werden
  • Für andere Plattformen kann das passende Installationspaket hier heruntergeladen werden

Hinweise

  • Wenn andere VM-Software wie Oracle VirtualBox läuft, starten Multipass-Instanzen möglicherweise nicht
  • In diesem Fall VirtualBox beenden und es erneut versuchen

Zusammenfassung von GN⁺

  • Ubuntu Multipass ist ein nützliches Tool zur Verwaltung virtueller Maschinen für Entwickler und DevOps-Ingenieure
  • Multipass ist sehr hilfreich, um Entwicklungsumgebungen zu isolieren und sauber zu halten, und wirkt durch die einfache Nutzung verschiedener Linux-Werkzeuge besonders vertraut für Entwickler.
  • Es lässt sich einfacher und unkomplizierter nutzen als Docker oder VirtualBox
    • Im Vergleich zu Docker sind die persistente Datenspeicherung und die einfache Netzwerkkonfiguration große Vorteile. Die Leichtgewichtigkeit und die schnelle Bereitstellung von Docker bleiben jedoch ebenfalls wichtig.
  • Es führt vollständige Ubuntu-LTS-Instanzen aus, sodass vertraute Werkzeuge und Befehle sofort verfügbar sind
  • Verschiedene Test- und Deployment-Szenarien lassen sich lokal leicht ausprobieren, sodass Probleme, die in realen Umgebungen auftreten könnten, frühzeitig erkannt und gelöst werden können
  • Es ist auf verschiedenen Plattformen verfügbar und lässt sich einfach installieren

5 Kommentare

 
savvykang 2024-09-08

Wenn intern ein Virtualisierungstool erforderlich ist, wirkt es sinnvoller, das Virtualisierungstool einfach direkt zu verwenden.

 
savvykang 2024-09-08

Muss man dafür wirklich snap installieren? Wenn ich deswegen sogar noch snap installieren muss, habe ich das Gefühl, dass das nur den Verwaltungsaufwand erhöht. https://multipass.run/install

 
kaydash 2024-09-08

Statt Virtualisierungs-Gäste nur auf Ubuntu zu beschränken, ist es vorteilhafter, auf dem eigenen Host rootless Podman zu verwenden, weil man damit verschiedene Linux-Distributionen wie Ubuntu, Alpine, RHEL und Rocky als Gäste nutzen kann und so unterschiedliche Deployment-Umgebungen besser abdecken kann.

 
halfenif 2024-09-08

Man muss keine neuen Befehle lernen und spart so Entwickler:innen wertvolle Gehirnkapazität.

Allerdings verwende ich Manjaro.

 
iolothebard 2024-09-08

Vagrant für Ubuntu?