Möglichkeit einer Schadensersatzhaftung von CrowdStrike in Frankreich
- Es wird geschätzt, dass durch den jüngsten CrowdStrike-Vorfall 8,5 Millionen Computer außer Betrieb gesetzt wurden und Schäden von mehr als 5,4 Milliarden US-Dollar entstanden sind.
- Es ist sehr wahrscheinlich, dass CrowdStrike schadensersatzpflichtig sein wird.
- In Frankreich gab es mit dem OVH-Fall einen ähnlichen Präzedenzfall.
Zu OVH
- OVH ist Europas größter Rechenzentrums- und Cloud-Anbieter und bietet physische Server, virtuelle Maschinen und verschiedene Cloud-Services an.
- Am 10. März 2021 brach am Standort SGB ein Feuer aus, wodurch zwei Rechenzentren vollständig zerstört wurden und zwei weitere Rechenzentren vorübergehend nicht betriebsfähig waren.
- Zahlreiche Kunden klagten auf Schadensersatz und bekamen Recht.
- Zentrale vor Gericht diskutierte Punkte:
- Während und nach dem Vorfall fiel der Service vollständig aus.
- Daten gingen vollständig und irreversibel verloren.
- OVH bot einen Backup-Service an, doch auch die Backups gingen unwiederbringlich verloren.
- Mehrere Rechenzentren befanden sich zwar in räumlicher Nähe, lagen aber alle am selben Standort, was das Gericht als unvernünftig bewertete.
- Dass Backups im selben Rechenzentrum oder in einem anderen Rechenzentrum am gleichen Standort gespeichert wurden, wurde ebenfalls als unvernünftig angesehen.
- Das Gericht erkannte an, dass es eine gute Praxis ist, als Kunde Backups an mehreren Standorten vorzuhalten.
- Das Gericht entschied, dass OVH als Anbieter von Backup-Diensten einen angemessenen Standard einhalten müsse.
- Es urteilte, dass der Backup-Service von OVH diesen angemessenen Standard nicht erfüllte und seinen Zweck verfehlte.
Zu CrowdStrike
- CrowdStrike ist eine auf Computern installierte Antiviren-Software, die hauptsächlich auf Geräten großer Unternehmen eingesetzt wird.
- Am 19. Juli 2024 verteilte CrowdStrike ein Software-Update, das jedoch einen Fehler verursachte und Millionen von Computern außer Betrieb setzte.
- Wichtige Diskussionspunkte:
- CrowdStrike läuft beim Start des Computers in einem Modus mit hohen Berechtigungen.
- Es wird auf Millionen kritischer Geräte ausgerollt.
- Das Update wurde gleichzeitig an Millionen von Geräten verteilt.
- Bei Software-Upgrades gilt ein schrittweises Rollout als gute Praxis.
- CrowdStrike führte weder ausreichende Tests noch ein schrittweises Rollout durch.
- Kunden hatten dieses Problem bereits zuvor angesprochen, doch CrowdStrike lehnte dies ab.
- Fast zwei Stunden nach der Verteilung des Updates wurde das Problem nicht erkannt.
- Alle Computer waren außer Betrieb, sodass Nutzer das Problem nicht selbst beheben konnten.
- IT-Teams mussten physisch eingreifen, Computer neu installieren oder Treiberdateien löschen.
- Die Wiederherstellung von Tausenden bis Hunderttausenden Geräten wird Wochen dauern.
- Kritische Geräte könnten irreparabel ausfallen.
- CrowdStrike zerstörte die Computer, die es eigentlich schützen sollte.
- Dadurch entstanden den Kunden schwere Schäden.
Zusammenfassung von GN⁺
- Es ist sehr wahrscheinlich, dass CrowdStrike im Fall des Vorfalls ähnlich wie im OVH-Fall schadensersatzpflichtig sein wird.
- Durch den fehlerhaften Update-Rollout von CrowdStrike wurden Millionen Computer außer Betrieb gesetzt, was Unternehmen erhebliche Schäden zufügte.
- Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Software-Verteilung und Tests; insbesondere bei Software, die auf kritische Geräte ausgerollt wird, ist eine noch gründlichere Validierung erforderlich.
- Andere Sicherheitssoftware mit ähnlichen Funktionen sind unter anderem Symantec und McAfee.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Als jemand, der bei einem französischen CSP arbeitet, habe ich den OVH-Vorfall in Echtzeit miterlebt
Diese Überschrift ist irreführend
Allgemeine Haftungsausschlussklauseln haben außerhalb der USA in der Regel keine Bedeutung
Der Vergleich zwischen den Fällen OVH und CrowdStrike ist nicht angemessen
Viele Anspruchsteller versuchen wahrscheinlich bereits, über Anwälte Entschädigung zu erhalten
Ich frage mich, warum der von Falcon gebotene Schutz nicht bereits vom Betriebssystem selbst bereitgestellt wird
B2B-Verträge gehen davon aus, dass beide Parteien sachkundig sind
Die meisten EU-Länder haben Gesetze zur Begrenzung der Haftung
Am 19. Juli 2019 hat CrowdStrike ein Software-Update ausgerollt
Vor einigen Wochen gab es einen Vorfall, bei dem der CrowdStrike-Agent Linux-Systeme beschädigt hat