Das Zombie-Missverständnis der theoretischen Informatik
Einleitung
- Im Lehrbuch "Introduction to the Theory of Computation" von Michael Sipser gibt es eine perfekte Übungsaufgabe
- Aufgabe: "Wenn die Funktion
f:{0,1}*→{0,1} je nach Existenz Gottes 1 oder 0 zurückgibt, ist f dann berechenbar?"
- Antwort: "Ja,
f ist berechenbar" (weil konstante Funktionen berechenbar sind)
Das Konzept der Berechenbarkeit
- Berechenbarkeit wird auf Funktionen oder unendliche Sequenzen angewendet
- Sie wird nicht auf einzelne Ja/Nein-Fragen oder einzelne ganze Zahlen angewendet
- Wie schwierig es ist, ein Programm zu schreiben, hat nichts mit Berechenbarkeit zu tun
Das P-gegen-NP-Problem
- Das P-gegen-NP-Problem ist eine einzelne Ja/Nein-Frage
- NP-Härte wird auf Funktionen oder Sprachen angewendet
- Das P-gegen-NP-Problem kann weder unberechenbar noch NP-hart sein
Die Busy-Beaver-Funktion
- Die Busy-Beaver-Funktion ist unberechenbar
- Einzelne ganze Zahlen wie
BB(6) sind berechenbar
- Die gesamte BB-Funktion ist unberechenbar
Das Zombie-Missverständnis der theoretischen Informatik
- Konzepte, die für unendliche Sequenzen und Funktionen gelten, werden fälschlich auf einzelne ganze Zahlen und offene Probleme angewendet
- Die Unberechenbarkeit des Halteproblems wird mit Gödels Unvollständigkeit verwechselt
Frage an die Leser
- Frage an die Leser, wie sich dieses Zombie-Missverständnis verhindern ließe
Zusammenfassung von GN⁺
- Dieser Beitrag behandelt häufig auftretende Missverständnisse in der theoretischen Informatik
- Berechenbarkeit gilt für Funktionen oder unendliche Sequenzen, nicht für einzelne ganze Zahlen oder Ja/Nein-Fragen
- Das P-gegen-NP-Problem ist eine einzelne Frage und hat nichts mit dem Konzept der NP-Härte zu tun
- Die Busy-Beaver-Funktion ist unberechenbar, aber einzelne Werte sind berechenbar
- Dieser Beitrag hilft dabei, die Grundkonzepte der theoretischen Informatik klar zu verstehen
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Hacker-News-Kommentare
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